Posts by mathanias

    Die Vorfreude war zuletzt bei der Verpflichtung von Pep so groß. Trotz seines jungen Alters sehe ich ihn taktisch auf Augenhöhe mit Pep und Tuchel.

    Die Vorfreude bei mir hält sich etwas in Grenzen! Ich halte Nagelsmann fussballfachlich für nicht ganz auf Augenhöhe mit Pep und Tuchel, die beiden haben ihm hinsichtlich internationaler Spiele einiges an Erfahrungen voraus! Verstecken muss sich Julian keineswegs vor den beiden, und als Grundlage für eine weitere Entwicklung hat unser neuer Coach zweifellos viel zu bieten! Daher passen auch die 5 Jahre, denn möglicher Weise wird es etwas Zeit brauchen, bis sich Neu-Trainer, Spieler und Verein auf einander eingestellt haben, zumal Nagelsmann nicht nur hinsichtlich Fitness hohe Anforderungen an seine Spieler stellt.

    Probleme sehe ich, trotz gegenteiliger Meinungen hier im Forum, im Umgang mit den Spielern. Es ist für mich kein Zufall, dass wir die größten Erfolge mit Trainers feiern konnten, die zugewandt und empathisch mit ihren Spielern umgehen konnten, als "Spielerversteher" galten. Die dafür nötige Gelassenheit, gepaart mit Entschlossenheit und Klarheit in der Kommunikation hat man üblicherweise noch nicht gleich zu Anfang seiner Laufbahn entwickeln können.

    Auch Nagelsmann wird daher noch dazu lernen müssen. Das wiederum traue ich ihm aber durchaus zu, denn insgesamt zeigt er sich ja durchaus sympathisch, was immer eine gute Grundlage für ein gelingendes Miteinander ist.

    Unter dem Strich ist die Verpflichtung von Nagelsmann für mich eine zukunftsweisende und vielversprechende Entscheidung, deren rasche und geräuschlose Durchführung mich ebenfalls zuversichtlich stimmt!

    Daher: Willkommen Julian!


    Nur ein Gedanke am Rande: Ob die Verhandlungen tatsächlich so rasch abgelaufen sind, wie es jetzt den Anschein hat, darf aber auch hinterfragt werden! Normalerweise gehören zu solchen Verhandlungen viel "Papierkram" und noch mehr Auseinandersetzungen über Details, für deren Klärung es üblicher Weise viel Zeit braucht! Möglicher Weise war die ersten Kontaktaufnahme durch Salihamidzic doch mehr als nur informeller Art!

    Ich will nicht behaupten, dass "Brazzo" damit schon die Demission von Flick vorbereitet hat, aber Flick's Verärgerung darüber kann ich mir gut vorstellen, ebenso, dass es dessen Ausstiegsgedanken intensiviert hat. Was nun aber den Anstoß gegeben hat, wer weiß?

    Ich denke, in fussballfachlicher Hinsicht gibt es an Nagelsmann wenig bis gar nichts auszusetzen! Er ist ein top, top, top-Trainer, um einen seiner geschätzten Kollegen zu bemühen! ;-)


    Trotzdem gefällt mir der Wechsel zum Noch-RB-Coach nicht so ganz: Das er mit Stars gerade auch in der Krise umgehen kann und die dafür nötige Gelassenheit zeigt, hat er bislang noch nicht unter Beweis gestellt. Das wäre für mich aber eine der wichtigen Fähigkeiten über das rein fussballfachliche Können hinaus, was ein Trainer, der bei uns anheuert, mitbringen muss. Ich traue es ihm zu, aber es könnte auch bös in die Hose gehen.


    Am meisten stört mich allerdings, dass Nagelsmann - so, wie ich unseren Verein kenne - in zwei Jahren trotz großer Ablösesumme schon wieder Geschichte sein dürfte! Er wird dann in der PL einen der großen Vereine finden, und nicht zuletzt aufgrund der hier bei uns gemachten Erfahrungen dort dann eine Ära prägen können!


    Andersherum wäre es mir lieber: Nagelsmann sollte seine Aufgabe bei RB beenden und zeigen, dass er die Truppe dort wirklich zum "Bayernschreck" formen kann, dann bei einem ausländischen Club noch weiter Erfahrungen sammeln, um dann bei uns viele Jahre erfolgreich zu wirken. Dann wäre es ihm und dem Verein zuzutrauen, entsprechend miteinander auszukommen, zumal sich in der Zwischenzeit auch bei uns einiges in der Struktur ändern dürfte!

    Aber ok, ich lasse mich gern überraschen, und ohnehin gilt: "Man sieht sich immer zweimal im Leben!" Gilt übrigens auch für Hansi! ;-)

    Fußballersicher Sachverstand und Sachverstand für Transfers sind zwei ganz verschiedene Dinge.

    Als ob man für Transfers keinen fussballerischen Sachverstand bräuchte!

    Und klar, die Spieler, die der eine Trainer holt oder holen lässt, passen dann überhautpt nicht mehr für den Nachfolger! Obwohl unter beiden das vergleichbare System gespielt wird. Nein, andersherum wird ein Schuh draus!

    Flicks Sachverstand haben wir ja zur Genüge bei Sarr und Dantas gesehen

    Flick, denjenigen Trainer, unter dessen Regie unsere Mannschaft das erneute Triple geholt hat, fußballerischen Sachverstand absprechen?

    Okeee...das muss ich nicht wirklich ernst nehmen, oder?

    Und nur nebenbei, zum Thema, wer für die Entscheidung, Sarr zu holen in erster Linie verantwortlich ist, darüber gibt es auch unterschiedliche Einschätzungen. Aber selbst wenn Sarr auf Flick's "Mist gewachsen" sein sollte, ihm Sachverstand absprechen zu wollen, ist albern!

    Es ist doch einfach zielführender und günstiger, die Mannschaft an einer gewissen Spielidee auszurichten (zumindest im Groben, im Detail ist dann sowieso jeder Spieler und Trainer anders) und dann einen Trainer zu holen, der damit arbeiten kann.

    Ganz genau! Und dem Trainer, der entsprechend dieser Spielphilosophie geholt wurde und dann einen Spieler so einschätzt, dass er passen würde - diesen Spieler abzulehnen mit der Begründung, er passe nicht ins System - das macht dann Sinn??

    Natürlich wird kein Trainer zig tausend Spieler und Spielerprofile sichten, dafür gibt es ja das Scouting! Und ein Trainer wird zunächst ja auch ohne bestimmte Namen ein Anforderungsprofil erstellen, was in den einzelnen Mannschaftsteilen auf den Positionen seiner Ansicht nach erforderlich ist, welche offensiven und defensiven Fertigkeiten erforderlich sind. Dann erst geht es um Namen!


    Mit deinem Gefühl, granti , Flick habe noch immer Ansichts- und Verhaltensweisen, die eher einem Manager, als einem Trainer zu zuweisen wären, magst Du recht haben! Ein interessanter Gedanke! Wobei auch da die Frage wäre, ob Flick diese Attitüde von Beginn an hatte und Brazzo deshalb die Notwendigkeit sah, sich stärker zu profilieren? Oder musste Flick immer mehr "den Manager herauskehren", weil Brazzo die Dinge nach Flick's Einschätzung nicht geregelt bekam. Da Flick ziemlich lange als Co bei uns unterwegs war und somit genug Zeit hatte, sich daran zu gewöhnen, wieder als Trainer zu arbeiten, tippe ich eher auf Letzteres! Aber auch das wäre wieder eine "Glaubensfrage" :P

    Mit dem Know How von Flick hat die Kaderplanung doch nur bedingt etwas zu tun

    Oh, die Überlegung bei Dir wundert mich, granti ! Gerade die Expertise des Trainers ist doch für die Kaderplanung entscheidend! Meine ich jedenfalls!

    Man sollte sie daher eben nicht in erster Linie dem SpoDi/SpoVo bzw. den Vorständen oder Aufsichtsräten überlassen! Was natürlich nicht heißt, das dem Trainer alles eingekauft wird, was er haben will! Aber dessen Sachverstand sollte die größte Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen!

    Dann als derjenige mit dem größten Sachverstand zu hören, der Spieler passe nicht ins System, dass ist für mich eine ordentlich Kelle gegen den Trainer!

    Wenn Brazzo weder Rebic, noch Can will, dann ist das völlig okay

    Natürlich ist es okay, wenn Brazzo weder Rebic noch Can will! Es soll ja nicht Zuruf des Trainers jeder Spieler geholt werden, der dem gerade besonders gut gefällt, sondern es muss sorgfältig abgewogen werden!

    Aber genau DAS scheint das Problem zu sein bislang - dass die Expertise von Flick als Trainer zu wenig oder gar nicht in die Entscheidungen mit hineinspielt!


    Denn wenn Brazzo Werner ablehnt, mag das bei manchen aus Antipathie gegen den ehemaligen RBler Zustimmung hervorrufen - die Erklärung, er passe nicht ins System, ist dann aber genau dafür Ausdruck, dass Flicks Einschätzungen keine Rolle spielten.

    Ich halte Flicks fachmännische Einschätzung eines Spielers schlichtweg für weit höher, als die von Brazzo - und es wäre durchaus vorstellbar, dass Flick den Spieler Werner gut einbauen und entwickeln hätte können. Vielleicht hätte Werner sogar gleich auf hohem Niveau Leistung zeigen können und nicht wie Sané erstmal eine ganze Saison "ankommen" müssen.

    Letzten Endes wissen wir es nicht, aber vom Sportdirektor zu hören, ein Spieler passe nichts ins System, ist für einen Trainer ein Schlag ins Gesicht! Erst recht für einen Trainer mit Format und Fähigkeiten wie Flick!


    Und da wundert es mich nicht, dass eine abgestimmte und gemeinsam durchgeführte Kaderplanung, wie sie z.B. letztens vom "Kaiser" beschrieben und auch in dem Kovac-Interview anklang, bei uns nicht mehr läuft!

    Augenscheinlich verantwortlich dafür ist weniger Flick, als Salihamidzic, der nicht dessen Klasse und Fähigkeiten hat, und der zur Profilierung eher ausgrenzt als Gemeinsamkeiten sucht.

    Sein sogenannter Vorgesetzter hätte genügend Gelegenheiten gehabt seine Position klar darzustellen, hat dies aber vermeiden und so haben er nebst der ganzen Führungsetage dann Flick öffentlich Amok laufen lassen, weil der sich nicht mehr anders zu helfen wusste.

    Etwas drastisch ausgedrückt, aber die Situation im Wesentlichen gut zusammengefasst!

    Bezeichnend auch, dass die zuvor schweigende und sich zurückhaltende Führungsriege jetzt vorwurfsvoll und beleidigt reagiert, wie eine sitzen gelassene Braut oder ein sitzen gelassener Bräutigam! Vergleichbar auch der Tenor vieler Beiträge hier: "Der Flick will uns verlassen? Was erlaubt der sich?"


    Man kann viele Aspekte der Situation zweifellos aus unterschiedlichen Sichtweisen betrachten, und je nach Gefühlslage und Haltung den einen oder anderen Gesichtspunkt in den Vordergrund stellen - sodass in der Folge immer eine der Konfliktparteien als die Böse hingestellt werden kann!


    Ich könnte z.B. sagen "Was wollt ihr? Salihamidzic hat doch gute Arbeit geleistet und dem Trainer einen Kader zusammengekauft, mit dem er CL Sieger geworden ist!", um dann eine Gegenposition einzunehmen und darauf hinzuweisen:

    "Der Stamm des aktuellen Kaders stammt noch aus den Zeiten vor Salihamidzic, und es ist Flicks hervorragenden Fähigkeiten zu verdanken, dass er aus den von Salihamidzic eingekauften Spielern, die an Qualität missen lassen und nicht oder zu spät "funktionierten", trotzdem eine Siegermannschaft formen konnte. Weil er jeden Spieler besser machen kann, selbst den Mittelmaß von der Einkaufsliste des Sportvorstandes"

    Und so gibt es zu jedem durchaus berechtigten Argument ein genauso stichhaltiges Argument dagegen - letztlich muss jeder für sich gewichten!


    Für mich das Entscheidende ist aber:

    Unsere Clubführung hat diese Gewichtung nicht vorgenommen und ist all die Monate seit Flicks Inthronisation als Cheftrainer nicht in der Lage gewesen, einen Konflikt, der den Verein zu spalten droht, zu entschärfen und einen Trainer an der Seitenlinie zu halten, der wie kaum ein anderer zu unserem FCB passt. Wenn auch nicht fehlerfrei, Flick's Menschenführung der Spieler, seine Fähigkeit, ein Spielsystem zu entwickeln, in dem die Stärken seiner Spieler bestens zur Geltung kommen, aber auch sein grundsätzlich angenehmer Umgang mit den Medien sind hervorragend und kaum zu toppen! Zu glauben, Flick sei verzichtbar und könne ohne große Probleme ersetzt werden, ist ein Trugschluss - eine Fehleinschätzung, bei der Selbstgerechtigkeit, Entscheidungsschwäche und Angst vor Veränderungen sicherlich auch keine geringe Rolle gespielt haben dürften!


    Und DAS werfe ich unserer Vereinsführung vor! Hätte man die Dinge rechtzeitig gegeneinander abgewogen, wäre man in der Lage gewesen, rechtzeitig genug auf die Situation reagiert zu reagieren und eine für beide Konfliktpartner genügende Lösung zu finden. Eine Lösung, in der sich sowohl Führung, als auch Trainer hätten wiederfinden können! Das hat man verpasst, und stattdessen zugelassen, dass sich der Konflikt immer weiter zuspitzt, in dem gerade Flick mit immer mehr Vehemenz und Öffentlichkeit sein Anliegen zu vertreten versuchte, um noch eine Änderung zu bewirken. Eine Änderung im Sinne der Mannschaft vor die er sich immer gestellt hat, und somit letztlich auch im Sinne des Vereins.

    Ich glaube Ironie ist nicht Dein Ding? Na ja, nicht weiter schlimm...ich kann mit der Witzfigur gut leben. Was mich stört ist, könntest Du die Frage auch mal inhaltlich beantworten? Flick ist so gut wie durch, warum aber sollte Brazzo unbedingt bleiben? airlon hat es auch richtig ausgedrückt, Schuld haben da sicher beide!

    Ja, zweifellos! Aber zweifellos NICHT beide 50% zu 50%. Wollte man abwägen, so würde sich die Waagschale bedenklich zu Lasten von Salihamidzic senken!!

    Und DAS ist für mich das Entscheidende!

    meinst du nicht, wenn es eigenartigerweise immer Flick ist , dem man keine Zugeständnisse machen will, dass es auch etwas an Flick liegt ...mal kann das sicher passieren, aber sooft ?

    Auffällig ist es zweifellos, dass Flick schon oft "die Brocken" hingeschmissen hat! Wir alle wissen nicht genau, was dazu geführt hat! Weder bei seinen früheren Jobs, noch aktuell bei unserem FCB! Ich weiß es daher auch nicht, ich kann nur Rückschlüsse ziehen, und da sehe ich einen Flick, der sich durchaus als ruhig und flexibel im Umgang gezeigt hat, auch wenn er eher wenig zur Experimentierfreude neigt! Kein Lautsprecher, sondern einer, der offen und sympathisch im Kontakt ist, nicht wie jemand, der nur sein eigenes Fortkommen im Sinn hat. So, wie er stets die Mannschaft und den Trainerstab in der Vordergrund gestellt hat. So jemand wie er scheint mir auch mit einer ordentlichen Portion Kompromissfähigkeit versehen zu sein...die aber an Grenzen gekommen zu sein scheint! Ich sehe also eine ungenügende Kompromissbereitschaft noch am wenigsten bei Flick, auch wenn er jetzt vermutlich nicht mehr auf den FCB zugehen wird.

    Mir geht es um unsere Unfähigkeit, solche Konflikte zu lösen

    Und um Konflikte zu lösen, bedarf es der Fähigkeit, eigene Wünsche zumindest zum Teil zurückzustellen und Kompromisse eingehen zu können. Zu versuchen, einen gemeinsamen Nenner, eine Schnittmenge zu finden, und eben nicht stur auf seiner Position zu beharren - weil es eben nicht nur DIE eine Seite gibt, die Lösungsmöglichkeiten bietet! Leider scheint mir diese Kompromissfähigkeit in unserer Vereinsführung verloren gegangen zu sein - interessanter Weise erweist sich jetzt derjenige am wenigsten kompromissbereit, dem ich bislang diesbezüglich die größte Stärke zugebilligt habe!

    Aber Flick wird sich vermutlich schon seit Längerem die Zähne an den unverrückbaren Vorstellungen seiner Gegenüber ausgebissen haben!

    Titel zu holen sind dein Job, Holst du sie hast du ihn gemacht, wenn nicht gehst du. Aber du wirst niemals darüber bestimmen, welche Mittel du dafür bekommst, du musst mit dem arbeiten, was du bekommst, kannst du das nicht, bist du der Falsche.

    Das heisst, Du bist der Meinung, der SpoDi/SpoVo verfügt über mehr fussballerischen Sachverstand, als der Trainer? Der Trainer, der von der Vereinsführung entsprechend der gewünschten Spielphilosophie eingestellt wurde und nun Spieler benötigt, mit denen er dieses System zum Erfolg bringen soll?

    ......seitdem man weiß da wird ein Bundestrainerposten frei. ;)

    Nein, seitdem man erkennt, dass der Verein NICHT wie erhofft, aus der Vergangenheit lernend, einem der wohl erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte in seinen Forderungen nach mehr Kompetenz in der Kaderentwicklung entgegenkommt, sondern an alten, dem modernen Fussball nicht mehr angemessenen Strukturen festhält!


    Flick hat mehrfach gezeigt, dass er gradlinig und konsequent ist, wenn die Dinge sich nicht so gestalten lassen, ist er bereit, seinen Posten aufzugeben! Selbst wenn er dann eine Zeit lang ohne Perspektive Privatier wäre!

    Ich denke, dass Flick seine Entscheidung auch ohne eine DFB-Option genauso getroffen hätte, denn es ging und geht ihm immer um die Sache...das heisst, um die Mannschaft und deren Weiterentwicklung! Eine Mannschaft, die er immer hinter sich wusste, und die ihm zweifellos auch weiterhin folgen wird.


    Und so, wie er sich zurückgenommen hat und stets die Mannschaft und seinen "Staff" in der Vordergrund rückte, wirkt das hier in manchen Beiträgen gezeichnete Bild eines eigensüchtig und rücksichtslos seine Ziele verfolgenden Flicks reichlich schräg!

    Flick hat die Situation jetzt genutzt, um noch einmal Druck aufzubauen, Änderungen in seinem Sinne zu erreichen und für seine Änderungswünsche zu werben, die er intern augenscheinlich über lange Zeit nicht erreichen konnte. Er hat jetzt sozusagen seine "letzte Patrone verschossen", und es bleibt für ihn nur der Ausweg Vertragsauflösung, vielleicht sogar verbunden mit der Hoffnung, durch diesen Schritt doch noch etwas in Bewegung zu bringen!


    Nein, Flick ist nicht fehlerlos gewesen, niemand wird das bestreiten! Seine Nibelungentreue zu bestimmten Spielern, die Tendenz in der Ausrichtung des Spielsystems dürfen und müssen kritisch hinterfragt werden. Aber Flick hat bewiesen, dass er flexibel sein kann, wäre sicherlich anpassungsfähig in diesen Aspekten! Er würde vermutlich sogar bleiben, wenn denn die Harmonie vorhanden wäre, die er für sein Arbeit braucht und einfordert. An der - und am Vetorecht - fehlt es, und das wiederum treibt ihn vom FCB weg! Nicht der DFB, und nicht die Aussicht auf einen ruhigeren Job als Bundestrainer!

    Ich bin traurig, dass Hansi geht! Hätten alle an einem Strang gezogen, wäre - da bin ich überzeugt - auch in den nächsten Jahren mit Flick an der Seitenlinie Großes zu erreichen gewesen!

    Ich bin erleichtert, dass die Hängepartie vorbei ist und eine klare Ansage von Flick getroffen wurde, so, wie es zuletzt von mehreren Seite eingefordert wurde!

    Und ich bin ärgerlich!

    Ärgerlich, dass es von Führungsseite keinerlei Bemühungen gegeben hat, unserem Erfolgstrainer entgegen zu kommen und zu zeigen, dass man bereit ist, Änderungen in seinem Sinne herbeizuführen. Stattdessen Schweigen! Einzig Rummenigge hat sich klar zugunsten unseres Noch-Trainers positioniert und ihn gewürdigt, ohne allerdings substantiell auf Flicks Kritik einzugehen. Und nur nebenbei: Mitspracherecht ist nicht gleichzusetzen mit Vetorecht!! Das aber ist Flick augenscheinlich verwehrt geblieben, und selbst die Möglichkeiten zur Einflussnahme im Rahme dieses Mitspracherechts schienen begrenzt zu sein.

    Hätte der Verein einen vergleichbaren Umgang mit dem Trainer hinsichtlich Kaderplanung gezeigt, wie ihn jüngst selbst Beckenbauer in einer Meinungsäußerung skizziert hatte, wäre Flick sehr wahrscheinlich weniger unzufrieden, als es es seit Monaten ist!


    Und der Grund dafür liegt in der Unbeweglichkeit des Vereins, der die Dinge lieber so lässt, wie sie seit Jahrzehnten sind, und auf diese Weise notwendige Änderungen, auf die Flick intern hingearbeitet haben wird, schlichtweg ignoriert!

    "Ein kurzer Auszug: Im Anlaufen hätten die Spieler ihre Positionsaufgaben nicht erfüllt, die Abstände waren zu groß, dadurch fehlte die Ordnung gegen und nach den seltenen Eroberungen auch mit dem Ball.

    „Wir hatten nicht immer dieselbe Idee, was wir wann machen müssen“, monierte der Däne. „Wann pressen wir, wenn die Kölner flach spielen? Wer hat welche Aufgabe? Die Antworten haben nicht alle schnell genug gefunden.“


    Dies ist ein kurzer Abschnitt aus einem Bericht der FAZ über das Spiel der 05er gegen Köln, in dem angesprochen wurde, warum sich die Mainzer Spieler so schwer gegen den Mit-Abstiegskonkurrenten aus Köln taten!


    Ich habe da an unsere Diskussion hier gedacht über die Frage , in wie weit ein Trainer mehr Entscheidungskompetenz hinsichtlich der Kaderpolitik eingeräumt werden soll.

    Es wird aus diesen wenigen Sätzen schon sehr deutlich, wie hoch die Anforderungen an einen Trainer sind, moderne Konzepte für ein Spiel zu vermitteln - und genauso muss ein Spieler heutzutage auch in der Lage sein, diese Konzepte zu verstehen und sie umzusetzen. Da es ganz bestimmt noch Duzende solcher Aspekte im modernen Fussball gibt, wird die Anforderung an einen Profi ebenfalls sehr hoch sein! Es geht eben um viel mehr als Pass-Quoten, Zweikampfgewinne oder Laufleistungen!


    Kann ein Sportdirektor in den Sichtungen und Gesprächen erkennen, ob ein Spieler dazu in der Lage ist, solche Dinge zu verstehen und umzusetzen, noch dazu im Verbund mit anderen Spielern?

    Ich meine, ein Sportdirektor wird in solchen Dingen an Grenzen stoßen, sodass der Cheftrainer unbedingt mit einzubeziehen ist - und dann auch eine gewisse Entscheidungskompetenz erhalten muss, da sonst die Gefahr groß ist, einen Spieler zu verpflichten, der den Anforderungen des gespielten Systems nicht gewachsen ist.

    Für mich stellt Flick seine eigenen Interessen über das Wohl des Vereins und zieht sein Ding kompromisslos durch

    So ein Charakterzug wäre doch schon früher sichtbar geworden! Meinst Du nicht, dass er es schwer gehabt hätte, die Mannschaft so auf sich einzuschwören, wie es ihm bislang gelungen ist, wenn er jemand wäre, der kompromisslos handelt und nur sein eigenes Ding macht? Oder meinst Du, hat er jetzt erst seine Maske fallen lassen, und die ganze Zeit nur geschauspielert? Das kann ich mir nicht vorstellen, dass er so ein Egomane ist! Da gibt es andere im Verein!