Julian Nagelsmann

  • Er hat das ja nach ein paar Spieltagen so extrem umgesetzt, weil er gesehen hat, dass das Pressing in der Bundesliga sehr eindimensional und unstrukturiert ist. Man daher relativ leicht die erste Linie überspielen kann und dann Platz ohne Ende hat. Und geht man erst einmal in Führung kommt da nicht mehr viel, weil die spielerische Substanz der Teams erschreckend war.

    MMn hat sich die spielerische Qualität der Bundesliga absolut nicht erhöht in den letzten Jahren. Das Pressing ist flexibler geworden. Jedoch noch immer mit der Idee den Ball zu jagen. Schau nur mal, was Musiala mit Nagelsmanns Pressingmaschine machte und nun stell dir vor, dass wir ein ganzes Mittelfeld haben mit Spielern, die nicht greifbar sind, weil das Passspiel sitzt und das Spiel ohne Ball perfektioniert ist.

    Die Bundesliga würde Pep auch heute wieder mit der Spielidee zerlegen. Aber international siehst du dann kein Land mehr.

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  • Genau das würde ich mir auch wünschen.


    Aber ich frage mich eben, ob sehr gute Mannschaften, die ein modernes Pressing spielen, solche Phasen überhaupt noch zulassen, oder ob der Ansatz der totalen Ballzirkulation, und sei es nur für 15 Minuten, mittlerweile zum Scheitern verurteilt ist.


    Es wäre schön, Nagelsmanns Gedanken hierzu mal ausführlich hören zu können, aber irgendwie wird so etwas von Journalisten leider nicht gefragt.

    Dann schau dir ManCity und Liverpool an- die können das.


    Real kann das ohne „modernes pressing“ auch immer noch.


    Wie oben schon gesagt, es geht auch mMn nicht mehr nur über entweder / oder, sondern wie oder was man in einer jeweiligen Spielphase spielt.


    Pep und Klopp sind doch klassische Beispiele dafür, das man sich sehr erfolgreich von den klassischen Dogmen lösen kann.

  • Dann schau dir ManCity und Liverpool an - die können das.


    Wenn ich mich an das letzte CL-Halbfinale und dann Finale erinnere, finde ich nicht, dass City bzw. Liverpool die Ballzirkulation in wirklich intensiven, engen Phasen des Spiels so richtig gut bzw. erfolgreich umsetzen können.


    Und genau in solchen großen Spielen wäre es ja wichtig.


    Ob ich jetzt in der Liga die meisten Spiele mit Spektakel in Richtung 4:2 oder ruhig runtergespielt im Richtung 2:0 Gewinne, ist ja eher nicht so wichtig.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Aber eine 3:0 Führung sollte ein Spiel entscheiden. 3:0 zur HZ.

    Wir haben halt das Problem, was schon in der zweiten Saison von Flick losging, dass jeder Gegner mittlerweile noch berechtigt glauben kann, dass völlig unabhängig vom Spielstand mit nur mehr Einsatz immer noch etwas gehen kann.

    Wir müssen zurück zu dem FCB, der ein Spiel mit dem 2:0 entscheidet und souverän runterspielen kann, weil der Gegner eben eher Angst hat, dass es eine Klatsche gibt als dass man noch irgendwie einen Punkt holen kann.

    Das ist leider schon einige Jahre her!

  • Dann schau dir ManCity und Liverpool an- die können das.


    Real kann das ohne „modernes pressing“ auch immer noch.


    Wie oben schon gesagt, es geht auch mMn nicht mehr nur über entweder / oder, sondern wie oder was man in einer jeweiligen Spielphase spielt.


    Pep und Klopp sind doch klassische Beispiele dafür, das man sich sehr erfolgreich von den klassischen Dogmen lösen kann.

    beide Mannschaften (Pool und City) zeigten gestern aber kaum Ball Zirkulation bzw. lange Ballbesitzphasen, da geht es permanent hin und her, würde sogar soweit gehen, dass Pool mit etwas weniger Ballbesitz deutlich schöner anzusehen war und vor allem zu deutlich mehr Chancen kam als City. Ich schließe mich da doch der Meinung an, dass die Zeit, des Ballbesitzfussballs einfach auch zu Ende geht und es schon sehr schwierig ist/wird, sich an dieser Spielidee zu orientieren.

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  • Was ist daran so schwer zu verstehen?

    Es geht nicht um entweder/oder sondern um sowohl als auch, je nach Phase. U d natürlich hat Liverpool eine Phase gehabt wo sie das Ding kontrolliert haben, Mancity hat nach Einwechselungen dann noch einmal Druck gemacht.

    Man kann doch top Teams nicht permanent total dominieren und kontrollieren.

    Wer konnte das denn jemals?


    Real hatte mal vor Jahren eine Phase wo sie das Spiel auch ohne Ball gut kontrollieren konnten, aber nicht durch Gegenpressing oder Tiefstehen sondern durch exzellentes Verschieben und Druck zur richtigen Zeit auf den Ballführenden

  • Was ist daran so schwer zu verstehen?

    Es geht nicht um entweder/oder sondern um sowohl als auch, je nach Phase. U d natürlich hat Liverpool eine Phase gehabt wo sie das Ding kontrolliert haben, Mancity hat nach Einwechselungen dann noch einmal Druck gemacht.

    Man kann doch top Teams nicht permanent total dominieren und kontrollieren.

    Wer konnte das denn jemals?

    Peps Teams konnten das, die Zeit und vor allem das Spiel haben sich halt wieder deutlich verändert. Achja und die Spanier in Ihrer Dominanz Zeit 2008 bis 2012 mit 2x Europameister und 1x Weltmeister. Die kriegen seit 2012 auch nichts besonderes mehr gebacken.
    Ich wehre mich ja nicht gegen Ballbesitz, den Kader dazu muss man halt auch haben. Beginnend in der Abwehr, Upa Hernandez Pavard sind alles keine Spieler, die den Ballbesitz in sich drinnen haben, dass muss man halt auch mal sagen.

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  • Man kann doch top Teams nicht permanent total dominieren und kontrollieren.

    Bezogen auf den FCB würde ich mir wünschen, dass auf Ballbesitz ausgelegter Fußball vielleicht nicht wieder zum unumstößlichen Status quo, aber zumindest wieder zur Option wird. Es gab vergangene Saison so viele Spiele, in denen ich mir gewünscht hätte, dass die Mannschaft einen Vorsprung mit langen Ballbesitzphasen einfach nur verwaltet, den Gegner laufen lässt und eigene Kräfte schont. Gestern wäre auch so ein Spiel gewesen, in dem ich gern gesehen hätte, dass der FCB den Ball und RB Leipzig in der zweiten Halbzeit einfach laufen lässt. Das ist ungemein naheliegend und effektiv. Dass das für Nagelsmann aber offenbar keine Option ist, stört mich schon sehr.

  • Bezogen auf den FCB würde ich mir wünschen, dass auf Ballbesitz ausgelegter Fußball vielleicht nicht wieder zum unumstößlichen Status quo, aber zumindest wieder zur Option wird. Es gab vergangene Saison so viele Spiele, in denen ich mir gewünscht hätte, dass die Mannschaft einen Vorsprung mit langen Ballbesitzphasen einfach nur verwaltet, den Gegner laufen lässt und eigene Kräfte schont. Gestern wäre auch so ein Spiel gewesen, in dem ich gern gesehen hätte, dass der FCB den Ball und RB Leipzig in der zweiten Halbzeit einfach laufen lässt. Das ist ungemein naheliegend und effektiv. Dass das für Nagelsmann aber offenbar keine Option ist, stört mich schon sehr.

    Genau so sehe ich das auch. Diese Fähigkeit fehlt uns im Prinzip schon seit 2019.

    Reiner Weltverein, ma' sag'n!

  • Nun sitzen da so viele echte Topstars dass auch 5 Wechsel nicht reichen, um allen Minuten zu geben. Da wird es sogar Härtefälle geben da nicht mal alle in den Spieltagskader dürfen..

    Den Spruch haben wir doch jetzt von Ulinigge schon ungefähr 5 Jahre lange gehört.... "wenn zu viele Superstars auf der Bank sitzen, gibt es Probleme", als Ausrede dafür, dass auf mehreren Positionen alles gefehlt hat....


    Ich bin da eher bei Kahn: Wer auf der Bank sitzt, muss sich halt reinkämpfen, dass kann der Kaderstärke nur gut tun.

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  • Es ist schön, dass der FCB wieder das Problem hat. Spieler müssen nun wieder etwas mehr zeigen, auch wenn sie nur 20 Minuten bekommen. Und Kadermanagement war schon immer eine wichtige Aufgabe eines FCB-Trainers.

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  • War auch immer eine Stärke unseres Vereins, dass kaum ein Spieler wirklich sicher sein konnte, zu spielen. Hitzfeld musste Sforza auf die Bank setzen und vorne zwischen Elber, Santa Cruz, Zickler, Sergio und Jancker entscheiden, als wir 2001 die Champions League gewonnen haben. Da waren mit Effenberg, Kahn, Lizarazu und Elber auch einige Spieler gesetzt, die das aber mit Leistung zurückgezahlt haben. Ich habe noch nie verstanden, warum das heute plötzlich ein Problem sein soll.

    Reiner Weltverein, ma' sag'n!

  • War auch immer eine Stärke unseres Vereins, dass kaum ein Spieler wirklich sicher sein konnte, zu spielen. Hitzfeld musste Sforza auf die Bank setzen und vorne zwischen Elber, Santa Cruz, Zickler, Sergio und Jancker entscheiden, als wir 2001 die Champions League gewonnen haben. Da waren mit Effenberg, Kahn, Lizarazu und Elber auch einige Spieler gesetzt, die das aber mit Leistung zurückgezahlt haben. Ich habe noch nie verstanden, warum das heute plötzlich ein Problem sein soll.

    War nie ein Problem. Ist es auch heute nicht. Uli hat das nur gerne als Ausrede genommen um nicht ins finanzielle Risiko gehen zu müssen.


    Heutzutage werden Leistungen zudem deutlich mehr unter die Lupe genommen. Grade durch das Internet und die vielen Portale, die Leistungen festhalten (das Forum selbst ist das ja auch in einer gewissen Art und Weise).


    Heute werden den Spielern auch gewisse Schwächeperioden gar nicht mehr zugestanden. Das beste Beispiel ist grade Kimmich. Ein halbes Jahr nach einer Corona-Infektion reicht bei einigen, dass nun ein 19jähriger den Stammplatz bekommen soll.

    Bei Müller haben einige auch immer wieder den Abgesang angestimmt....


    Kurzum. Ich finde es auch gut, dass es wieder mehr Konkurrenzkampf gibt. Man sollte sich jedoch nicht der Illusion hingeben, dass dies für alle Spieler gilt. Auch in diesem Team gibt es mindestens 3 Spieler, die verdammt viel machen müssten, um dauerhaft auf der Bank zu sitzen.


    Diese Spieler heißen Neuer, Müller und Kimmich. Wahrscheinlich auch Mane sofern er nicht floppt.


    Das kann man gut oder schlecht finden, es ist aber auch irgendwo logisch, dass man diese Achse benötigt. Hat jeder Trainer. "Untouchables" haben auch Klopp und Pep heutzutage noch in ihren Teams.

  • Das kann man gut oder schlecht finden, es ist aber auch irgendwo logisch, dass man diese Achse benötigt. Hat jeder Trainer. "Untouchables" haben auch Klopp und Pep heutzutage noch in ihren Teams.

    Und vor allem auch Flick, der in meinen Augen auch ein Paradebeispiel dafür ist, wie man den Mannschaftserfolg auf einer extrem starken Achse mit sehr viel Lobby aufbaut. Meines Erachtens war eben diese extrem starke Achse auch dafür verantwortlich, dass das Team so einem Strang gezogen hat und man auch so erfolgreich sein konnte. Es ist natürlich die Frage, wie lange das gut gegangen wäre, weil die Achse wohl aus 7-8 praktisch unantastbaren Spielern bestand, aber für die Situation, die wir damals hatten, war das perfekt. Mehr kurzfristiger Erfolg geht halt eben nicht.


    Sehe das auch so: Eine Achse aus Etablierten ist vollkommen normal und richtig. Und man muss sich, wenn man einen breiten Kader möchte, auch damit abfinden, dass es immer Spieler geben wird, die mutmaßlich ungerechtfertigterweise auf der Bank sitzen. Das muss einem vor allem auch dann klar sein, wenn man den ein oder anderen Liebling hat. Das muss man einfach realistisch sehen. Qualität in der Breite heißt halt auch, dass da nicht nur Sarrs, Rocas und Choupos auf der Bank sitzen, die man quasi für immer ohne großen Stress ignorieren kann, sondern eben auch Goretzkas, Gravenberchs, Sanés, Comans oder Upamecanos.

  • Das beste Beispiel ist grade Kimmich. Ein halbes Jahr nach einer Corona-Infektion reicht bei einigen, dass nun ein 19jähriger den Stammplatz bekommen soll.

    Ich denke, niemand fordert einen Stammplatz für Gravenberch. Aber wenn Kimmich weiterhin Grütze spielt muss man halt mal was anderes versuchen.

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  • Und vor allem auch Flick, der in meinen Augen auch ein Paradebeispiel dafür ist, wie man den Mannschaftserfolg auf einer extrem starken Achse mit sehr viel Lobby aufbaut. Meines Erachtens war eben diese extrem starke Achse auch dafür verantwortlich, dass das Team so einem Strang gezogen hat und man auch so erfolgreich sein konnte. Es ist natürlich die Frage, wie lange das gut gegangen wäre

    Nicht mehr als ein halbes Jahr, wie wir gesehen haben.

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  • Die Hoffnung und Wahrscheinlichkeit ist groß, das auch deLigt sehr bald zu dieser Achse gehört (gehören muss).