Posts by derphilosoph

    Da soll noch einer dieses Team verstehen. Da rumpelt man sich von Spieltag zu Spieltag und heute so eine tolle Leistung. Was mit Arsenal in der zweiten Hälfte los war, will sich mir zwar nicht so recht erschliessen, aber den Dauerdruck, den wir entfacht haben, war schon erstklassig.


    Abgesehen von der Splapstickeinlage beim 1:1 eine sehr konzentrierte Leistung. Dazu hat das Passspiel endlich wieder mal richtig funktioniert und es war richtige Spielfreude erkennbar. Ganz offensichtlich ist das Team wirklich in der Lage, im richtigen Moment den Schalter umzulegen. Ich verstehe zwar nicht, wieso sie das nicht öfters macht, aber heute kann man die Mannschaft und auch den Trainer einfach nur loben.

    Es fällt schon sehr schwer zu sagen, was mit Müller derzeit los ist. Eine einfache Formkrise dauert für gewöhnlich ja nicht über ein Jahr, aber ich weigere mich auch zu glauben, dass er das Toreschiessen einfach verlernt hat.


    Das Spezielle an seiner Krise ist ja, dass es bei ihm ganz offensichtlich nicht am Einsatz oder an der Fitness liegt. Bei einem Ronaldinho oder auch einem Götze war ja irgendwie deutlich, dass es am Trainingseifer oder allgemein an der Einstellung mangelte und der Absturz war dann einfach die logische Konsequenz. Aber Müller haut sich rein wie eh und je, nur der output will einfach nicht mehr so recht passen. Von daher habe ich auch überhaupt keine Idee, wie er sich aus seinem Loch befreien könnte. Sicherlich passt das momentane System nicht so gut zu ihm, aber tatsächlich hat er zuletzt auch unter Pep nicht mehr so gespielt, wie wir das von ihm kennen.


    Es ist einfach ein Mysterium und man kann nur hoffen, dass er spätestens nächste Saison wieder zu seinem Spiel findet. Weil ansonsten ist es für einen Verein einfach eine untragbare Hypothek, wenn eines oder sogar das Gesicht des Clubs seine Leistung nicht mehr bringt.

    Ob es der "bessere" Weg als die letzten 3 Jahre ist kann dir niemand beantworten, bevor die Spiele nicht gespielt sind.
    Was man aber sicher sagen kann: Es hat die letzten 3 Jahre nicht geklappt. Warum also nicht einen anderen Weg einschlagen ?


    Das ist eine legitime Ansicht, wie ich finde. Obwohl ich persönlich nicht glaube, dass wir wegen der Art unseres Fussballs gescheitert sind. Mal war es wohl tatsächlich die falsche Taktik, mal waren es Verletzungen, mal vorwiegend Pech oder fehlende Abschlussstärke etc. Ich hatte nie das Gefühl, dass es nicht das nächste Jahr klappen könnte. Zudem ist ja klar, dass auch viel Glück, Tagesform und Zufall dazu gehört.


    Aber wie du sagst, Pep wollte ja weg, daher musste man jemand anders nehmen. Ich war ja auch sehr froh, als CA unterschrieben hat. Da ich dachte, er wolle nur geringfügige Änderungen vornehmen; halt eben das
    Erbe der letzten Jahre verwalten und möglicherweise ein paar nützliche Neuerungen einführen. Denn ich fand auch nicht alles unter Pep perfekt, von daher war ich neuen Ansätzen nich abgeneigt. Aber eben, für mich bleibt, dass ich das neue Spiel nicht sehr attraktiv finde und darüber hinaus wie gesagt nicht sehe, inwiefern uns dieses mehr Chancen auf den CL-Titel bringen soll.


    Und ich finde schon, dass man vom jetzigen Stand beurteilen kann und auch muss, ob man sich auf einem guten Weg befindet. Denn eine blosse Beurteilung aus der Retrospektive scheint mir aufgrund der oben erwähnten Unwägbarkeiten auch nicht das Wahre. Von daher würde mich schon interessieren, wie du als Befürworter des carloschen Fussball die derzeitige Lage und Erfolgsaussichten einschätzt.

    Von daher sind wir gar nicht so weit auseinander, was die Beschreibung der Ausrichtung uner CA angeht. Nur bei deren Bewertung haben wir verschiedene Ansichten. Ich empfinde es auch so, als dass CA auf das letzte Hurrah und das Auspressen (nicht unbedingt in Bezug auf die körperliche Komponente) aus ist und dies wohl auch so vom Vorstand mitgetragen wird oder zumindest wurde.


    Nur finde ich das halt eben keine sinnvolle Ausrichtung und zwar aus zweierlei Gründen. Zum einen vernachlässigt es die Weiterentwicklung des Teams bzw. den Umbruch. Sprich dies wird nach CA schwieriger. Dies meinte ich denn auch mit "all in" gehen. Eine solche Strategie ist für mich etwa in der NBA sinnvoll. Da hat man aufgrund der ganz anderen Gehälterregelung häufig nur relativ kurzes Zeitfenster, um Erfolge feiern zu können und stürzt danach fast zwangsläufig ein wenig ab. Da kann man es sich leisten, alles zu versuchen und wenig Rücksicht auf die mittelfristige Zukunft zu nehmen. Aber im Fussball ist man da in einer ganz anderen Situation. Allenfalls kann ich mit einer solchen taktischen Ausrichtung noch in einem Nationalteam leben. Aber nicht bei einem Verein, wo die mittel- und langfristige Zukunft mindestens ebenso wichtig wie die Gegenwart ist.


    Zum zweiten kommt dazu, dass ich momentan überhaupt nicht das Gefühl habe, dass uns diese Taktik dem CL-Titel zwangsläufig näher bringt als in den letzten drei Jahren. Ich glaube durchaus, dass man sich in der CL wird steigern können, aber erfolgsversprechender scheint mir unser derzeitiger Fussball nicht. Oder wähnst du uns momentan auf einem "besseren" Weg, was die CL betrifft?


    Wenn wir so Erfolg haben sollten, freue ich mich darüber, wie ich mich auch über einen erzitterten und ermauerten CL-Sieg freuen könnte. Nur möchte ich nicht eine allgemeine Ausrichtung auf einen mit Routiniers gespielten Ergebnisfussball akzeptieren, der zudem m.E. zu einem erschwerten Umbruch führen wird. Dies ist meine Kritik an CA und die wird bei gleichbleibenden Leistungen auch am Saisonende so aussehen, egal ob wir nun gegen Arsenal ausscheiden oder bis ins Finale stürmen.

    Du hast natürlich recht, dass Carlo uns nicht zurück in die Steinzeit katapultieren und uns wieder zu einem Dorfclub machen wird. ;) Ebenso ist richtig, dass jeder Verein gewissen Zyklen unterliegt.


    Nur wäre es momentan m.E. völlig unnötig und selbstverschuldet, wenn man seine Spitzenposition aus den Augen verlöre. Das nötige Rüstzeug steht immer noch zur Verfügung, in Form von genügend Weltklassespieler, welche auch in der Lage sind, komplexe taktische Anweisungen umzusetzen. Ich sehe nicht, dass man jetzt quasi gemäss einem Gesetz der Natur wieder in eine schlechtere Phase abschlittern müsste. Damit würde man eine sehr gute Phase abwürgen, ohne dass wirklich Not bestünde.


    Und mit all in ist natürlich nicht gemeint, dass man seine ganze Zukunft aufs Spiel setzt. Aber man riskiert doch, mittelfristig deutlich schlechter dazustehen, als es eigentlich der Fall sein sollte. Denn die langfristige Ausrichtung einer bestimmten Taktik und das Fördern der Talente sind ein enorm wichtiger Punkt, um die Qualität zu erhalten. Vernachlässigt man dies über einen gewissen Zeitraum, braucht es halt nachher umso mehr Zeit, um wieder denselben Stand zu erreichen. Und da sehe ich denn Sinn halt nicht dahinter.

    Ich kann und werde nicht verstehen, wie eine dermaßen spielerisch gute Mannschaft innerhalb weniger Monate so komplett alle Basics vernachlässigen oder vergessen kann. Wenn damit der CL Sieg erkauft wird, dass wir spielerisch nach einer Saison einfach nur 10 Rückschritte gemacht haben und für die Zukunft noch schlechter aufgestellt sind, weil wir junge Spieler komplett demoralisieren und die alten abtreten, dann ist mir der Einsatz dafür zu teuer
    Das, was die Mannschaft spielerisch momentan zeigt, ist eine Katastrophe, darüber können auch die Ergebnisse nicht hinwegtäuschen. Die Aussagen der Führungsspieler dazu sprechen Bände, da kann jeder nach eigener Aussage vereinsliebende, aber naiv-blinde User hier noch so felsenfest zum Trainer halten. Ich sehe das und finde die Entwicklung äußerst beunruhigend. Nicht, weil ich Erfolgsfan bin, sondern weil ich so stolz auf die Jungs und die letzten Jahre bin und will, dass man sich für die Zukunft gut aufstellt, kritisiere ich trotz eines Sieges wie gestern. Auch, weil Carlo solch einen Fußball nur durch Ergebnisse rechtfertigen kann. Wer so rumholzen lässt, muss Titel einfahren, sonst hat dieser Fußball sogar die geringste Rechtfertigung verloren.

    Ich habe mir erlaubt, den einen Satz fett zu markieren. Dass wir Rückschritte erzielen und (dafür) die CL gewinnen ist gemessen an der Situation der bestmögliche Ausgang, der denkbar ist. Dass wir spielerisch nicht glänzen (mit löblichen Ausnahmen wie dem vielzitierten Leipzig-Spiel) und gar Rückschritte erzielt haben, dürfte kaum von jemandem bestritten werden. Ebenso herrscht wohl Konsens darüber, dass die Saison für unsere jungen Talente bisher enttäuschend war; bei Kimmich fiel zumindest zu Beginn der Saison noch viel Einsatzzeit ab.


    Den Einsatz zahlen wir also ohnehin, unabhängig davon, ob wir auch den gewünschten Erfolg einfahren. Doch selbst wenn dieser einträte, gehe ich mit tm1416 einher, dass man dafür zu viel bezahlt hätte. Der FC Bayern ist schliesslich ein auf Dauer angelegtes Konstrukt und das Ziel muss definitiv sein, sich möglichst ohne Unterbruch an der Weltspitze zu halten. Eine Position, welche man sich hart erarbeitet hat. Von daher macht es einfach keinen Sinn, all in gehen zu wollen, und dabei das grosse Ganze aus den Augen verlieren zu wollen. Wir sind ja nicht der FC Porto (ist mir grad kein anderer kleiner Verein eingefallen, welcher jüngst die CL gewinnen konnte), der vielleicht einmal in 100 Jahren die Chance auf einen CL Sieg erhält und es dafür mgw. riskieren kann, seine Entwicklung zu verzögern oder sogar teilweise aufzuheben.


    Bei uns liegt die Sachlage aber anders. Wenn wir wie in der jüngsten Vergangenheit akribrisch und mit Weitsicht arbeiten, dann werden wir immer wieder die Chance haben, auch in der Königsklasse zumindest bis zum Schluss um den Titel mitzuspielen. Dies über Jahre zu schaffen, ist für mich ein unglaublicher Erfolg und um ein vielfaches höher einzuschätzen, als einmal den Titel zu holen, aber gleichzeitig seine auf Dauer angelegte STellung zu verlieren.


    Zumal, dies noch zum Schluss, nicht einmal gesagt ist, dass die Taktik von Carlo tatsächlich besser geeignet ist, den kurzfristigen Erfolg herbeizuführen. Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass wir uns momentan wirkklich auf dem Holzweg befinden. Man arbeitet zur Zeit, als hätte man nur noch die eine alte Zitrone, welche man für ein letztes Hurra und ohne Rücksicht auf Verluste ausquetschen muss. Je länger eine solche Phase dauert, desto grösser die Gefahr, dass nachhaltiger Schaden entsteht. Und diesen kann auch ein CL-Sieg nicht lindern, wenngleich ich mich im Moment darüber natürlich sehr freuen würde.

    Was passiert da gerade? Eine solch groteske Vorführung würde ja selbst den HSV noch beschämen. Da gilt es seit Wochen als fast sicher, dass Lahm (wann auch immer) neuer Sportdirektor wird. Lahm selbst verkündet, und ist dabei zumindest beim Thema Hoeness sichtlich angesäuert, dass dem nicht so sein werde. Hoeness erklärt gleichzeitig, es sei noch nichts entschieden. Die Bild ist bereits instruiert worden; offensichtlich nicht von Lahm und auch Uli kann es nicht gewesen sein, da er ja von gar nichts wusste. ;) Und am nächsten Tag macht Kalle publik, dass Lahm ihm und Uli bereits letzte Woche seinen Entscheid mitgeteilt habe. Garniert wird das ganze noch mit der Anmerkung, dass Lahm sich nun ganz auf den Fussball konzentrieren werde.


    Dass Lahm nicht sofort Sportdirektor wird, halte ich für sehr vernünftig, das wäre zu früh gewesen. Aber nun fürchte ich ernsthaft, dass wir ihn unter Umständen gar nie in einer Funktion beim FCB sehen werden. Denn wenn diese Unstimmigkeiten jetzt nicht bereinigt werden, wird das auch in Zukunft schwierig. Denn dann wird die Trennung mit schlechter Stimmung vollzogen, Lahm nimmt irgendwo anders eine neue Aufgabe war, und flugs ist die einst so enge Beziehung zwischen Spieler und Verein arg aufgeweicht oder gar zerschnitten.

    Weil eben nach 4 MS in Folge noch zusätzlich das einlassen auf einen neuen Trainer dazu kam? Ein Trainerwechsel kann sich auch mal negativ auswirken, weil das auch mental wieder fordert nach diesen erfolgreichen Jahren.

    Das kann theoretisch schon sein, aber es drängt sich für mich nicht unbedingt auf. Denn zuvor hat man auch nach dem Tripple und der WM 2014, wo ja doch viele unserer Spieler am Erfolg beteiligt waren, genau gleich fokussiert weitergearbeitet. Im Grunde genommen sind wir schon so lange sehr erfolgreich, dass ich einfach nicht glauben kann, das jetzt die 4. MS in Folge so radikale Auswirkungen haben sollte. Zumal ich mir nicht so sicher bin, ob für die Spieler eine 4. MS in Folge überhaupt so wichtig ist, da waren CL und WM sicher bedeutender. Zudem sind ja auch längst nicht alle Spieler im Kader überhaupt schon so lange dabei.


    Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass nach jedem grossen Erfolg, sei dies nun ein Titel oder auch ein neuer Vertrag, phasenweise Motivationsprobleme auftreten. Das ist natürlich menschlich. Aufgabe des Trainers und seines Stabs ist es dann unter anderem, damit umgehen zu können. Sei es durch neue Reize im Training, durch Einzelgespräche oder Verschärfung des Konkurrenzkampfes. Zumindest im letzteren Bereich wäre ja durchaus noch Luft nach oben. Kimmich, Coman und Sanchez sollten ja noch willig sein. Da hätte man also schon Möglichkeiten, um auf einschleichenden Schlendrian zu reagieren. Oder man hätte eben neue Spieler einkaufen sollen, falls man als Trainer das Gefühl gehabt haben sollte, dass die Mentalität nicht stimmt.


    So oder so, wenn Einstellungsprobleme vom Trainer moniert werden, wirft dies immer ein schlechtes Licht auf die Beziehung zwischen Übungsleiter und Mannschaft. Da dürften wir uns wohl alle einig sein.

    Nach vier sehr erfolgreichen Jahren ist es doch menschlich dass mal eine Saison kommt in der es etwas schlechter läuft.

    Die Gefahr einer gewissen Sattheit und Motivationsproblemen besteht natürlich. Aber sicher nicht erst seit diesem Jahr. Unsere Spieler haben alle schon sehr viel erreicht und Millionen verdient, Gründe fände man bei allen seit Langem, etwas kürzer zu treten.. Wieso sollte also genau in diesem Jahr ein kollektives Einstellungsproblem eintreten? Noch eher hätte das Sinn gemacht, wenn wir noch ein weiteres Jahr mit Guardiola gearbeitet hätten, wobei ich auch in diesem Fall nicht daran glaube. Aber jetzt hat man doch einen neuen Trainer, welcher ein neues System mitbringt und alle erneut auf den Prüfstand stellt. Von daher kann ich nicht glauben, dass es ausgerechnet in dieser Saison mehr Motivationsprobleme gibt als es in jedem Jahr der Fall ist. Es gehört ja gerade zur Aufgabe eines Trainers, die Spieler zu motivieren, oder aber Neuzugänge zu fordern, wenn es an frischem Blut mangeln sollte.

    Die Tatsache, dass Ancelotti so häufig von Einstellungsproblemen spricht, muss schon hellhörig machen. Denn schliesslich ist doch gerade die Menschenführung dasjenige, was bei ihm stets hervorgehoben wird. Dass er kein akribischer Taktikfreak ist, der noch nachts über irgendwelchen Details brütet, war ja von Beginn an klar. Was natürlich nicht heissen soll, dass er nichts von Taktik versteht, das wäre Unsinn. Aber sein grosser Mehrwert liegt wohl eher nicht in diesem Bereich.


    Wenn es ihm aber nicht oder nicht mehr gelingen sollte, die Mannschaft genügend zu motivieren und Spieler in Interviews durchblicken lassen, dass sie nicht so richtig zufrieden sind, dann ist das schon ein grosses Problem für Carlo. Wenn ein Trainer schon in der ersten Saison mehrfach die Mentalitätsfrage stellen muss, dann stimmt irgendwas ganz und gar nicht.

    Sehe ich anders. Durch die Verlängerung mit Robbery hat man deutlich gemacht, dass die beiden Stammplätze noch mindestens bis 2018 besetzt sind. Das schließt auch nicht aus, dass man nicht noch einmal verlängert. Da man mit Coman bereits einen jüngeren und talentierteren Spieler im Kader hat, der zudem auch letzte Saison schon bewiesen hat, dass er stärker als Costa ist, sehe ich Costa durchaus ein wenig außen vor.

    Das mit Coman sehe ich ebenso. Aber die Verlängerung mit Robbery würde mir mit Blick auf deren Verletzungshistorie nicht so viel Angst machen, wenn ich Costa wäre. Ich hoffe auch sehr, dass man die beiden nicht ernsthaft als Stammkräfte bis 2018 einplant. Das wäre doch etwas blauäugig.


    Wären die beiden jünger und gesünder würde ich deine Auffassung aber teilen. Und womöglich kann man die Verlängerung zumindest so deuten, dass man Costa (und allenfalls auch Coman) noch nicht vollends vertraut.

    @ dodgeram


    Nur haben in England halt zumindest noch Chelsea und United etwa dieselben Mittel, von daher kann man sich den Titel nicht ohne Weiteres kaufen.


    Ich glaube auch nicht, dass man sich bei City Jahre damit zufrieden geben würde, 10 Punkte hinter der Spitze zu stehen. Aber Pep sitzt sicher sehr fest im Sattel, nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass im Management seine Kumpels sitzen.


    Die Kritik sollte ja auch nicht einfach auf die Punkte abzielen. Stimmen das Konzept und die Ausrichtung, so wird eine zu geringe Punkteausbeute bis zu einem gewissen Mass eher verziehen als wenn man eigentlichen Ergebnisfussball spielt und die Ergebnisse ausbleiben. Ich gehe davon aus, dass sie in Manchester hinter dem Konzept von Guardiola stehen, von daher wird eine unbefriedigende Saison sicherlich hingenommen werden, wenn man eine Entwicklung sieht und auf diese vertraut. Aber schon nächstes Jahr wird das Team stabiler auftreten müssen, sonst könnte es ungemütlich werden.

    Nachdem die Saison für City so gut begonnen hat, bin ich doch überrascht, wie viel Probleme das Team nach wie vor hat. Ich bin gespannt, ob es Pep im Verlaufe der nächsten Jahre gelingt, City einen ähnlichen spielerischen Glanz wie bei uns zu verleihen.


    Die PL geniesst hier ja bei vielen einen zweifelhaften Ruf, aber die Leistungsdichte an der Spitze ist schon enorm. Platz 2 und 6 trennen gerade mal 5 Punkte, da wird es bis zum Ende einen erbitterten Kampf um die CL-Plätze geben und ausser Chelsea kann sich niemand wirklich eine Schwächephase leisten. Serienmeister zu sein ist zwar schön, aber dieser Mehrkampf zwischen Teams mit vergleichbarer Qualität und Mitteln hat schon was für sich. Wird für die Bundesliga aber wohl leider ein Wunschtraum bleiben.

    Wenn jemand 70 Millionen bezahlt, würde ich ihn auch abgeben, aber ansonsten nicht. Es muss ein Betrag sein, der es ermöglicht, gleichwertigen oder im Idealfall noch besseren Ersatz zu holen, sonst bringt es uns nichts. Im Idealfall kein Talent, sondern ein Spieler, der sofort hilft. Denn Talente haben wir ja bereits einige, um die man sich kümmern sollte.


    Aber bei den aktuellen Preisen ist das nicht ganz einfach, daher muss jemand schon ganz tief in die Taschen greifen. Ansonsten bleibt Costa halt einfach. Ich bin mir sicher, dass er damit leben kann, wenn er dauerhaft spielt und dann bei guter Leistung sein Vertrag allenfalls noch etwas angepasst wird.


    Der Zeitpunkt für dieses Interview ist für mich sehr seltsam. Ich würde das verstehen, wenn er nicht beachtet würde und fürchte müsste, auf lange Sicht auf der Bank zu versauern. Vielleicht spekuliert er wirklich auf ein unmoralisches Lohnangebot, welches er hier wohl nicht bekommen wird.


    Was wir erleben dürfen, ist allerdings eine Abkehr von der grundlegenden Spielphilosophie, die mit van Gaal vor nunmehr 8 Jahren begann. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass wir drauf und dran sind, jegliche fußballerische Identität zu verlieren. Man sieht trotz eines fast kompletten Kaders - den man ohne Not NOCH weiter verkleinert hat - und einer Wintervorbereitung, auf die viele vertröstet hatten, keinerlei zugrunde liegende Offensividee, außer sich auf die individuelle Klasse zu verlassen. Die vielen Missverständnisse machen immer noch den Anschein, als gäbe es keine einstudierten Spielzüge.

    Darin sehe ich auch die grösste Gefahr, wenn Ancelotti länger bleiben sollte. Dass man danach überspitzt formuliert wieder von vorne beginnen und sich überlegen muss, welche Strategie man längerfristig verfolgen will. Daran, also an einer zukunftsträchtigen und gesunden Strukutur, liegt mir viel mehr als an einem kurzfristigen Erfolg.


    Aus diesem Grund war ich auch ein so grosser Fan von Peps wirken. Er hat, natürlich auf van Gaal und Jupp aufbauend, eine Identität geschaffen, von der man eigentlich noch lange hätte zehren können. Von daher wäre es wohl besser gewesen, einen (jungen) Trainer zu verpflichten, um dieses System weiterzuentwickeln. Stattdessen hat man auf einen Trainer gesetzt, der eigentlich seit jeher mehr die Qualitäten eines Nationalmannschaftstrainers inne hat. Er setzt auf erfahrene, individuell starke Spieler und schafft es, diese auf besonders wichtige Ereignisse zu motivieren. Das macht Sinn, wenn man aus einer guten Truppe kurzfristig den höchstmöglichen Erfolg rauspressen möchte. Vielleicht war das auch tatsächlich der Plan, mit der alternden goldenen Generation einfach irgendwie noch einmal den grossen Pokal zu holen und dann weiterschauen.


    Allerdings wäre dies ein m.E. sehr schlechter Plan. Zum einen kann man den CL-Sieg ohnehin nicht planen und zu andern erschwert man dadurch das viel wichtiger Ziel, nämlich auf Jahre hinaus eine europäische Spitzenmannschaft zu stellen, die zumindest Mitfavorit auf die CL ist. Darum muss es gehen, wie oft man den CL-Titel dann tatsächlich holt, ist gar nicht so wichtig und basiert ohnehin auf viel Glück und Zufall.

    Bei Costa sitzt man ein wenig in der Zwickmühle. Er hat immer wieder grandiose Szenen, aber Weltklasse verkörpert er m.E. nicht. Nachdem man sich aber nun über Jahre an absolute Weltklasse auf beiden Flügeln hat gewöhnen können, fällt es schwer, sich von diesem Anspruch zu trennen. Aber das wird man wohl müssen, weil es schlicht nicht möglich ist, Robbery gleichwertig zu ersetzen. Mir fallen da ohnehin kaum Spieler ein, und die wenigen valablen Kandidaten lassen sich kaum loseisen.


    Von daher bin ich mit Costa ganz zufrieden, er ist ein guter Spieler mit Ausreissern gegen oben und unten und kann noch gut und gerne 5-6 Jahre auf seinem Niveau spielen. Wenn man ihn behält und es schafft, auf der anderen Seite einen richtigen Weltklassemann aufzubauen (Coman) oder zu kaufen, ist man sehr gut aufgestellt. Da man ohnehin schon genug Umbrüche wird tätigen müssen, wäre mir schon wohler, wenn man sich nicht noch weitere Baustellen schaffte.

    Ich bin schon ordentlich nervös. Eine Einschätzung fällt ziemlich schwer. Beide Teams taumeln ein wenig, wenngleich sich das bei uns in der Liga zumindest nicht in den Resultaten niederschlägt.


    Wenn wir halbwegs Topform erreichen, das wird es reichen, auch wenn wichtige Spieler fehlen oder ausser Form sind. Aber wenn wir so fahrig wie die letzten zwei Spiele auftreten, dann könnte es durchaus ungemütlich werden. Schlussendlich vertraue ich aber auf Wenger, welcher ja traumwandlerisch die falsche Taktik in der CL auspackt. ;)

    Nach den vielen Erfolgen der vergangenen Jahre kann es auch mal eine Saison geben in der es etwas stottert. Wer denkt dass wir die nächsten Jahren immer alles in Grund und Boden spielen, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Wenn ich das nicht gänzlich falsch mitbekommen habe, wurde mehr als einmal darauf hingewiesen, dass die meisten kein Problem damit haben, sollte mal ein Jahr nicht gleich erfolgreich wie die letzten vier sein. Stottern darf es durchaus, wenn man zumindest eine sinnvolle Ausrichtung für die Zukunft erkennt.


    Ancelottis Spiel muss von mir aus in der BuLi auch nicht die Dominanz desjenigen von Pep erreichen, das wäre vermessen. Aber dennoch hätte ich schon erwartet, dass man nach einer halben Saison weiter sein würde. Ein funktionierendes System ist immer noch nicht wirklich ersichtlich und die mangelnde Förderung der Talente stimmt mich schon nachdenklich. Etwas überzeichnet schätze ich Ancelotti im Moment eher so ein, dass er einfach innert kürzester Frist irgendwie die CL gewinnen möchte und danach die Sintflut. Also so ähnlich wie Mourinho bei Inter, ohne allzu grosse Rücksicht auf die längerfristige Entwicklung. Ich hoffe aber sehr, dass dies nicht zutrifft oder zumindest unsere Bosse andere Pläne haben.

    Leistungen wie Robben und Ribery (früher) wird man von ihm nicht konstant erwarten dürfen, auch wenn sein Einstand dies erhoffen liess. Aber er ist auf jeden Fall ein sehr starker, unglaublich schneller Flügel, den man nicht ohne Weiteres gleichwertig ersetzen kann. Vor allem nicht für die 35 Millionen, die er gekostet hat. Mit Ribery und Robben waren wir halt unglaublich verwöhnt. Eine solche Qualität werden wir auf den Flügeln so schnell nicht mehr sehen.


    Es wäre daher schon sehr ärgerlich, wenn er uns frühzeitig verlassen sollte. Da man ohnehin schon Robbery ersetzen muss, würde ich ihn nur abgeben, wenn ein völlig verrückter Betrag aufgeworfen würde.


    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er sich - falls überhaupt ein Wechselwunsch bestehen sollte - dauerhaft bockig zeigen würde. Seine Zukunftsperspektiven sind hier doch sehr gut, Ribery und Robben dürften ihm nicht mehr lange vor der Sonne stehen. Und im Gegensatz zu Coman oder Müller kann er den Flügel eher nach Ancelottis Vorstellungen bekleiden. Von daher hoffe ich mal, dass es sich nur um eine Ente oder reines Geplänkel seinerseits handelt.

    Wenn Tymo nicht auf der 6 startet (und danach sieht es leider aus), dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Wir wollten doch einen richtigen 6er und haben nach relativ langen Verhandlungen auch einen sehr guten Mann gefunden.
    Wenn der jetzt nicht spielen kann und nicht mal eine faire Chance bekommen sollte, da wurde er von den Bayern echt verarscht.