Weltmeisterschaft 2022 in Katar

  • Meines Erachtens sind Sichtweisen wie Deine egozentriert. Sie sind legitim und nachvollziehbar, aber unmaßgebend. Dieser Tage sagte Fußballjournalist Ronald Reng bei der Deutschen Welle, dass 3,5 Milliarden Menschen die WM verfolgen. Das sind mehr als je zuvor. Das Interesse am Fußball wächst global, die WM ist noch vor den Olympischen Spielen das erfolgreichste Unterhaltungsprodukt des Planeten.


    Dass das Zuschauerinteresse in Deutschland und gegebenenfalls in wenigen anderen der westlichen Industriestaaten zurückgeht, mag so sein; das ist global betrachtet aber nicht relevant. Daher ist es auch keine Überraschung, dass kolportierte 207 von 211 Fifa-Mitgliedsstaaten Infantino bei der anstehenden Wiederwahl ihre Stimme geben wollen. Er liefert eben, was gewünscht wird: Umsatz. Das Wie ist den meisten Staaten völlig egal.


    Die Fifa ist in dieser Hinsicht vergleichbar mit der katholischen Kirche: Viele in Deutschland raufen sich angesichts der Halsstarrigkeit des Vatikans die Haare. Aber weltweit brummt das Geschäft wie eh und je. Da ist die Meinung von einigen Millionen westlichen Katholiken einfach völlig irrelevant.

    Ich habe ja extra geschrieben, dass ich nicht das Maß aller Dinge bin. Ich schildere nur mein persönliches Empfinden.


    Von mir aus kann die FIFA auch 72 Mannschaften zur WM reisen lassen, ich kann dann nur für mich sprechen, dass ich noch weniger Fußball gucken werde. Dass das den Infantinos dieser Welt (sicher zu Recht) am Allerwertesten vorbeigeht - geschenkt. Für mich steht sportliche Qualität im Vordergrund und die zweifle ich halt an, wenn man alles immer weiter aufbläht. Es macht mich fußballmüde.


    Man kann ja vielleicht mal schauen, wie Spieler wie de Bruyne oder van Dijk beispielsweise die Nations League sehen. Das sind nur zusätzliche Spiele. Auf das Befinden derjenigen, die das Ganze spielen müssen, wird ein Haufen gelegt. Hauptsache, die Kohle stimmt. Die Nations League bringt den Verbänden zig Millionen Euro - nur Bock haben viele Spieler auf diese wahnsinnig engen Terminkalender nicht mehr. Ich weiß nicht, ob das die Richtung ist, in die sich der Fußball entwickeln sollte. Aber ich werde das nicht aufhalten, das ist mir schon klar. Ich kann für mich daraus nur Konsequenzen ziehen.

    Reiner Weltverein, ma' sag'n!

  • Rodeo_Baierlorzer


    Und noch als Zusatz zu deinem guten Beitrag: Die FIFA und vor allem die Sponsoren (auch die europäischen) können die Kritik in Westeuropa verkraften, da man nun endlich auch einen Zugang zum nordamerikanischen Markt bekommen hat mit Rekordeinschaltquoten (und auch Australien), was die fehlenden Millionen an Konsumenten in Westeuropa locker kompensiert und das genau 4 Jahre bevor das Turnier dort ausgetragen wird. Geht doch alles auf. Und letztlich wird auch die UEFA, die wie immer öffentlich protestiert, hinter den Kulissen mehr als dankbar sein, dass noch mehr Geld fließt.

    Die USA haben die WM genauso gekauft wie die Qataris, nicht direkt über ihre Politik(er) sondern über ihre Wirtschaftsmacht. Money makes the world go round wer weiß das besser als die Amerikaner.

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  • Na ja, das hatte ich ja als These aufgeworfen. Im Nachgang womöglich nicht ganz falsch.


    Aber in ein Spiel zu gehen mit dem Ziel, den Gegner 8:0 zu schlagen, ist vermutlich dennoch keine gute Idee. Kein Vorwurf in diese Richtung!


    Das Turnier wurde im ersten Spiel verloren. Besser gesagt: vor dem ersten Spiel.

    Wir sind da im Grunde nicht so weit auseinander. Natürlich ist das Kind schon in Japan in den Brunnen gefallen.


    Aber wenn die Ausgangslage vor Costa Rica so ist, wie sie ist, dann kann es in meinen Augen nur ein Ziel geben: 8:0. Das sollte selbstverständlich nicht nach außen kommuniziert werden, aber intern hätte diese Parole ausgegeben werden sollen. Denn nur wenn du so ein mountevereskes Ziel VORHER denkst und dich damit befasst, kannst du es dann auch NACHHER im Spiel erreichen. Alles andere ist Vabanque. Nimm doch nur einen Weltcupläufer im Slalom her: Die sitzen vor dem Start mit geschlossenen Augen im Schnee und fahren in Gedanken den Hang runter - und sicher nicht nach dem Motto "Oh je, wie komm' ich da irgendwie durch?", sondern bestmöglich und in direkter Linie. Diese Visualisierung des maximalen Erfolgs ist eine der Voraussetzungen für eine spätere Realisierung zwischen den Torstangen. Und wenn ich so eingestellt und so gierig bin, hätte es auch keinen Aufwacheffekt gegeben, wenn es im Parallelspiel dann doch nicht so läuft wie erhofft: "Oh verdammt, nur noch eine halbe Stunde und wir brauchen sechs, sieben, acht Tore". Dieses Aufwachen und der Druck, der daraus entsteht, wenn sich die Lage ändert, das legt den Grundstein für tatsächliches Versagen.


    In meinen Augen hat ein solches Postulieren des Maximalerfolgs nicht einmal mit Mut zu tun. Sondern mit Vorbereitung auf das Nötige. Kann man trotzdem scheitern? Ja, klar, selbstverständlich, es kommen ja auch nicht alle, die vorher sich einen Sieglauf ausgemalt hatten, den Skihang fehlerfrei runter. Aber ich habe es wenigstens versucht. Und das, das Maximale nicht versucht, nicht gedacht, nicht der Mannschaft eingeredet zu haben, das mache ich Flick zum Vorwurf.

  • Nun ja 2 mal nacheinander in der Gruppenphase ausgeschieden, evtl. sollten wir mal einfach anerkennen, dass wir mit der NM nicht konkurrebzfähig sind.

    International in der CL, EL ja aber mit der NM eben nicht.

    Liegt wahrscheinlich an den internationalen Topstars, welche sich in der Liga tummeln.

    Auf gehts ihr roten

  • Meines Erachtens sind Sichtweisen wie Deine egozentriert. Sie sind legitim und nachvollziehbar, aber unmaßgebend. Dieser Tage sagte Fußballjournalist Ronald Reng bei der Deutschen Welle, dass 3,5 Milliarden Menschen die WM verfolgen. Das sind mehr als je zuvor. Das Interesse am Fußball wächst global, die WM ist noch vor den Olympischen Spielen das erfolgreichste Unterhaltungsprodukt des Planeten.


    Dass das Zuschauerinteresse in Deutschland und gegebenenfalls in wenigen anderen der westlichen Industriestaaten zurückgeht, mag so sein; das ist global betrachtet aber nicht relevant. Daher ist es auch keine Überraschung, dass kolportierte 207 von 211 Fifa-Mitgliedsstaaten Infantino bei der anstehenden Wiederwahl ihre Stimme geben wollen. Er liefert eben, was gewünscht wird: Umsatz. Das Wie ist den meisten Staaten völlig egal.


    Die Fifa ist in dieser Hinsicht vergleichbar mit der katholischen Kirche: Viele in Deutschland raufen sich angesichts der Halsstarrigkeit des Vatikans die Haare. Aber weltweit brummt das Geschäft wie eh und je. Da ist die Meinung von einigen Millionen westlichen Katholiken einfach völlig irrelevant.

    Und die Konsequenz? Einfach einen Fick drauf geben und gedankenlos mitkonsumieren?

  • Und die Konsequenz? Einfach einen Fick drauf geben und gedankenlos mitkonsumieren?

    Nein, so konsequent sein, wie sonst auch. Heizung aus, nur noch zu Fuß gehen, Schafswolle aus der Schafszucht vom Schäfer nebenan selbst schneidern, kein Fleisch mehr :P


    Du wirst die Situation in anderen Ländern durch den Boykott selbst nicht ändern. Und den moralischen Zeigefinger brauchen wir auch nicht zu zeigen. Das bringt am Ende nur Gespött aus allen anderen Ländern, weil wir ansonsten eben ggf. als große moralische Redner bekannt sind, dies aber unsere Handlungen nicht widerspiegeln.


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  • Das eine ist die Sicherstellung von Standards oder gar die Erfüllung von Grundbedürfnissen.


    Das andere ist Fußball. Das hat einfach keine Vergleichsebene. Der Sport muss seine eigene Werte schaffen und hat ganz andere Probleme zu lösen als die Politik oder Hersteller von Nahrungsmitteln, Autos und Klamotten.

    Repost. Aus Gründen.

  • Man könnte sich auch wieder den aktuellen Dingen zuwenden:


    "Vom 9. Dezember bis zum 3. Januar 2023 läuft beim FC Bayern dann die reguläre Winterpause. Im Anschluss daran geht es am 6. Januar in ein sechstägiges Trainingslager nach Doha."


    In DOHA! ! Mit Sponsor. Dreck.staat! Sooo viel besser als PSG sind wir hier auch nicht, so lange man sich nicht von Q-Airways trennt und einen anderen Ärmelsponsor findet. Als ob das so schwer wäre. Da stehen doch die Firmen Schlange.

  • Thomas Hitzlsperger gerade in der ARD: Beim nächsten Turnier politische Themen VOR Turnierbeginn klären.


    Stimme ich vollumfänglich zu.

    Ich nicht.


    Angenommen im Turnierverlauf gibt's irgendeinen Vorfall zu den bekannten Kritikpunkten, schweigt man den dann tot, weil man ja schließlich vor Turnierbeginn schon alles geklärt hat?

    Das wäre mit Sicherheit das, was der Gastgeber wollen würde.

    Noch ist das Turnier nicht vorbei und der Gastgeber kann noch mehrfach reinscheißen.

    Und darüber würde zurecht berichtet werden.

  • Realitätsferner gehts wohl nicht. Und was heisst klären? Gemeinsamer Konsens und dann gut ist. Vermutlich von Deutschland für die Welt. :rolleyes:

    Ich glaube, dass er so nicht verstanden werden will. Wobei es natürlich hilfreich wäre, den Kontext zu kennen.

    Reiner Weltverein, ma' sag'n!

  • Wenn Bierhoff und Flick in die Euro 2024 gehen, ist das schon jetzt eine Totgeburt

    Wenn beide den Arsch in der Hose hätten müssten sie ihr Amt von allein niederlegen.
    Nur fehlt denen die Selbsterkenntnis.
    In dieser Konstellation reissen wir auch bei der EM nix und sind dann immer noch auf den selben Stand wie heute.
    Da gehoert beim DFB einfach mal radikal aussortiert und auch Leute hin die mal den Finger in die Wunde legen.
    Das ist ein Klüngel dort wo sich die Posten ( gute Freunde) zugeschoben werden.
    Wer hat denn ernsthaft erwartet das mit Flick alles besser wird? Die Quali war doch ein Witz wo man vergessen und verschleiert hat gegen welche Gegner wir da gespielt haben.
    In der Nations-League hat sich doch dann eindeutig abgezeichnet wohin die Reise tatsächlich hingehen wird.
    Das Ergebnis haben wir doch nun gesehen.
    Der Misserfolg kommt nicht von ungefähr sondern hat sich klar abgezeichnet.
    Mit einem Manager der seit Jahren an seinem Posten klebt,mit einem gehypten hilflosen Trainer der ausschliesslich nur von einer Topmannschaft damals wie den FC Bayern profitiert hat!!

    Nicht seiner Klasse wegen, sondern weil ein von Kovac befreites Team dann seine Klasse gezeigt hat und ein Selbstläufer war. ;-)

  • Genau alles Selbstläufer - und XYZ kann das auch -. Verstehe ja die Kritik, die jetzt an ihm aufkommt, zumindest zum Teil, aber kleiner machen, was er hier geleistet hat, muss auch nicht sein. Erinnere hier nicht nur an die Titel, sondern auch daran, dass Musiala ihn als einen Mentor sieht.

  • Genau alles Selbstläufer - und XYZ kann das auch -. Verstehe ja die Kritik, die jetzt an ihm aufkommt, zumindest zum Teil, aber kleiner machen, was er hier geleistet hat, muss auch nicht sein. Erinnere hier nicht nur an die Titel, sondern auch daran, dass Musiala ihn als einen Mentor sieht.

    Seh ich leider etwas anders, aber jeden seine Meinung. Der hatte zu dieser Zeit eine Top-Mannschaft beinander. Die Namen kennen wir.
    Ich kann mich noch gut erinnern was wir oft geschimpft haben wegen seiner Aufstellungen, Wechsel und vorallem wann diese statt gefunden haben !!

    Ähnliches konnten wir nun in der Nati bewundern. Planlos.

  • mit einem gehypten hilflosen Trainer der ausschliesslich nur von einer Topmannschaft damals wie den FC Bayern profitiert hat!!

    Nicht seiner Klasse wegen, sondern weil ein von Kovac befreites Team dann seine Klasse gezeigt hat und ein Selbstläufer war. ;-)

    :thumbsup:

  • fanfan50


    ...wozu dann überhaupt Trainer? ;)


    Völliger Unsinn! Hansi Flick ist genauso fehlbar wie Jürgen Klopp, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti oder irgendein anderer Coach. Alle erfolgreichen Trainer hatten eine mehr oder weniger starke Truppe, mit der sie antreten konnten. Manche Coaches haben Spuren hinterlassen. Bei uns zum Beispiel vanGaal. Er schaffte es, unser Spiel auf Positionsspiel umzustellen. Nach dem ersten Jahr Pep bei uns, der das Ganze noch verfeinert hat, ist Deutschland Weltmeister geworden. Da hatte sich ein neuer Spielgedanke etabliert. In der ganzen Bundesliga.


    Dass die Befreiung von Kovac den CL Titel für jeden beliebigen Trainer möglich gemacht hätte, das ist lächerlich. Denn, wie Jupp, so gelang es auch Hansi Flick schnell, das Ruder nach dem desaströsen Kovac herumzureissen. In der Nationalmannschaft fehlen Flick einfach - mindestens - eine vernünftige Abwehr und ein Mittelstürmer. 2014 hat wenigstens Philip Lahm die Rechtsverteidigung übernommen und hat Klose nochmal ein Highlight-Jahr gehabt.


    Aber ganz ehrlich? Wenn das zweite Tor der Japaner nicht gegeben wird, dann diskutieren wir hier nichts von dem. Dann duseln wir uns vielleicht gegen Marokko ins Viertelfinale und gegen Schweiz oder Portugal ins Halbfinale, wo wir gegen Frankreich oder England rausfliegen. Dann wird das alles als Riesenerfolg "mit dieser jungen Mannschaft" verkauft. - Did not happen.


    Flick hatte einfach die BVB-IV. Dazu Außenverteidiger, die besserer Durchschnitt sind. Spiele, die nach klarer Führung plötzlich ins Gegenteil kippen sind mir als FCB Fan auch nicht neu. Die "Achse" Kimmich-Goretzka war alles andere als überzeugend. Nur Jamal hat gezeigt, was für ein Weltklasse-Spieler er ist.


    Diese WM war Schaisse, seit sie 2010 dorthin verkauft wurde. Hansi Flick hin oder her.