Posts by derphilosoph

    Auch wenn man aus dem Albtraum nun endlich aufgewacht ist, bleiben doch noch etliche Fragen offen. Ich kann nach wie vor nicht verstehen, wie man auch nur im Entferntesten denken konnte, Kovac wäre für die doch sehr sensible Phase des vielzitierten Umbruchs die richtige Personalie. Wenn man vor hat, historische Investitionen in die Auffrischung und Verstärkung des Kaders zu stecken, so sucht man sich doch einen Übungsleiter, der in der Lage ist, in die Zukunft zu blicken und einen solchen Umbruch mitzugestalten. Kovac hingegen ist im Idealfall eher der Typ Trainer, den man holt, wenn man mit bescheidenen Mitteln versucht, sich über Kampf von Spieltag zu Spieltag zu hangeln. Es würde mich wirklich interessieren, was insbesondere UH sich davon erwartet hat. Es hätte besser oder noch schlechter laufen können, aber für die anstehenden Aufgaben war er der Falsche und wäre es auch im best-case gewesen. Möge man bei der aktuellen Trainersuche mit etwas mehr Weitsicht zu Werke gehen.

    Gab sich und hatte Mühe, obwohl ich mir bei Ersterem nicht ganz sicher bin...


    Hauptsache er ist weg, darüber dürften sich bis auf 2-3 User alle freuen. Eine solche Einigkeit ist ja auch was sehr Schönes. Hoffentlich sieht das Bild nach der Trainerfindung ebenso aus.

    Das wäre der Gipfel der Dummheit, wenn man eine OP aufschieben würde, damit er gegen Piräus spielen und vielleicht gegen den BVB nochmals Kovacs Gnadenfrist verlängern kann. So dumm, dass es eigentlich fast eintreffen muss. Man dürfte sich nicht mal wundern, wenn er sich dabei noch eine schwere Verletzung zuzöge...

    Das ist wie in einer Beziehung, die einfach nicht mehr funktioniert. Wenn man das weiss, gibt es keinerlei Grund, sie noch ein paar Wochen oder Monate weiterzuführen. Dabei wird nur das Leid aller vergrössert.


    Genau das tun wir nun. Was sollte es bringen, Kovac noch ein paar Spiele zu geben? Es ist nur verlorene Zeit, die man besser nutzen könnte, die Schäden zu reparieren.

    Nana, jetzt wird Lewandowski eigewechselt und der schiesst mindestens zwei Tore. Dann kann sich Kovac für sein goldenes Händchen feiern lassen und Uli über die unglaubliche Qualität unserer Ersatzbank schwadronieren.


    Vielleicht folgt dann auch noch eine kleine Medienschelte à la ‚Ihr erwartet, dass wir jeden Gegner 10:0 wegfegen. Aber im Pokal gibt es keine Kleinen mehr! Die Bochumer haben mit dem Messer zwischen den Zähnen gespielt, aber wir haben den Kampf angenommen!‘. So etwas in der Art befürchte ich. ;)

    Rauschberg


    Das Problem sehe ich natürlich auch. Der Liga-Titel ist grundsätzlich auch der ehrlichste, weil man eine ganze Saison lang konstant gut spielen muss und nicht auf glückliche Auslosungen oder die Tagesform spekulieren kann. Das ist aller Ehren wert, wenn man sich dabei gegen Real oder Liverpool durchsetzen muss, wird aber arg entwertet, wenn man bloss gegen Alibi-Konkurrenz spielt.

    Aber klar kann man nicht gegen aussen sagen, dass man den Titel ja eh gewinnt. Aber zumindest intern sollte der Anspruch sein, dass man nicht nur irgendwie gewinnt, sondern dominant und daneben auch noch das eigene Spiel weiterentwickelt. Unsere Spieler sind ja durchaus lernbegierig und sprechen auf solche Zusatzziele an, wie man unter Pep gesehen hat.


    CA hatte durchaus recht, als er sagte, Bayern gewinne den Titel auch mit den Händen in den Hosentaschen. Aber damit geht halt unweigerlich auch ein Zerfall der Spielkultur einher.

    Ribery wird es nie lernen, weil er auch gar nicht wirklich einsieht, dass er damit nur sich selbst und dem Team schadet. Hat er nicht sogar im CL-Finale gegen Dortmund noch eine Ohrfeige verteilt?


    Eigentlich verrückt, dass der nicht mehr rote Karten gesehen hat in seiner Karriere.

    Die Bundesliga ist in der Spitze einfach richtig schwach, vergleichbar mit Italien. Es gibt genau ein einziges Team, welches einen Weltklasse-Kader hat, der Rest ist mehr oder weniger Beigemüse. Bei uns gibt es den BVB und in Italien gerade Inter, die den Grossen etwas ärgern können, wen er eine schlechte Saison spielt.


    Die löbliche Ausnahme waren die Jahre unter Klopp, da waren wir für eine kurze Zeit richtig gefordert, teilweise sogar zu sehr. Aber kein Team in der BuLi hat die Kohle, ein wirklich kompetitives Team zusammenzustellen und vor allem zusammen zu halten.

    Wird heuer ein anderes Team Meister, dann einzig aufgrund einer schlechten Leistung unsererseits. Das heisst nichts anderes, dass ein Titel für Bayern einfach Normalität und das Minimalziel ist. Das ist meines Erachtens schade, ich hätte sehr gerne spanische oder englische Verhältnisse. Dann wäre der Titel auch wirklich ein Grund zum feiern und Zeichen für eine starke Leistung.


    Deshalb darf der Gewinn der BuLi für uns niemals der Hauptgewinn sein. Wenn man zu stark für die heimische Liga ist, muss man sich halt andere Ziele setzen: Talente entwickeln, Spielideen ausprobieren, Stars für die CL schonen etc. Dies ist ein Luxus, welchen sich Real, Barca, Liverpool und Co. nicht leisten können, da jeder Punkt in der Liga enorm wichtig ist.


    Stattdessen quälen wir uns mit Ergebnisfussball, lassen die Talente links liegen und trauen uns kaum zu rotieren, weil wir auch in dieser Scherzliga bis zum Schluss kämpfen müssen. Dadurch fehlt dann natürlich die Entwicklung des Teams, die es bräuchte, um in der CL konstant weit zu kommen.


    Langer Rede, kurzer Sinn, der blosse Gewinn der Liga darf bei uns absolut kein Grund sein, an einem Trainer festzuhalten.

    Ich frage mich ja daher, ob er in einem richtigen System besser als James in seinem ersten Jahr spielen kann (dass er besser als jetzt spielen kann, steht ausser Frage). Denn kann er dies nicht, wäre es schon etwas fragwürdig, 100 Mio. rauszuballern, wo man auch einen James für 40 Mio. hätte haben können.

    Natürlich leidet er unter dem fehlenden System. Aber bisher habe ich auch noch nicht erkennen können dass er besser als James in seinem Jahr spielen könnte. Von daher ist es für mich schon sehr fraglich, ob wir ihn wirklich für um die 100 Mio. kaufen würden, selbst wenn er sich noch stark steigerte.


    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Geld besser in einen Winger von Weltklasseformat wie Sané (sofern er wieder sein volles Niveau erreicht) investiert werden sollte.

    Unabhängig von der Verletzung bin ich mir auch noch nicht so sicher, wie gut Hernandez wirklich ist bzw. werden kann. Aber meine Sorge ist relativ gross, dass wir das Geld im Nachhinein besser hätten investieren können, denn bei diesem Preis muss ein Transfer wirklich richtig einschlagen. Und es ist nun mal nicht zu leugnen, dass unser System sich grundlegend von dem Madrids unterscheidet. Alleine die Tatsache, dass Uneinigkeit darüber herrscht, ob er nun AV oder IV ist, finde ich nicht gerade beruhigend. Wobei er m.E. bei einem offensiv dominanten Team niemals den AV geben sollte. Dafür ist er nach vorne - wie auch Pavard - viel zu harmlos.


    Ohnehin verstehe ich nach wie vor nicht, wieso man diesen Rekordtransfer ohne richtigen Bedarf mehr oder weniger nebenbei durchgezogen hat. Nachdem man zuvor jahrelang immer wieder hat verlauten lassen, man würde die Verrücktheiten allerhöchstens mitmachen, wenn wirklich alles perfekt passe.

    Diese Verletzungsseuche schon so früh in der Saison ist unglaublich.


    Hernandez scheint da perfekt in unsere Historie zu passen. Wird schon verletzt gekauft und verletzt sich jetzt, kaum langsam fit geworden, wieder ernsthaft. Ich hoffe nur, er kann diese Saison noch zu Bestform kommen. Wichtig ist jetzt erst einmal, dass er erst wieder spielt, wenn alles ausgeheilt ist.

    Dass Kovac hier zu Recht keine lange Zukunft mehr vor sich hat, dürfte doch jedem Klar sein. Entweder er wird im Winter oder dann aber nach der Saison verabschiedet, sofern er nicht gerade die CL gewinnen sollte. Dass man in eine dritte Saison mit ihm gehen könnte, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Idealerweise wäre man diese unheilvolle Liaison natürlich gar nie eingegangen oder hätte sie bereits Ende der letzten Saison beendet.


    Von daher stellt sich eigentlich nur die Frage, wie man diese Saison am besten über die Runden bringen kann, ohne viel Porzellan zu zerdeppern. Am liebsten wäre mir, man würde im Winter eine Übergangslösung installieren und gleichzeitig für den Sommer ETH klar machen. Sollte Letzteres geschehen, dann könnte von mir aus auch noch Kovac die Saison beenden. Aber für die Mannschaft sehe ich darin keinen Mehrwert.

    Ne, wieso? Bei einer Kreuzbandverletzung dieser Art ist sogar sehr häufig der Meniskus mit betroffen, das ist noch kein Weltuntergang. Der Meniskus selbst heilt nur langsamer, weswegen sich dadurch alles ein wenig verkompliziert. Bei Javi war ja quasi alles kaputt.

    Na, dann bin ich ja "froh". Ich dachte, viel mehr als Kreuzband und Meniskuss könne eigentlich gar nicht kaputt gehen. Aber offenbar waren bei Javi auch noch die Aussenbänder und eine Kapsel in Mitleidenschaft gezogen, wie ich gerade gelesen habe.

    Es ist einfach unglaublich, was für ein Pech wir mit schweren Verletzungen haben. Wie bei Javi liegt also womöglich ein Totalschaden im Knie vor.


    Zum einen ist das einfach nur unglaublich traurig für Süle, der schon in jungen Jahren mit so viel Verletzungspech kämpfen muss.


    Zum anderen bedeutet dies für den Verein, dass man wohl einen weiteren Spieler im Kader hat, hinter dessen Gesundheit grosse Fragezeichen stehen. Ich befürchte langsam, wir werden diesen Fluch nie mehr los.

    schnitzel


    Richtig ist, dass Uli schon immer ein Dampfplauderer war und sehr viel mit dem Zweihänder operiert hat. Falsch ist m.E., dass man ihm dies alles durchgehen lassen soll, weil er es ja schon immer so gemacht hat.


    Heute hört man auch inhaltlich fast nur noch Unsinn von Uli. Weiter hinken wir unseren Ansprüchen gemessen am Etat deutlich hinterher. Zudem hat Uli seinen Kredit als Moralapostel im wahrsten Sinne des Wortes verspielt. Das sind alles Gründe, die es aus meiner Sicht immer schwieriger machen, über Ulis Stammtischgehabe hinwegzuschauen.


    Er hat viel Grosses geleistet, war aber in meinen Augen immer schon ein sehr schwieriger Charakter. Heute bleibt nur noch der schwierige Charakter. Das ist dann einfach zu wenig, um ihn dafür abzufeiern. Wie so vielen ist Uli der Erfolg wohl in den Kopf gestiegen und er hält sich für grösser als das Leben.