Posts by oldsql

    Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie sich manch Fan nach den Erfolgen der vergangenen Jahre, von der Realität entfremdet hat. Wir haben einen hochklassigen Kader - einen sehr guten Mix aus erfahrenen Spielern, die alles gewonnen haben, dazu ein paar hungrige junge Spieler, die man nun ins Team integrieren muss. Etwas mehr Breite würde dem Kader jetzt noch gut stehen - aber da bin ich mir sicher, dass sich da bis zum Dienstag auch noch etwas tut.


    Aber ich finde es befremdlich, wie hier teilweise über die Qualität eines Ginters oder Sabitzers, aber auch über die Entscheidungsträger, die für die Finanzen und den Kader zuständig sind, abgelästert wird. Da muss ich zwangsweise an die sehr passenden Worte von Steffen Baumgart denken: "Menschen, die nicht mal drei Meter geradeaus........", ach lassen wir das. Ich habe echt keine Vorstellung davon, was manch einer glaubt, wer hier im Konkurrenzkampf mit der PL und Teams wie PSG aufschlagen wird. Aber eins weiß ich ganz genau. Dem einen oder anderen würden etwas frische Luft wesentlich besser zu Gesicht stehen, als zwei Monate lang vor den Klatschnews des Transferfensters abzuhängen. Und ich dachte immer, dass es diese chronische Unzufriedenheit nur in BvB-Foren gibt.

    Weil er der Typ Pavard ist. Pavard müsste schon dauerhaft in der Innenverteidigung spielen, damit Platz für Stanisic da ist. Zwei defensiv-orientierte RV bringen dir keine taktischen Variationsmöglichkeiten.


    Wir werden ja sehen, ob Stanisic bei uns in drei Jahren im Kader steht. Wäre er ein dynamischer RV oder würde sich merklich von Pavard unterscheiden, hätte er hier auch langfristig eine Zukunft. So sehe ich ihn jedoch noch rund 2 Jahre als Kaderspieler, bis er möglicherweise selbst einen Tapetenwechsel möchte.


    Es geht mir hauptsächlich darum, einem so jungen Spieler einfach mal Entwicklungszeit zuzugestehen, bevor man ihn in irgendwelche Schubladen packt. Wenn man es mit 21 Jahren durch die Juniorenauswahlen bis in den Kader der Bayern geschafft hat, stehen einem viele Türen offen. Stand heute lässt sich einfach nicht beurteilen, wie sich ein 21-Jähriger nachhaltig entwickelt, das hängt von vielen Faktoren ab. Aber das, was ich in den letzten beiden Spielen von ihm gesehen habe, war schon sehr vielversprechend. Besonders wenn man bedenkt, dass der Verein und Nagelsmann in diesen Tagen Wort gehalten haben, was die zukünftige Ausrichtung des Vereins angeht.

    Macht er aber so weiter, wird er locker Stammspieler bei einem guten Verein in der Bundesliga. Bei uns sehe ich auf Dauer keine Zukunft.

    Der Junge ist 21 Jahre alt - wie kommt man zu der Annahme, dass er keine Zukunft in München haben sollte? Gut, laut vielen Fans hatten Spieler wie Gnabry oder Goretzka gerade mal vor knapp drei Jahren genauso keine Zukunft, wie sie Kroos in dem Alter bei Bayern keine Zukunft haben sollte.

    Das war Süle nie. Er wurde nur als kommender Abwehrchef deklariert. Er war es jedoch nie.

    Doch auch nicht zu Unrecht, wenn man bedenkt, dass Boateng hier in den letzten drei Jahren ein gefühltes halbes gutes Jahr hatte.



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    Aus den Vertragslaufzeiten. Guten Morgen.

    Ich kenne Süles Vertragslaufzeit. Sie suggeriert mir jetzt allerdings nicht, dass er so wie du es formuliert hast, ziemlich sicher im nächsten Jahr ablösefrei gehen wird.


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    Auf den Rest deines Beitrages habe ich auch keine lust näher einzugehen....

    Schade auch, sind es doch Argumente, die man vielleicht als Fan, sicher aber nicht als Verein ausblenden kann/darf.

    Ich finde es ja durchaus amüsant, dass man Boateng zuspricht, dass er die Entwicklungen von Upamecano und/oder Nianzou verhindern würde, während Süle - der ziemlich sicher nächstes Jahr ablösefrei geht und leistungstechnisch die letzten beiden Jahre klar hinter Boateng einzuordnen ist - diese Saison unter Nagelsmann viele Spiele machen wird.


    Irgendwas passt da nicht in die Argumentationslinie....................


    Dazu muss man allerdings auch sagen, dass Süle in dieser Zeit insgesamt 44 Spiele durch schwere Verletzungen wie einen Kreuzbandriss + Muskelriss verpasst hat - das sind fast 1,5 Saisons. Vor seiner Verletzung war er der Abwehrchef und wenn man dann noch bedenkt, dass Süle ganze sieben Jahre(!) jünger als Boateng ist, passt das auch in die Argumentationslinie. Zumal Süle mit einem ~4x höheren Marktwert im Gegensatz zu Boateng auch noch einen laufenden Vertrag hat. Bei der Diskussion um die Kaderbreite im Kontext von Einsatzzeiten für jüngere Spieler, dürfte es den meisten Kritikern um die Frage gehen, ob man Süle ODER Boateng versucht zu halten. Und da fallen mir halt zahlreiche Argumente ein, die für Süle sprechen, die in keinem Konflikt zur Integration von jungen Spielern stehen. Mit Boateng UND Süle wäre die Balance allerdings nicht mehr gegeben.


    Woher auch immer diese haltlose These resultiert, dass Süle in der nächsten Saison ablösefrei gehen sollte? Da wird es hinter den Kulissen sicher schon zahlreiche Gespräche mit Tendenzen gegeben haben, dessen Inhalte man wahrscheinlich nicht auf den üblichen Klastchnews-Seiten findet. Aktuell sieht man auf jeden Fall keine Anzeichen, dass Süle den Verein noch vor Transferschluss verlassen würde. Und selbst wenn er darauf spekulieren sollte, den Verein im kommenden Jahr ablösefrei zu verlassen, wären dem Verein hier ja die Hände gebunden, weil der Mann noch einen laufenden gültigen Vertrag hat! Das in sich steht ja schon im absoluten Widerspruch zu einer Vertragsverlängerung für Boateng. Warum auch immer manche glauben, klüger als die Entscheidungsträger in den passenden Gremien des Vorstands zu sein?



    Nianzou und Upa hätten bestimmt auch nichts dagegen.

    Nianzou hat gestern nicht mal gespielt, obwohl Hernadez und Pavard verletzt waren - der ist nicht mal eingewechselt worden. Ob der sich wirklich freuen würde, wenn es da noch einen Boateng geben würde? Zumal Boateng auch Geld kostet, das anderswo benötigt wird. Junge Spieler brauchen Praxis, wenn sie sich weiter entwickeln sollen.

    Seit gestern Abend bin ich gar nicht mehr so scharf auf einen weiteren RV. Denn Stanisic hat seine Sache, bis auf einen gefährlichen Ballverlust, richtig gut gemacht. Es wäre fast schon ein Jammer, wenn so ein talentierter Spieler in der Kaderbreite untergehen würde.


    Was Boateng angeht, ist das wohl eher so ein psychologisches Ding. Denn es fühlt sich einfach sicherer an, wenn man einen so erfahrenen Spieler in der Hinterhand hat. Auf der anderen Seite haben gestern mit Pavard und Hernadez zwei erfahrene Spieler gefehlt - und ein Davies ist erst seit einigen Tagen wieder im Mannschaftstraining. Dass da noch nicht alles perfekt abgestimmt ist und es auch mal etwas vogelwild werden kann, sehe ich daher nicht so dramatisch. Das wird sich einspielen - zumal wir bei der 3:2 Niederlage im Januar trotz Alaba und Co mehr Tore kassiert haben und schon ähnliche Probleme hatten.


    Im Grunde genommen wollte man Boateng ja schon seit 2-3 Jahren loswerden. Und ich denke es ist kein Zufall, dass es für ihn bis heute keinen wirklichen Markt mehr bei den Top-Vereinen gibt. Ich sehe ihn eigentlich genau wie Hummels, dem ich sportlich auch keine Träne nachweine. Auf der Habenseite stehen die Erfahrung, Spieleröffnung und die Kopfballstärke. Dagegen sprechen halt die fast schon hüftsteife langsame Art, eine mittelmäßige Technik, die Verletzungsanfälligkeit, die Gehaltskosten und die Tatsache, dass solche Spieler jungen Spielern einen Kaderplatz wegnehmen. Ein Boateng gestern Abend gegen diese schnellen Konter der Gladbacher wäre sicher nicht des Rätsels Lösung gewesen. Da muss man einfach auch mal loslassen können.

    Dieses Rumgeiere kann schon nerven. Es wird erzählt wie angeblich exzellent der Kader ist und als Zielsetzung das Maximum ausgegeben, andererseits ist der Kader das eben nicht und offensichtliche Baustellen werden wieder maximal lange offen gelassen, um den ein oder anderen Euro noch zu sparen, weil wir so klamm wie der FC Kirchenmaus sind.

    Es sind eben nicht nur der eine oder andere Euro - in der Branche geht es bei Verträgen und Ablösesummen um Millionen.



    Kimmich ist klug genug um zu erkennen, dass hier Anspruch und Möglichkeiten nicht zusammenpassen, Verlautbarungen hin, Verlautbarungen her. Das er TROTZDEM verlängert muß man als Glücksfall sehen, der vielleicht ein Aspekt ist um zukünftig hier wieder etwas langfristig aufzubauen. Ich rechne Josh das extrem hoch an!

    Kimmich schien bei der Team-Präsentation eigentlich vom Kader angetan zu sein: "Wir haben eine gute Bande beisammen". Er lebt als Führungsspieler genau die DNA vor, die man braucht, wenn man bei Bayern München spielen und wenn man selbst Erfolg haben möchte. Das Gleiche trifft auf die Führungspersonen zu. Wäre dem anders, würde es vielleicht für Dortmund reichen. Man kann also davon ausgehen, dass Kimmich als jemand, der jeden Tag ganz nah am Team dran ist, von dem Zukunftskonzept überzeugt ist. Und dieses sieht halt vor, dass er weiter zusammen mit seinen Jungs wie Goretzka, Sane, Gnabry und Co eine neue Ära prägen kann. Spieler wie Gnabry oder Goretzka gehörten, kurz angemerkt, gerade mal vor zwei bis drei Jahren selbst noch zu der Kategorie Spieler, denen viele Kritiker in Deutschland (auch Bayern-Fans) die Bayern-Tauglichkeit abgesprochen haben.


    Daher kann man davon ausgehen, dass er auch Spieler wie Musiala, Nianzou, Richards, Nübel und Co aus einem völlig anderen Blickwinkel sieht, als der Konsument vor dem TV. Er wird sich halt nicht nur auf dieses Transferfenster reduzieren - von dem er obendrauf zudem noch weiß, dass der Kader in den nächsten Tagen optimiert wird. Er macht seinen Job und lässt die Führungsetage ihren Job machen. Das ist der Unterschied zwischen Kimmich und einem Fan. :)

    Ich bin mir sicher, dass die Fahnen hinter den Kulissen längst abgesteckt sind. Darum kann ich auch diese Ungeduld nicht verstehen. Verträge sind heutzutage eine komplexe Sache, die ausgehandelt werden wollen und durch verschiedene Instanzen, inklusive juristischer gehen.


    Zudem ist man da immer auch auf gewisse Dominosteine, Freigaben usw. angewiesen. Viele Vereine taktieren zwei Wochen vor dem Transferschluss auch noch, um die eine oder andere Million herauszuholen. Wir leben in Zeiten, wo niemand etwas zu verschenken hat und wir reden hier nicht über Monopolygeld. Für jeden Spielertyp gibt es einen Markt - auch für die Tolissos und Bouna Sarrs dieser Welt.


    Ich mache mir eigentlich keine Sorgen, dass der Kader zeitnah noch etwas optimiert wird. Ich könnte in Corona-Zeiten auch mit der einen oder anderen Leihe inklusive Kaufoption sehr gut leben, weil das keine wirklichen Risiken mit sich bringt - solche Spieler sich zudem den Hintern aufreißen müssen, wenn sie wirklich einen Festvertrag haben wollen. Außerdem freut mich an der aktuellen Ausrichtung, dass jüngere Spieler wie Musiala mehr Einsatzzeiten bekommen werden und neben gestandenen Spielern reifen können. Das finde ich sogar extrem spannend.


    Ich habe allerdings auch nicht die Erwartungshaltung, dass man die Buli und halb Europa in Grund und Boden schießt. Ich gestehe dem Verein nach den zahlreichen Erfolgen der vergangenen Jahre einfach auch mal etwas Zeit zu, bis sich die Dinge einspielen. Vor drei Jahren gab es die große Diskussion, dass der Kader überaltert sei und man den Umbruch verpasst hätte. Und wenn dann mal ein Umbruch ansteht, kann man es auch nie allen recht machen. Wie ich es im DoPa-Thread schon sagte - wenn man mal bedenkt, wie der Verein diesen Spagat in den vergangenen Jahren bei den Abgängen von Kroos, Schweinsteiger, Lahm, Ribery, Robben, Vidal usw. immer wieder hinbekommen hat, kann ich diesen ganzen Pessimismus nicht wirklich immer nachvollziehen.

    Ist das Dein Ernst? Der Mann ist seit fast 4 Jahren hier in leitender Position.

    In welchem Unternehmer dieser Größe bekommt man 4!! Jahre Zeit die Grundlegendsten Dinge zu lernen!?

    Dass er grundlegende Dinge nicht können soll, ist ja jetzt erst mal eine Behauptung, die sich für Außenstehende überhaupt nicht nachweisen lässt, weil speziell Fans gar keine Einblicke in seine komplexe Arbeit haben. Brazzo ist seit vielen Jahren in der Fußballbranche tätig, wird herausragend vernetzt sein und wird sich wie jeder andere Mensch auch, persönlich weiter entwickeln.


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    Man vergleiche einfach mal Brazzo mit z. b. Eberl und Rangnick.

    Kurz angemerkt, Max Eberl und BMG sind in der vergangenen Saison 8. in der Bundesliga geworden und ihren Zielen mal wieder nur hinterhergelaufen.


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    Das sind Welten. Und den Unterschied zu diesen Persönlichkeiten wird Brazzo nie Wettmachen können. Einfach aufgrund seiner eigenen Persönlichkeit.

    Ich teile die Meinung, dass Brazzo aufgrund seiner Rhetorik, deutsch ist eine sehr schwere Sprache - und auch aufgrund seiner "lustigen" Art in der Außendarstellung gegen Typen wie Sammer, Rangnick, Eberl und Co schlecht wegkommt. Aber letztlich haben die Bayern ja keinen Pressesprecher gesucht. Er lässt sich ja mittlerweile auch couchen, arbeitet daran, dieses "Ähm" usw. nach jedem Satz wegzulassen. Wer das in den vergangenen Monaten mal etwas beobachtet hat, wird festgestellt haben, dass er nicht nur im Doppelpass rhetorisch schon deutlich souveräner gewirkt hat. Das sind allesamt Dinge, die ich ihm wie gesagt zugestehe. Aber ich möchte mir darüber hinaus gar nicht anmaßen, ihn im Kontext meiner Argumente, in seinem operativen Aufgabengebiet zu beurteilen, weil ich als Fan viel zu weit von dieser komplexen Materie entfernt bin.



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    Wieso hören so verdiente Personen wie Gerland vor Vertragsende auf?


    Darüber kann man verschiedener Auffassung sein. Nach meinen Beobachtungen hat Hansi Flick hinter den Kulissen mehr kaputt gemacht, als man ihm das unter dem Strich wirklich zutrauen mag. Der elementare Unterschied bei der Beurteilung solcher Dinge liegt für mich darin, dass Flick bei den Fans ein größerer Sympathieträger als Brazzo war/ist. Schaut man aber mal genauer hin, wird man feststellen, dass Flick seine Kompetenzen mehrfach überschritten hat. Zuerst stellt er den Verein völlig unnötig öffentlich bei Transfers unter Druck, dann hat er Spieler die noch gebraucht wurden, öffentlich demontiert. Das Finanzgefüge des Vereins schien Flick ebenfalls völlig egal zu sein und die Art und Weise, seinen Abgang trotz laufenden Vertrages, ohne Absprache, öffentlich zu machen, lassen aus Flick lesen wie aus einem offen Buch.


    Ich weiß, diese Auffassung passt nicht in die heile Welt vieler Fans, aber Flick ist für mich jemand gewesen, der intern viele Keile zwischen Personen gehauen hat. Jemand, der bei einem lukrativeren Posten direkt auf seinen laufenden Vertrag gepfiffen und seinen Abgang zusammen mit seinem persönlichen Freund Bierhoff, geplant hat. Mit Nagelsmann war dann ein Cut angesagt - es spricht ja irgendwie auch für sich, dass der Tiger jetzt zu Flick wechselt.


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    Warum wird der Kader rapide schlechter?


    Auch hier habe ich wesentlich tiefgründigere Gedanken zu dem Thema. Eine Mannschaft ist immer ein dynamisches Gebilde. Ein Leistungsgefälle gehört für mich einfach dazu - dafür gibt es doch unzählige Beispiele auch bei anderen Clubs. Gefühlt waren Mannschaften wie Real Madrid, Barca, Juve und Co in den vergangenen Jahren deutlich stärker, als das aktuell der Fall ist. Und selbst der heilige Graal Klopp mit seinen unschlagbaren Liverpoolern konnte diese Leistungen nur ein Jahr lang konservieren. Sprengt es hier wirklich die Vorstellungskraft, wie schwierig es ist, die Fallhöhe als bestes Team der Welt zu konservieren? Bayern Fans haben in den vergangenen Jahren eine Ära erlebt, die in über 100 Jahren Vereinsgeschichte keine andere Generation erlebt hat. Es ist schlicht etwas völlig Normales, dass es da immer wieder Schwankungen gibt, eine Ära vielleicht auch mal endet. Denn eine Ära setzt sich aus unzähligen Faktoren zusammen - also einer besonderen Konstellation.


    Warum glaubt man da als Fan, einen Anspruch auf ein "1000-jähriges" Reich zu haben? Nicht umsonst spricht man ja auch transparent davon, dass Spieler wie Kimmich, Goretzka, Sane und Co eine NEUE Ära prägen sollen. Und wenn man bedenkt, wie der Verein in den vergangenen Jahren Spieler wie Lahm, Schweinsteiger, Ribery, Robben, Kroos usw. kompensiert hat, kann man doch festhalten, dass man das gar nicht so schlecht gemacht hat. Ich persönlich könnte, nachdem mich mein Lieblingsverein in den vergangenen Jahren so verwöhnt hat, sogar damit leben, wenn man mal kein Meister wird. Wenn ein Umbruch halt diese Zeit benötigt - dann ist das halt mal so. Selbst wenn man die Faktoren wie Corona und die damit bis heute verbundenen 150 Mio Umsatzverluste auch weiter oberflächlich ignoriert und so tut, als sei die Realität ein EA-Sports-Game.

    Ich dachte eigentlich, ich waere hier bis dato eher weniger als Rabauke in Erscheinung getreten, so kann man sich taeuschen...

    Ich betrachte dich gar nicht als Rabauke. ;) Man kann ja deinen Beiträgen entnehmen, dass du mit viel Herzblut bei der Sache bist und der FC Bayern, genau wie das bei den meisten hier der Fall ist, einen wichtigen Stellenwert in deinem Leben einnimmt. Du bist halt ein echter Fan mit Leib und Seele, sonst würdest du diesen Aufwand ja gar nicht betreiben. Es ist eher Zufall, dass ich mit meiner Sicht der Dinge an deinen Beiträgen hängen geblieben bin. Denn ich frage mich in den letzten Jahren wirklich immer öfter, warum viele Fans die Dinge immer so negativ sehen? Ich würde es nachvollziehen können, wenn der Verein all die Errungenschaften und Erfolge der vergangenen Jahre nicht erreicht hätte. Es gibt sicherlich immer Dinge, die man kritisieren kann. Aber aus meiner Sicht sind da mit Blick auf das große Ganze, in den vergangenen Jahren viele Grenzen unseriös verrückt worden. Da werden Dinge wie Corona oder selbst die erfolgreichste Epoche der Vereinsgeschichte genauso ausgeblendet, wie die Tatsache, dass das operative Geschäft extrem komplex und mit sehr viel Verantwortung verbunden ist.


    Klar kann man sich an den einen oder anderen Transfer mal reiben, aber ich stelle es mir bemessen an den zahlreichen Top-Vereinen aus Europa, die uns allesamt aufzeigen, wie man es nicht machen sollte, extrem schwierig vor, hier immer eine perfekte Balance zu finden. Denn ich möchte kein Fan eines Vereins wie ManUnited sein, die in den vergangenen Jahren 5x mehr Geld rausgehauen haben, ohne dabei einen Blumentopf zu gewinnen. Ich möchte kein Fan eines Vereins wie Barca, Juve und Co sein - die mit 100ten von Millionen Euro verschuldet sind, weil die Verantwortlichen jedes Gespür für die Realität in ihrem Größenwahn aus den Augen verloren haben. Ich werbe einfach nur dafür, die Füße mal ein wenig stillzuhalten. ;) Der Verein steckt inmitten eines Umbruchs in der Führungsriege. Und ich finde es extrem wichtig, dass der Verein auch weiter von Menschen geführt wird, die sich mit dem Verein identifizieren und dementsprechend verantwortungsvoll in ihrer Funktion arbeiten. Und ich finde, bis jetzt hat der Verein diesen fließenden Übergang auch sehr gut hinbekommen. Warum also einem Typen wie Brazzo nicht einfach auch mal Zeit zugestehen, sich in puncto Außendarstellung usw. zu entwickeln und in seine Funktion mehr und mehr reinzuwachsen? Klingt doch nach einem schlüssigen Konzept, wenn man da mal einen Flick im internen Machtkampf der letzten Saison, als Kontrast hinzuzieht. Also jemanden, dem die Finanzen egal waren, der auf kurzfristige Strategien gesetzt hat und der beim erst besseren Angebot sofort egoistisch weitergezogen ist.

    Es ist och immer das gleiche Lied - "Fan-sein" bedeudet fuer einge augenscheinlich, alles opportunistisch nachzuplappern und gut zu finden; andere hingegen versuchen kritisch zu hinterfragen. Sind das dann die "schlechteren Fans"? Ich meine mitnichten...

    Vielleicht ist das, was du abwertend als "opportunistisches Nachzuplappern" bezeichnest, einfach nur eine Portion Demut. Zumal es für Menschen wie mich einfach auch eine Selbstverständlichkeit ist, meine Erwartungshaltung der Realität anzupassen. Ich bin seit über 40 Jahren Bayern München-Fan. Und der Verein hat mir in den vergangen 10 Jahren mehr Spaß bereitet, als je zuvor. Man ist nahezu durchgehend auf absoluten Top-Niveau gewesen, Bayern-Fans genießen dabei Privilegien, die nur ganz wenige Fans in Europa überhaupt schon einmal erleben durften. Unvergessen, den großen Rivalen Dortmund, genau in dem Moment, als sie Frech wurden, ins Tal der Tränen zu schießen. Der Triple-Erfolg war in seiner Konstellation das emotional Heftigste, was ich je als Fan erleben durfte. Es folgten weitere zahlreiche Titel, sodass ich irgendwann in den vergangenen Jahren aufgehört habe, sie zu zählen. Als i-Tüpfelchen die sechs Titel im vorletzten Jahr - der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, nur der FC Barcelona hat im Jahre 2009 ähnliches geschafft. Jener Verein, den man als Bonbon auf dem Weg zu den sechs Titeln, historisch als weiteres Highlight, 8:2 vermöbeln durfte. Wir werden wahrscheinlich die einzige Generation sein, der solche Siege vergönnt waren.


    Ich kann manchmal gar nicht nachvollziehen, wie negativ sich Teile des Anhangs speziell nach dem ersten Triple verändert haben. Und das, obwohl die Zeiten des Rumpel-Fußballs in München lange vorbei sind. Der Verein hat den Fans eine schmucke Arena gebaut, hier viele Jahre internationale Stars wie Ribery, Thiago, Alonso, James, Coutinho, Guardiola, LvG, Robben, Vidal usw. aufgefahren - dem Verein somit sogar eine internationale Note und Strahlkraft verpasst. Und das alles auf einer wirtschaftlich seriösen Basis. Es ist kein "opportunistisches Nachzuplappern", wenn man die Realität einfach mal auf sich wirken lässt und sich frei von dem ganzen polemischen Gequatsche der Medien macht. Denn wer von den Fuzzis, die uns täglich mit Klatschnews versorgen, hat denn ernsthafte Einblicke von dem komplexen Geschäft "Transfermarkt und Finanzen"? Das Gleiche könnte man auf nahezu alle Fans projizieren, die über Millionen von Euro oft so reden, als würden sie ein Ascraon Bundesliga-Manager oder Fifa-Spiel auf der Playstation spielen.


    Natürlich gibt es immer auch Spielraum für sachliche Kritik. Aber genauso gibt es auch Spielraum, jenen Menschen, die täglich einen Job machen, der solche Erfolge wie die vergangenen 10 Jahre als Früchte hervorbringt, diverse Fehler auch mal zuzugestehen. Und da würde ich deine Intention von Kritik als Synonym gerne mal zitieren:

    Wenn es aber beim FC Bayern reicht, als SD einen unfallfreien Auftritt im DP hinzulegen, in dem er eigentlich nichts gesagt hat und auch 0 Gegenwind hatte (Stichwort "Kader - massiver Substanzverlust seit 2 Jahren...), dann mache ich das ab morgen fuer die Haelfte der Bezuege.



    Mit Verlaub, das ist doch keine sachliche Kritik, denn natürlich reicht ein unfallfreier Auftritt im DP nicht aus, um einen so komplexen Posten bei Bayern München zu bekleiden. Genauso wie es keine Kritik oder gar Argumente sind, wenn du andere Meinungen und Argumente permanent als Quatsch abtust, oder sie runterbrichst.


    „Ich habe fertig!“

    Gleichzeitig ist es aber naiv so zu tun, als habe er als Sportdirektor/Vorstand in den letzten Jahren gar nichts mitbestimmt.

    Genau aus diesem Grund passt es ja auch nicht ins Gesamtbild, dass man ihm seine Verdienste am größten Erfolg der Vereinsgeschichte absprechen möchte, während man ihm Transfers, die nicht so eingeschlagen sind, um die Ohren hauen möchte. Die Leihgeschäfte von Coutinho oder Perisic waren btw. wichtige Puzzleteile beim ganz großen Erfolg und Sie waren zum Teil zudem auch noch der Verletzung von Sane geschuldet. Von dem ich mir nach seiner schweren Verletzung nach wie vor erhoffe, dass er ein wichtiger Faktor in München wird. Bei der Frage Sane oder Werner, wo Flick und Brazzo wohl angeeckt sein sollen, hätte ich persönlich mich auch ganz klar Pro Sane positioniert. Auch den Transfer von Upamecano finde ich sehr positiv - zumal nach den veröffentlichen Zahlen um Alaba, jeder sehen konnte, dass man den Wappen-küssenden Schwätzer völlig zu Recht hat ziehen lassen. Alaba ist für mich schon seit zwei Jahren durch Davies ersetzt und wenn es nach mir gegangen wäre, hätte Hernandez schon im letzten Jahr in der IV gespielt - dann hätten wir wahrscheinlich auch nicht die schlechteste Bayern-Abwehr seit Jahren gehabt.


    Yo, an einem Sarr oder Roca kann man sich natürlich hochziehen. Aber ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen auch viel lieber Dest geholt hätte, wenn dieser sich nicht für Barca entschieden hätte. Wofür die Verantwortlichen wiederum nichts können. Und an einem Roca für 8 Mio unter wirtschaftlichen Auflagen, mag ich mich auch nicht hochziehen, zumal der sogar noch Potenzial für die Zukunft hat. Genau wie ein Nianzou, der, was man in diesem Zusammenhang ruhig mal erwähnen darf, ablösefrei gekommen ist und über den Ralf Rangnick im letzten Jahr noch sagte, dass das einer der besten IV der nächsten 10 Jahre wird, wenn er sich nicht verletzt. Und für seinen verletzungsbedingten Start konnte dann auch niemand etwas. Deshalb geht es auch in Ordnung für mich, dass man Boateng hat ziehen lassen. Denn das gibt wiederum Spielraum für so junge wilde Kerle wie Nianzou, damit sie sich entfalten können. Und dann passt da auch ein Typ wie Nagelsmann ins Konzept, der sich im Gegensatz zu Flick nicht nur mit kurzfristig gedachten Strategien, die Flick wohl nur zum egoistischen Selbstzweck dienten, anfreunden kann.

    Kleiner Nachtrag: "Das mit dem keine Ahnung haben, ist jetzt nicht persönlich oder gar böse gemeint gewesen. Ich finde die Argumentation halt nur völlig unschlüssig und oberflächlich". Zumal die 150 Mio Umsatzverlust da natürlich auch mit reinspielen. Wir erleben gerade Clubs mit über einer Milliarde Minus, ganze Ligen und Staaten die in einem historischen Ausmaß vor dem Bankrott stehen. Die Arbeitslosenquote steigt im Kontext der Pandemie, ganze Wirtschaftszweige stehen am Abgrund, Firmen und Menschen kämpfen um ihre Existenzen. Der FC Bayern hat über 1000 Angestellte, denen gegenüber er verpflichtet ist. Und dann regen sich Fans darüber auf, dass der Verein nicht mit Millionen um sich schmeißt und so tut, all würde es diese ganzen Probleme nicht geben. Das was Brazzo heute im DoPa von sich gegeben hat, klang nach durchdachten und vernünftigen Strategien. Da muss man doch dann irgendwann auch mal seine Erwartungshaltung an der Realität anpassen.

    Weshalb? Ich behaupte, wir hatten diese Erfolge trotz Brazzo. Ausserdem: Der Substanzverlust des Kaders seit dem Sieg in der CL ist ja wohl nicht zu uebersehen...

    Und ich behaupte, dass es diesen Substanzverlust auch ohne Brazzo gegeben hätte, da für Transfers ja nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung steht. Wer ernsthaft die Meinung vertritt, dass ein Brazzo wichtige Transferentscheidungen in den vergangenen Jahren eigenmächtig und alleine getroffen hat, der hat ohnehin keine Ahnung vom FC Bayern. Und so bleibt es das ewig gleiche schwache Argumentationskette. Ist man erfolgreich, wäre man auch ohne Brazzo erfolgreich gewesen. Werden Erwartungshaltungen nicht bedient - hat man in Brazzo ein Frustventil.

    Wenn es aber beim FC Bayern reicht, als SD einen unfallfreien Auftritt im DP hinzulegen, in dem er eigentlich nichts gesagt hat und auch 0 Gegenwind hatte (Stichwort "Kader - massiver Substanzverlust seit 2 Jahren...), dann mache ich das ab morgen fuer die Haelfte der Bezuege. Ich bin auch fleissig und habe noch dazu bessere Sprachenkenntnisse...

    Ich weiß ja, dass wir 80 Millionen Bundestrainer, Virologen, Klimaexperten usw. in Deutschland haben. Dennoch sehe ich die erfolgreichste Epoche der Vereinsgeschichte - und das unter wirtschaftlich seriösen Bedingungen - weiter ziemlich demütig. Wer Brazzo seinen Beitrag daran absprechen möchte, hat auch keine sachlichen Argumente, wenn es darum geht, dass der eine oder andere Transfer mal nicht gesessen hat.

    Starker Auftritt im DP von Brazzo. Ich vertrete eh die Meinung, dass seine Sprachbarriere, für die er nichts kann, das größte Problem in seiner Außendarstellung war. Zumal ich ihm einen Entwicklungsprozess auf dem Posten immer zugestanden habe. An seiner fachlichen Kompetenz habe ich eigentlich keine wirklichen Zweifel und kann mich auch mit dem Konzept des FC Bayern identifizieren.

    Ich bin mir sicher, dass wir sowohl im Mittelfeld, wie auch auf der RV-Position noch nachlegen werden. Natürlich wird man da keine großen Sprünge machen und im obersten Regal fischen - aber das geht für mich aufgrund des bereits vorhandenen Kaders und der seriösen Wirtschaftsstrategie, in nicht kalkulierbaren Zeiten, aber auch völlig in Ordnung. Wer da Richtung City, PSG und Co schielt, lebt für mich nicht in der Realität.


    Und natürlich wird man auch noch etwas finanziellen Spielraum haben. Aber imho tut man gut daran, diesen Buffer nicht an die große Glocke zu hängen. Es ist einfach nicht der Zeitpunkt, mit dem Festgeldkonto zu prahlen und somit die Preise und das Gehaltsgefüge künstlich nach oben zu treiben. Da wird es eine Prioritätenliste geben - und da muss man aus meiner Sicht in der Tat erst mal sehen, die Zukunft der eigenen Spieler zu regeln. Nicht nur was Abgänge angeht, um frisches Geld zu generieren, sondern auch wie es um die Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern steht - dafür wird ja auch Geld benötigt.


    Ich gehe zudem davon aus, dass uns noch 2-3 Spieler verlassen werden. Die potenziellen Kandidaten dafür sind bekannt. Richtig heiß wird der Transfermarkt ja erst in der Schlussphase. Sabitzer ist aus meiner Sicht eine sehr spannende Personalie. Fußballerisch in etwa auf einem Level mit Tolisso, aber flexibler einsetzbar, weniger verletzungsanfällig und auch Integrationsprobleme wie Sprachbarrieren fallen weg. Zudem ist er ein Leadertyp und ein echtes Kampfschwein - der Kapitän des amtierenden Vizemeisters. Mehr als ein Backup und eine sehr gute Alternative für die Kaderrotation. Vorausgesetzt natürlich, dass Goretzka verlängern wird, wovon ich persönlich allerdings ausgehe.


    Das könnte aus meiner Sicht ein sehr spannender Kader werden. Gestandene Qualität mit ein paar jungen wilden Top-Talenten, die an ihren Aufgaben wachsen können. Dazu verfügt der Kader über viele Spieler, die variabel einsetzbar sind. Eine Strategie, mit der ich mich identifizieren kann. Ein Spieler für die Flügel würde dem Kader neben den gesuchten MF/RV vielleicht in der Breite noch gut zu Gesicht stehen - vielleicht ergibt sich da ja sogar noch eine zusätzliche Leihe? Anderseits traue ich es auch Musiala zu, da mal ein Loch zu stopfen und den nächsten Schritt zu machen. Leider ist der Transfermarkt in vergangenen Jahren durch die Medien zum öffentlichen Entertainment verkommen. Ich kann gar nicht nachvollziehen, warum da viele Beobachter immer so unentspannt sind. ;)

    Dein Vergleich mit Paris wird nicht sinnvoller, umso öfter du ihn anbringst.


    Beim FCB muss man sich wohl entschuldigen, weil man nachhaltig arbeiten will.

    Oder nehmen wir die aktuelle Situation in Italien, wo quasi die ganze Liga vor dem Kollaps steht: https://sport.sky.de/fussball/…-regierung/12368277/34181 Ich bin seit über 40 Jahren Bayern München-Fan und erkenne viele Bayern-Fans seit dem Gewinn des ersten Triples 2012/2013 nicht wieder. Der Verein befindet sich seit Jahren in der erfolgreichsten Epoche seiner Vereinsgeschichte - und das mit einer wirtschaftlichen Seriosität, die ihresgleichen in Europa sucht. Und trotzdem wird seit Jahren immer wieder alles hinterfragt. Und der traurige Höhepunkt ist für mich, dass immer mehr Bayern-Fans sich in einer globalen Pandemie, wo einem 150 Mio in den Kassen fehlen, an Vereinen orientieren wollen, die entweder mit 100ten von Millionen verschuldet sind, kurz vor dem Infarkt stehen, oder an Vereinen, die Ölkonzerne, Scheichstaaten und gigantische TV-Deals hinter sich haben. Ich bin fast erschrocken, wie sehr sich die Erwartungshaltung vieler Fans mittlerweile an purer Konsumgier, also eine unserer schlimmsten Gesellschaftskrankheiten orientiert.

    Mir geht in diesen Diskussionen über Gehälter zu oft unter, dass wir uns wegen einer globalen Pandemie in einer Ausnahmesituation befinden. Eine Ausnahmesituation, deren Folgen bis heute nicht abschätzbar sind. Ich kann mich mit der Strategie des seriösen Wirtschaftens auf jeden Fall identifizieren, auch wenn ich selbst darüber enttäuscht bin, dass damit aktuell keine großen Sprünge möglich sind. Wie jeder andere Fan wünsche ich mir natürlich auch qualitative Neuzugänge und eine Vertragsverlängerung von Identifikationsfiguren. Auf der anderen Seite finde ich es aber auch wichtig, dass der Verein, wie im Fall Alaba, klare Grenzen aufzeigt.


    Das Gesamtpaket eines Vereins besteht aus meiner Sicht auch nicht aus dem Gehalt, da gibt es neben der regionalen Lebensqualität, den Ambitionen, dem Wohlfühlfaktor des Spielers und seiner Familie auch andere wichtige Faktoren. Ganz zu schweigen von dem Umfeld, in dem man spielt. Ich bin mir zb. sicher, dass Gnabry, Süle, Kimmich, Sane, Goretzka und Co schon gerne weiter zusammen spielen würden - die kennen sich schon seit der Jugendauswahl und sind häufig auch privat eng befreundet. Und ganz nebenbei, gehören die Bayern in der Relation zu vielen anderen Vereinen in Europa, auch nach wie vor zu den Adressen, wo man sehr gutes Geld verdienen kann. Ich kann zb. den Quervergleich zu Sane oft nicht nachvollziehen. Zum einen wurde sein Vertrag schon vor Corona ausgehandelt - und zum anderen hat er ein komplett anderes Vermarktungspotential, als zb. ein Coman. Und ich habe auch nach wie vor die Hoffnung, dass Sane sich nach etwas Anlaufschwierigkeiten in München durchsetzen wird. Er kam aus einer langen Verletzung und wenn man die EM mal ausklammert, hat er auch schon gute Ansätze in der abgelaufenen Saison abgeliefert.


    Coman hat noch einen Vertrag bis 2023 und ich würde mich da als Verein auch nicht unter Druck setzen lassen. Es gibt wohl aktuell wohl keinen Verein, der für Coman eine angemessene Ablösesumme auf den Tisch legen würde - da kann man ihn dann gegebenenfalls auch in der nächsten Saison noch verkaufen. So groß sollte die Spanne da nicht sein. Aber bis 2022 ist ja noch genügend Zeit und man muss einfach abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Verletzt er sich mal wieder, oder entwickelt er sich weiter und kann ein höheres Gehalt rechtfertigen? Wie sieht er seine Zukunft bezogen auf den Wohlfühlfaktor für sich und seine Familie? Wird sich die Coronalage weiter entspannen und man kann auch bei den Gehältern wieder größere Sprünge machen?


    Der Verein hat transparent kommuniziert, dass durch Corona ~150 Mio in den Kassen fehlen. Viele Kritiken wirken auf mich oft so, als würde da manch Fan/Medien über Fifa-Soccer oder Monopoly reden. Und das, obwohl man doch jetzt schon sehen kann, dass viele europäische Vereine am Stock gehen und eine Art Insolvenzverschleppung betreiben. Sollte diese Pandemie weitere Wellen und weitere Lockdowns mit sich bringen, werden wir es alle erleben, wie so manch Kartenhaus in sich zusammenfällt. Und das Münchener Konstrukt, würde da definitiv eines dieser Kartenhäuser sein, das zuletzt einstürzen würde. Man kann kein Geld ausgeben, das man nicht hat. Das war auch noch die Philosophie des Vereins. Man ist in den vergangenen 30 Jahren immer seinen eigenen Weg gegangen und hat ganz Europa aufgezeigt, dass seriöses Wirtschaften und Erfolg kein Widerspruch sein müssen.