Corona - Allgemeiner Thread

  • https://www.faz.net/aktuell/wi…innenmarkts-16176283.html


    Deutschland profitiert einer Studie zufolge wie kein anderer europäischer Staat vom EU-Binnenmarkt. Die dadurch erzielten Einkommensgewinne summieren sich auf 86 Milliarden Euro im Jahr, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Vor allem Regionen mit starker Industrie und hoher Exportorientierung seien Gewinner.


    Da Deutschland der größte Profiteur des EU-Binnenmarktes ist, finde ich es nur gerecht und solidarisch, dass Deutschland in schlechten Zeiten auch die höchsten Lasten trägt.




    Und jetzt? Habe ich den EU-Binnenmarkt in Frage gestellt?


    Zudem habe ich zwei ganz einfache Fakten aufgezählt im Vgl. mit Italien, die mit Deinem Artikel wenig zu tun haben:


    - In Deutschland muss man deutlich länger arbeiten


    - In Deutschland sind die Menschen wesentlich ärmer, wenn man die wenigen Superreichen (also die Ausreißer) rausrechnet -- indem man also den Median- statt den Durchschnittswert berechnet.


    Deshalb steht die Frage im Raum:


    Sollen die Bürger in D stärker belastet werden, nur damit u.a. italienische Politiker (mit dem Ziel der Wiederwahl) ihren (reicheren) Bürgern keine Arbeits- und Abgabenbedingungen auf deutschem Niveau zumuten müssen?


    Für mich ist das eine reine Frage der Gerechtigkeit. Als Bayer habe ich mein Leben lang relativ wenig Verbundenheit empfunden mit dem Attribut "deutsch", und dies ist bis heute so geblieben.


    Aber so, wie in diesem Land eine Mehrheit sich und alle Mitbürger in vorauseilendem Gehorsam immer wieder selbst geißelt, ertrage ich das trotz aller Distanz nicht.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • wie hoch ist denn die private Verschuldung in Deutschland verglichen mit Italien? und die staatliche Verschuldung beider Länder? sagt vielleicht mehr aus als die Einkommenswerte.

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  • Nicht nur sind die italienischen Privathaushalte nach allen verfügbaren Daten deutlich reicher als wir, sie sind auch noch geringer verschuldet.


    Eine Vermögensabgabe von einmalig 20 Prozent würde genügen, um die italienische Staatsverschuldung um 100 Prozent vom BIP zu senken - auf ein Niveau unterhalb der deutschen. Die italienischen Privathaushalte hätten selbst nach einem solchen Schnitt noch über mehr Vermögen als die deutschen.


    http://www.manager-magazin.de/…obonds-a-1306445-amp.html

    Du magst zwar recht haben, aber meine Meinung gefällt mir trotzdem besser :S



  • fan11885

    exbasser


    Die Quintessenz aus diesen beiden Grafiken ergibt eine brutale Ungerechtigkeit.


    Nach allem, was hier öffentlich zu lesen war, habt ihr Nachwuchs.


    Selbst bei einem überdurchschnittlichen Einkommen wären 1000 Euro Rente für eure Kinder noch viel. Und das beim europaweit höchsten Eintrittsalter.


    Wenn ihr euch das bewusst macht, glaube ich nicht, dass ihr weiterhin den deutschen Bürger als größten Profiteur der EU anseht. Und ich will mir einfach nicht vorstellen, dass, selbst wenn die Rentenhöhe bzw. das Eintrittsalter für eure Kinder aus verschiedenen Gründen nicht von Relevanz sein sollte, ihr so wenig Empathie besitzt, um nicht zu erahnen, was das für viele Kinder eurer Mitbürger bedeutet.


    Und Corona, um beim Thema zu bleiben, verschärft dieses Problem nun noch weiter, zum einen, da wir eines der wirtschaftlich am stärksten betroffenen Länder sind, zum anderen aufgrund der nun auf dem EU Gipfel getroffenen Entscheidungen, die das Korsett für die Steuerzahler hierzulande nochmal fester zurren als ohnehin bereits.


    Man kann die deutsche Wirtschaft aufgrund des Exports als Profiteur ansehen, das schon. Aber wenn von diesem Profit nichts beim Bürger hängen bleibt und dieser immer weiter ausgequetscht wird, hilft das dem einzelnen Menschen wenig.


    Ein zugespitztes Beispiel:

    Die chinesische Wirtschaft profitiert auch davon, dass aus dem Westen so viele Produkte von dort nachgefragt werden. Dass das über Arbeitsbedingungen und Wohlstand für den einzelnen Menschen dort wenig aussagt, wissen wir alle aber selbstverständlich nur zu gut.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Coronapolitik ;)

    Aber du hast recht, diese Umverteilung hätte es sowieso gegeben, Corona ist nur der willkommene Anlass. So gesehen eher Politik.

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  • Ist eigentlich schon bekannt, wie viel Tote das höchst skandalöse Verhalten der Ballermanntouristen resultieren ließ? Oder kackt man sich einfach wieder nur aufgrund von (möglichen) Infektionen ein?

    Oh Well. Whatever. Nevermind.

  • Ist eigentlich schon bekannt, wie viel Tote das höchst skandalöse Verhalten der Ballermanntouristen resultieren ließ? Oder kackt man sich einfach wieder nur aufgrund von (möglichen) Infektionen ein?

    Dazu fällt mir nur folgendes ein. Und wirklich verwundern würde es mich nicht, wenn es so abgelaufen ist:


    Wirt erhebt schwere Vorwürfe


    Er selbst sei völlig überrannt worden, zwei Monate lang war in seinem Lokal alles in Ordnung. „Wir sind ja schließlich auch ein Restaurant mit Frühstück und Mittagessen. Wir haben zwar auch abends auf, aber deshalb sind wir keine Kneipe.“

    Nach etwas mehr als zwei Stunden sei alles unter Kontrolle gewesen, seitdem nichts mehr passiert. Bohrmann: „Und wäre Freitag auch nur ein Polizist reingekommen, wäre gar nichts passiert. Das hätte man doch schon am Flughafen merken müssen, dass viele Passagiere landen, die zum Ballermann wollen.“ [...]

    „Da waren so viele TV-Sender da, das waren fast alle. Sogar ein Team aus Holland war vor Ort. Dann sind teilweise Bilder gezeigt worden, die sind fünf Jahre alt. Da hängen Girlanden bei uns im Laden, das muss an Karneval gewesen sein. Sowas hänge ich doch nicht im Sommer auf!“

    Das, in Verbindung mit dem fehlenden Eingreifen der Polizei und dem plötzlichen Eingreifen der Behörden machen ihn mehr als stutzig: „Wir haben seit dem 20. Mai alles dafür getan, dass alles normal und gesittet abläuft. Jetzt kommt es uns vor, als sei bewusst nach Fehlern gesucht worden. Dann gibt es diese zwei, drei Stunden – und plötzlich geht hier eine Hetzjagd los.“


    Kann jeder für sich selbst beurteilen, denke ich.

  • Dass die auf Mallorca die Sauftouristen loswerden wollen ist ja nichts neues. Halte ich für durchaus denkbar, dass man die Gelegenheit jetzt nutzt. Und wenn dann die Kohle ausbleibt, geht das Geschrei nach Hilfsfonds los...

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  • 01.08.


    Berlin, Berlin... wir fahren nach Berlin!


    :thumbup:

    Berlin, Berlin... Attila ist schon in Berlin.


    Googelt man "1.8." und "Corona" bekommt man als ersten Treffer ein YouTube-Video, in dem KenFM mit ernster Mine erklärt, dass Bill Gates unser Grundgesetz bedroht.

  • Aus einem Interview mit einem Kantonsarzt aus dem Kanton Zug. Sein Ansatz zur Frage wer Experte sei erscheint mir sehr treffend. Ohne daraus nun irgendwas ableiten zu wollen.

    Müsste man im Schweizer Polit­system etwas mehr auf die Fach­leute hören? Nimmt man Experten zu wenig ernst?

    Grundsätzlich würde ich das unterschreiben. Es ist vor allem wichtig, auf die Leute an der Front zu hören. Das sind unsere Fühler. Hingegen ist es manchmal schwierig, zu definieren, wer Expertin ist und wer nicht. Je weiter eine Pandemie fortschreitet, desto mehr Experten gibt es. Am Ende werden wir mehr Expertinnen haben als Viren. Bei Corona gilt: Es gibt noch keine Experten. Es gibt nur Leute wie Virologen und Epidemiologinnen, die aus ihrem Fach­gebiet Analogien ziehen können. Man beginnt die Arbeit mit Analogien – und später verwirft man sie wieder. Das ist der übliche Prozess.

  • ein paar Gedanken zur Maskenpficht (bzw. zum "Objekt Maske" selbst)


    mir ist aufgefallen, dass es zur Maske keine genauen Regularien gibt. Man findet lediglich "Empfehlungen", "Handreichungen" und Ähnliches.

    In der Praxis stellt sich "die Maske" für mich wie folgt dar:


    Die Exemplare reichen von "Profi/Hightec-Varianten, bis hin zur "Einfachlösung".


    Letztere konnte ich kürzlich in Gestalt einer äußerst kreativen, "selbstgehäkelten" Öko-Variation bewundern. Dabei war die "Maschenweite" derart gestaltet, dass man in die "Zwischenräume" bequem einen Bleistift hätte einführen können. Offenbar genügte dieses "Modell" aber den "Kriterien" des Supermarktpersonals - Einkaufen war damit nämlich unproblematisch möglich.


    Durchschnittlich hat man es wohl mit der Standard-"OP-Maske" zu tun. Also mit dem Modell, was in "Vor-Corona-Zeiten" für ca. 5-10 Cent das Stück erhältlich war. Auf jeden Fall handelt es sich bei diesem Produkt um einen Ein-weg-Artikel - Einmal nutzen und dann (aus allgemeinhygienischer Sicht) ab in die Mülltonne.

    Was man aber sieht, ist das "Zurschaustellen" der Maske am Innenspiegel von Autos - immer griffbereit für den spontanen Einsatz.


    Beim nächsten "Träger" wird das "Ding" nach Nutzung mit der Hand zusammengeknäuelt, in die Hosentasche verfrachtet und bei nächster Gelegenheit mit viel Brimborium wieder an den Ort des Einsatzes manipuliert.

    Man sieht dann häufig schon deutliche "Gebrauchsspuren", die auf die fleißige Nutzung in der Vergangenheit schließen lassen.


    Lungenfachärzte sprechen deshalb nicht ganz so positiv vom praktischen Umgang mit der Maske. Die Wirkung ist vielfach vergleichbar mit der eines Luftfilters im Auto - irgendwann ist der voll.

    "Voll" ist aber eine Einwegmaske bereits nach dem 1. Gebrauch. weshalb sie danach mehr Feinstäube (und Coronaviren - falls vorhanden) innehat als der gemeine Passant im Großstadtverkehr nach 3-stündigem Aufenthalt - eigentlich ein Fall für die Deutsche Umwelthilfe.


    Mein bisheriges "Highlight" in punkto "Maske" konnte ich gestern bestaunen: Jüngerer Mann (ich nehme an, es handelte sich dabei um einen Studenten der Fachrichtung "Ökologische Agrarwirtschaft" - einen anderen Studiengang gibt es in meinem Örtchen nicht) hatte wohl mal eben "seine Maske" vergessen, war aber wohl für den Jüngling kein Problem.

    Kurz gesagt (und noch schneller getan): sein (nicht mehr ganz blütenweißes) T-Shirt über Mund und Nase gezogen und ab ins Einkaufsparadies - irgendwie geil! :thumbsup:


    Nee, im Ernst - das mit der Maske ist doch eine einzige Farce. Der medizinische Nutzen ist schon grundsätzlich unter Wissenschaftlern umstritten - wird aber in der Praxis ad absurdum geführt!


    Aber offensichtlich kommt es weniger auf die (gesundheitliche) Wirkung an als auf die Symbolik: "es ist nicht vorbei - wir leben in schlimmen Zeiten!"

  • bayernbauer zu deinem maskenbeitrag fehlt noch das entsorgen der Maske überall wo man steht/läuft/parkt usw.

    Ist echt angenehm wenn man auf 100 Meter über gefühlt 238 getragene Masken "klettern" darf.

    Dazu dann noch 78 paar gummihandschuh..... Alles sehr hygienisch

    rot und weiß bis in den Tod

  • Es ist vor allem wichtig, auf die Leute an der Front zu hören. Das sind unsere Fühler. Hingegen ist es manchmal schwierig, zu definieren, wer Expertin ist und wer nicht. Je weiter eine Pandemie fortschreitet, desto mehr Experten gibt es. Am Ende werden wir mehr Expertinnen haben als Viren. Bei Corona gilt: Es gibt noch keine Experten. Es gibt nur Leute wie Virologen und Epidemiologinnen, die aus ihrem Fach­gebiet Analogien ziehen können.

    Drosten und der Tierarzt sind eben keine Leute an der Front. Eher noch Streeck, aber der wird ja schon eher wieder diffamiert. Ganz extrem ist ein Mann wie Dr. Didier Raoult zu sehen, der mit Hydrxycloroquin in Verbindung mit Azithromycin gemäß dem von ihm entwickelten "Marseille Protocol" direkt an der Front sehr überzeugende Erfolge erzielt hat. Sehr zum Leidwesen der großen Pharmaunternehmen, denen dadurch ein Multimilliarden-Business durch die Lappen zu gehen drohte.

    Du magst zwar recht haben, aber meine Meinung gefällt mir trotzdem besser :S

  • Der Tierarzt muss sich ja als Chef der zuständigen Behörde äußern.


    Und Drosten mit seiner Abteilung ist Front-Kämpfer der ersten Stunde. Und auch in Sachen Diffamierung braucht er sich vermutlich nicht hinter Streeck und Co. zu verstecken. Seien wir doch einfach froh, dass wir solche Leute haben!