Posts by mathanias

    Hinsichtlich der Gehaltsentwicklung wird ein gewisses Umdenken stattfinden, da habe ich gar keinen Zweifel. Ich zweifele aber auch nicht daran, dass dieses Umdenken allenfalls zu einem verlangsamten Anstieg der Millionengehälter von Spitzenspielern führen wird, eine Regression der Gehälter dürfte auch weiterhin Utopie bleiben.

    Wir werden also diese Entwicklung mitmachen müssen, wollen wir unter den Top-Mannschaften Europas bleiben. Und selbst dann werden wir den Scheich- und Oligarchenclubs hinterherlaufen und hinsichtlich der Qualität unserer Spieler kleinere Abstriche machen müssen.

    Doch auch eine aus top-bezahlten Spitzenspielern zusammengesetzte Mannschaft ist noch immer keine Garantie für Erfolge, PSG und ManC wissen ein Lied davon zu singen.


    Es gibt meines Erachtens ohnehin zwei Aspekte, die mindestens so wichtig sind, wie Top-Spieler in den eigenen Reihen:

    Das ist zum Einen die soziale Kompetenz in der sportlichen Führung! Damit meine ich nahbare Trainer, die verstanden haben, dass sie es mit Menschen, oft genug mit noch sehr jungen Menschen zu tun haben, die keine beliebig verschiebbare Ware sind, welche man fallen lassen kann, wenn man sie nicht braucht. Die man vielmehr "hegen und pflegen" muss durch Zuwendung und Verständnis, ohne die nötige Disziplin und den fussballerischen Anspruch an die Spieler aus den Augen zu verlieren. Zugleich muss die Vereinsführung diesen Umgang mitgehen, und nicht durch gegenläufiges Agieren konterkarieren. Gerade das ist, so scheint es, ein Problem der großen Clubs in Europa, die zumeist gute Trainer und noch bessere Spieler haben, bei denen die Führung aber ein menschliches Miteinander auf Augenhöhe eher als Schwäche auslegt.


    Zum Anderen ist Innovationsbereitschaft ein entscheidender Aspekt, um Erfolge zu erringen, auch ohne Irrsinns-Gehälter zu zahlen! Damit meine ich nicht nur technische Neuerungen in der Leistungsüberwachung oder Trainingsunterstützung, sondern - unabhängig vom Zahlenspiel einer Grundaufstellung - auch und gerade die Einführung neuer Herangehensweisen auf dem Spielfeld. Es sind häufig vermeintliche Kleinigkeiten, wie z.B. die Idee eines abkippenden Aussenverteidigers oder des bogenförmige Anlaufen im Forechecking, die eine enorme Wirkung im Spiel entfalten und einen geringen Unterschied in der Qualität der Spieler zweier Mannschaften mehr als wieder wett machen können.


    Zur Entwicklung von solchen Innovationen halte ich Nagelsmann auf jeden Fall für in der Lage! Und unsere Führung wird - hoffentlich - solchen Neuerungen nicht entgegenstehen! Daher sehe ich uns zwar aufgrund etwas geringerer finanzieller Zahlkraft zwar durchaus im Hintertreffen, aber trotzdem mit guten Chancen auf neue Erfolge. National wie auch international in der CL!

    Wenn Fussballspieler - Javi war ja nicht der Erste, und wird auch nicht der Letzte sein - in die Golfstaaten wechseln, dann bedeutet das zunächst mal, dass sich diese Staaten etwas öffnen! Da es aus Europa nicht nur Fussballer geben wird, die dorthin gehen und zumindest für eine Zeit ihren Lebensmittelpunkt dort haben, wird es also eine nicht geringe Menge an Menschen sein, die dort ihre Spuren hinterlassen.

    Was bedeutet, dass wenigstens zu einem kleinen Teil die Haltungen und Wertvorstellungen dieser europäisch sozialisierten Menschen in den Golfstaaten Bekanntheit gewinnt und einer Entwicklung Kraft gibt, die Veränderungen vor Ort ermöglichen wird. Es ist eben nicht die "große Revolution", die Verhältnisse ändert, sondern die vielen kleinen Kontakte und gewonnenen Beziehungen, die Neues und Interessantes in das Leben der Menschen vor Ort bringt.

    Und diese Beziehungen müssen gestärkt werden! Das gelingt allerdings kaum durch Ausgrenzung und Ignoranz des Beziehungspartners!

    oder glaubst du Gerland sei der einzige, der die Seele der Spieler streicheln kann.

    Dann nenne mir doch mal, wer jetzt noch als "Seelenstreichler" da ist? Nagelsmann ist jedenfalls nicht dafür bekannt!

    Ach so, wenn es nach manchen Leuten hier geht, sind das ja eh alles Memmen, die so etwas brauchen bzw. darauf Wert legen, oder?

    und ja für die Entwicklung ist es gut ...

    Alles klar! Du findest also eine Entwicklung gut, durch die jemand mit Empathie, Kommunikationsvermögen und einen Blick für die Fähigkeiten und Besonderheiten junger Spieler wie kaum ein Zweiter den Verein verlässt?

    Du bist dann sicherlich auch der Meinung, Spieler sollen gefälligst ihre Leistung bringen und sich nicht beklagen! Junge Menschen mit Sorgen und Nöten? Sollen sich bei ihren Müttern ausheulen oder zum Seelenklempner gehen! Schwächephase? Wenn sie den Anforderungen nicht genügen, weg mit ihnen, dann kommen halt andere, die es besser können! Über 30? Zu oft verletzt? Brauchen wir nicht, kann gehen! Die große FCB-Familie? Keine Zeit für Sentimentalitäten, wir haben Pokale zu gewinnen!

    Mir graust es...

    Daher glaub ich Gerland durchaus das er einfach realisiert hat, dass der FCB wie er ihn seit 30 Jahren kennt, hier ab Sommer so nicht mehr stattfindet.

    Das genau ist doch das Problem!!! Wenn sich jemand wie Gerland nicht mehr mit dem FCB identifizieren kann, weil sich der Verein so sehr verändert, was ist das denn für eine Entwicklung? Findest Du das gut?

    Du hast recht, Granti, es geht um Nuancen! Aber um die Nuancen, die es ausmachen, dass ein Spieler von höchstem internationalen Format sich noch einmal verbessern kann! Jemand wie Gerland, der mit seinem fast untrüglichen Blick für Talente genau weiß, was erforderlich ist für dessen Entwicklung, kann einen Taktikfuchs und detailversessenen Fussballfachmann wie Guardiola oder auch Nagelmann hervorragend ergänzen und ihm zuarbeiten! Weit mehr, als nur den Spielern zu sagen, wie sie die nächste Übungseinheit zu absolvieren haben. Und gleichzeitig kann er eben durch seine Bodenständigkeit und rauhe Herzlichkeit einen eher kühlen, technokratischen Umgang wie ich ihn von einem Nagelsmann befürchte ausgleichen. Das wird fehlen, erst recht, wenn ein SpoVo wie "Brazzo" das auch nicht schafft!

    Insbesondere geht aus der Mitteilung nicht hervor, ob man sich in irgendeiner Weise darum bemüht hat, Gerland von einer Vertragserfüllung und ein Verbleib im Verein zu überzeugen und ihn zu halten!

    Das passt in eine Entwicklung, die hin zu einer sachlich-nüchtern und funktionellen-technokratischen, aber weg von einer empathischen, verstehend-zugewandten und somit "menschlichen" Art des Miteinanders. "Elf Freunde müsst Ihr sein!" ist sicherlich ein unerreichbares Ideal und auch nicht immer zielführend, es muss Reibungspunkte geben, um eine Entwicklung voranzubringen! Was ich jetzt sehe, ist eine Entkernung dessen, was die FCB-Familie in den letzten Jahren ausgemacht hat und im erneuten Gewinn der CL mündete. Wenn Legenden der Mannschaft aussortiert werden, weil nach der Einschätzung der Vereinsführung zu alt und zu verletzungsanfällig, wenn Trainer mit höchsten Softskills im Umgang mit den Spielern gegangen werden, bzw. man sie gehen lässt, dann geht dieses "Menschliche" im Verein verloren - und es meinen auch nur die Apologeten der Vereinsführung hier, dass jene nicht verantwortlich für diese Entwicklung war bzw. ist und diesem Exodus, der rückblickend wohl schon mit dem Wechsel von Uli Hoeneß ("meine Bürotür steht immer offen!" begonnen hat, nichts entgegen setzen konnte.

    Leider sehe ich niemanden, der diesen wichtigen Aspekt in der Führung wieder einbringen kann, und somit werden kalte Zeiten an der Säbener anbrechen!

    Wie Gerland hier von Einigen als "Hütchenaufsteller" geschmäht wird, ist für mich unbegreiflich! Und entlarvend! Sicher, er war bislang "nur" Co-Trainer, und gleichzeitig war und ist er so viel mehr! Einer, der nicht nur lustige Sprüche klopfen, sondern genau einschätzen kann, wie sich ein Spieler entwickelt, wie dessen Stärken sind, wie er sich noch verbessern kann. Er ist einer, der klar sagt, was ihm missfällt, der die Spieler aber auch aufrichten kann und zu ihnen hält. Eben eine wirkliche "Seele" des FCB!

    Mit seinem Blick für die Jungen, mit seiner Einschätzung wäre er ohne jeden Zweifel ein guter Assistent für Nagelsmann, und weiterhin ein wichtiges Bindeglied zwischen Nachwuchsspielern und den Profis! Und ich bin überzeugt, dass Gerland nicht "einfach so" hinschmeißt, sondern lieber geblieben wäre! Vermutlich kann er mit dem "modernen Fussballzeugs" mit Laptop, Echtzeiterfassung von Spielerdaten und digitalen Torwänden nicht viel anfangen, aber dass muss er auch nicht, denn darum geht es nicht! Sondern es geht immer um Menschen, um junge Menschen im harten Profifussball-Geschäft mit ihren Hoffnungen und Befürchtungen! Es geht nicht um Maschinen, die nur zu funktionieren haben! Gerland weiß das, und hat ein Gespür dafür, was die jungen Spieler brauchen. Er mehr als jeder andere beim FCB verkörpert diesen familiären Aspekt des FCB! Und ihn zu verlieren, bedeutet auch, das Familiäre zu verlieren - zumindest zu einen großen Teil! Und diesen Verlust wird man kaum kompensieren können! Wenn man das denn überhaupt will!

    Die Vorfreude war zuletzt bei der Verpflichtung von Pep so groß. Trotz seines jungen Alters sehe ich ihn taktisch auf Augenhöhe mit Pep und Tuchel.

    Die Vorfreude bei mir hält sich etwas in Grenzen! Ich halte Nagelsmann fussballfachlich für nicht ganz auf Augenhöhe mit Pep und Tuchel, die beiden haben ihm hinsichtlich internationaler Spiele einiges an Erfahrungen voraus! Verstecken muss sich Julian keineswegs vor den beiden, und als Grundlage für eine weitere Entwicklung hat unser neuer Coach zweifellos viel zu bieten! Daher passen auch die 5 Jahre, denn möglicher Weise wird es etwas Zeit brauchen, bis sich Neu-Trainer, Spieler und Verein auf einander eingestellt haben, zumal Nagelsmann nicht nur hinsichtlich Fitness hohe Anforderungen an seine Spieler stellt.

    Probleme sehe ich, trotz gegenteiliger Meinungen hier im Forum, im Umgang mit den Spielern. Es ist für mich kein Zufall, dass wir die größten Erfolge mit Trainers feiern konnten, die zugewandt und empathisch mit ihren Spielern umgehen konnten, als "Spielerversteher" galten. Die dafür nötige Gelassenheit, gepaart mit Entschlossenheit und Klarheit in der Kommunikation hat man üblicherweise noch nicht gleich zu Anfang seiner Laufbahn entwickeln können.

    Auch Nagelsmann wird daher noch dazu lernen müssen. Das wiederum traue ich ihm aber durchaus zu, denn insgesamt zeigt er sich ja durchaus sympathisch, was immer eine gute Grundlage für ein gelingendes Miteinander ist.

    Unter dem Strich ist die Verpflichtung von Nagelsmann für mich eine zukunftsweisende und vielversprechende Entscheidung, deren rasche und geräuschlose Durchführung mich ebenfalls zuversichtlich stimmt!

    Daher: Willkommen Julian!


    Nur ein Gedanke am Rande: Ob die Verhandlungen tatsächlich so rasch abgelaufen sind, wie es jetzt den Anschein hat, darf aber auch hinterfragt werden! Normalerweise gehören zu solchen Verhandlungen viel "Papierkram" und noch mehr Auseinandersetzungen über Details, für deren Klärung es üblicher Weise viel Zeit braucht! Möglicher Weise war die ersten Kontaktaufnahme durch Salihamidzic doch mehr als nur informeller Art!

    Ich will nicht behaupten, dass "Brazzo" damit schon die Demission von Flick vorbereitet hat, aber Flick's Verärgerung darüber kann ich mir gut vorstellen, ebenso, dass es dessen Ausstiegsgedanken intensiviert hat. Was nun aber den Anstoß gegeben hat, wer weiß?

    Ich denke, in fussballfachlicher Hinsicht gibt es an Nagelsmann wenig bis gar nichts auszusetzen! Er ist ein top, top, top-Trainer, um einen seiner geschätzten Kollegen zu bemühen! ;-)


    Trotzdem gefällt mir der Wechsel zum Noch-RB-Coach nicht so ganz: Das er mit Stars gerade auch in der Krise umgehen kann und die dafür nötige Gelassenheit zeigt, hat er bislang noch nicht unter Beweis gestellt. Das wäre für mich aber eine der wichtigen Fähigkeiten über das rein fussballfachliche Können hinaus, was ein Trainer, der bei uns anheuert, mitbringen muss. Ich traue es ihm zu, aber es könnte auch bös in die Hose gehen.


    Am meisten stört mich allerdings, dass Nagelsmann - so, wie ich unseren Verein kenne - in zwei Jahren trotz großer Ablösesumme schon wieder Geschichte sein dürfte! Er wird dann in der PL einen der großen Vereine finden, und nicht zuletzt aufgrund der hier bei uns gemachten Erfahrungen dort dann eine Ära prägen können!


    Andersherum wäre es mir lieber: Nagelsmann sollte seine Aufgabe bei RB beenden und zeigen, dass er die Truppe dort wirklich zum "Bayernschreck" formen kann, dann bei einem ausländischen Club noch weiter Erfahrungen sammeln, um dann bei uns viele Jahre erfolgreich zu wirken. Dann wäre es ihm und dem Verein zuzutrauen, entsprechend miteinander auszukommen, zumal sich in der Zwischenzeit auch bei uns einiges in der Struktur ändern dürfte!

    Aber ok, ich lasse mich gern überraschen, und ohnehin gilt: "Man sieht sich immer zweimal im Leben!" Gilt übrigens auch für Hansi! ;-)

    Fußballersicher Sachverstand und Sachverstand für Transfers sind zwei ganz verschiedene Dinge.

    Als ob man für Transfers keinen fussballerischen Sachverstand bräuchte!

    Und klar, die Spieler, die der eine Trainer holt oder holen lässt, passen dann überhautpt nicht mehr für den Nachfolger! Obwohl unter beiden das vergleichbare System gespielt wird. Nein, andersherum wird ein Schuh draus!

    Flicks Sachverstand haben wir ja zur Genüge bei Sarr und Dantas gesehen

    Flick, denjenigen Trainer, unter dessen Regie unsere Mannschaft das erneute Triple geholt hat, fußballerischen Sachverstand absprechen?

    Okeee...das muss ich nicht wirklich ernst nehmen, oder?

    Und nur nebenbei, zum Thema, wer für die Entscheidung, Sarr zu holen in erster Linie verantwortlich ist, darüber gibt es auch unterschiedliche Einschätzungen. Aber selbst wenn Sarr auf Flick's "Mist gewachsen" sein sollte, ihm Sachverstand absprechen zu wollen, ist albern!

    Es ist doch einfach zielführender und günstiger, die Mannschaft an einer gewissen Spielidee auszurichten (zumindest im Groben, im Detail ist dann sowieso jeder Spieler und Trainer anders) und dann einen Trainer zu holen, der damit arbeiten kann.

    Ganz genau! Und dem Trainer, der entsprechend dieser Spielphilosophie geholt wurde und dann einen Spieler so einschätzt, dass er passen würde - diesen Spieler abzulehnen mit der Begründung, er passe nicht ins System - das macht dann Sinn??

    Natürlich wird kein Trainer zig tausend Spieler und Spielerprofile sichten, dafür gibt es ja das Scouting! Und ein Trainer wird zunächst ja auch ohne bestimmte Namen ein Anforderungsprofil erstellen, was in den einzelnen Mannschaftsteilen auf den Positionen seiner Ansicht nach erforderlich ist, welche offensiven und defensiven Fertigkeiten erforderlich sind. Dann erst geht es um Namen!


    Mit deinem Gefühl, granti , Flick habe noch immer Ansichts- und Verhaltensweisen, die eher einem Manager, als einem Trainer zu zuweisen wären, magst Du recht haben! Ein interessanter Gedanke! Wobei auch da die Frage wäre, ob Flick diese Attitüde von Beginn an hatte und Brazzo deshalb die Notwendigkeit sah, sich stärker zu profilieren? Oder musste Flick immer mehr "den Manager herauskehren", weil Brazzo die Dinge nach Flick's Einschätzung nicht geregelt bekam. Da Flick ziemlich lange als Co bei uns unterwegs war und somit genug Zeit hatte, sich daran zu gewöhnen, wieder als Trainer zu arbeiten, tippe ich eher auf Letzteres! Aber auch das wäre wieder eine "Glaubensfrage" :P

    Mit dem Know How von Flick hat die Kaderplanung doch nur bedingt etwas zu tun

    Oh, die Überlegung bei Dir wundert mich, granti ! Gerade die Expertise des Trainers ist doch für die Kaderplanung entscheidend! Meine ich jedenfalls!

    Man sollte sie daher eben nicht in erster Linie dem SpoDi/SpoVo bzw. den Vorständen oder Aufsichtsräten überlassen! Was natürlich nicht heißt, das dem Trainer alles eingekauft wird, was er haben will! Aber dessen Sachverstand sollte die größte Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen!

    Dann als derjenige mit dem größten Sachverstand zu hören, der Spieler passe nicht ins System, dass ist für mich eine ordentlich Kelle gegen den Trainer!

    Wenn Brazzo weder Rebic, noch Can will, dann ist das völlig okay

    Natürlich ist es okay, wenn Brazzo weder Rebic noch Can will! Es soll ja nicht Zuruf des Trainers jeder Spieler geholt werden, der dem gerade besonders gut gefällt, sondern es muss sorgfältig abgewogen werden!

    Aber genau DAS scheint das Problem zu sein bislang - dass die Expertise von Flick als Trainer zu wenig oder gar nicht in die Entscheidungen mit hineinspielt!


    Denn wenn Brazzo Werner ablehnt, mag das bei manchen aus Antipathie gegen den ehemaligen RBler Zustimmung hervorrufen - die Erklärung, er passe nicht ins System, ist dann aber genau dafür Ausdruck, dass Flicks Einschätzungen keine Rolle spielten.

    Ich halte Flicks fachmännische Einschätzung eines Spielers schlichtweg für weit höher, als die von Brazzo - und es wäre durchaus vorstellbar, dass Flick den Spieler Werner gut einbauen und entwickeln hätte können. Vielleicht hätte Werner sogar gleich auf hohem Niveau Leistung zeigen können und nicht wie Sané erstmal eine ganze Saison "ankommen" müssen.

    Letzten Endes wissen wir es nicht, aber vom Sportdirektor zu hören, ein Spieler passe nichts ins System, ist für einen Trainer ein Schlag ins Gesicht! Erst recht für einen Trainer mit Format und Fähigkeiten wie Flick!


    Und da wundert es mich nicht, dass eine abgestimmte und gemeinsam durchgeführte Kaderplanung, wie sie z.B. letztens vom "Kaiser" beschrieben und auch in dem Kovac-Interview anklang, bei uns nicht mehr läuft!

    Augenscheinlich verantwortlich dafür ist weniger Flick, als Salihamidzic, der nicht dessen Klasse und Fähigkeiten hat, und der zur Profilierung eher ausgrenzt als Gemeinsamkeiten sucht.

    Sein sogenannter Vorgesetzter hätte genügend Gelegenheiten gehabt seine Position klar darzustellen, hat dies aber vermeiden und so haben er nebst der ganzen Führungsetage dann Flick öffentlich Amok laufen lassen, weil der sich nicht mehr anders zu helfen wusste.

    Etwas drastisch ausgedrückt, aber die Situation im Wesentlichen gut zusammengefasst!

    Bezeichnend auch, dass die zuvor schweigende und sich zurückhaltende Führungsriege jetzt vorwurfsvoll und beleidigt reagiert, wie eine sitzen gelassene Braut oder ein sitzen gelassener Bräutigam! Vergleichbar auch der Tenor vieler Beiträge hier: "Der Flick will uns verlassen? Was erlaubt der sich?"


    Man kann viele Aspekte der Situation zweifellos aus unterschiedlichen Sichtweisen betrachten, und je nach Gefühlslage und Haltung den einen oder anderen Gesichtspunkt in den Vordergrund stellen - sodass in der Folge immer eine der Konfliktparteien als die Böse hingestellt werden kann!


    Ich könnte z.B. sagen "Was wollt ihr? Salihamidzic hat doch gute Arbeit geleistet und dem Trainer einen Kader zusammengekauft, mit dem er CL Sieger geworden ist!", um dann eine Gegenposition einzunehmen und darauf hinzuweisen:

    "Der Stamm des aktuellen Kaders stammt noch aus den Zeiten vor Salihamidzic, und es ist Flicks hervorragenden Fähigkeiten zu verdanken, dass er aus den von Salihamidzic eingekauften Spielern, die an Qualität missen lassen und nicht oder zu spät "funktionierten", trotzdem eine Siegermannschaft formen konnte. Weil er jeden Spieler besser machen kann, selbst den Mittelmaß von der Einkaufsliste des Sportvorstandes"

    Und so gibt es zu jedem durchaus berechtigten Argument ein genauso stichhaltiges Argument dagegen - letztlich muss jeder für sich gewichten!


    Für mich das Entscheidende ist aber:

    Unsere Clubführung hat diese Gewichtung nicht vorgenommen und ist all die Monate seit Flicks Inthronisation als Cheftrainer nicht in der Lage gewesen, einen Konflikt, der den Verein zu spalten droht, zu entschärfen und einen Trainer an der Seitenlinie zu halten, der wie kaum ein anderer zu unserem FCB passt. Wenn auch nicht fehlerfrei, Flick's Menschenführung der Spieler, seine Fähigkeit, ein Spielsystem zu entwickeln, in dem die Stärken seiner Spieler bestens zur Geltung kommen, aber auch sein grundsätzlich angenehmer Umgang mit den Medien sind hervorragend und kaum zu toppen! Zu glauben, Flick sei verzichtbar und könne ohne große Probleme ersetzt werden, ist ein Trugschluss - eine Fehleinschätzung, bei der Selbstgerechtigkeit, Entscheidungsschwäche und Angst vor Veränderungen sicherlich auch keine geringe Rolle gespielt haben dürften!


    Und DAS werfe ich unserer Vereinsführung vor! Hätte man die Dinge rechtzeitig gegeneinander abgewogen, wäre man in der Lage gewesen, rechtzeitig genug auf die Situation reagiert zu reagieren und eine für beide Konfliktpartner genügende Lösung zu finden. Eine Lösung, in der sich sowohl Führung, als auch Trainer hätten wiederfinden können! Das hat man verpasst, und stattdessen zugelassen, dass sich der Konflikt immer weiter zuspitzt, in dem gerade Flick mit immer mehr Vehemenz und Öffentlichkeit sein Anliegen zu vertreten versuchte, um noch eine Änderung zu bewirken. Eine Änderung im Sinne der Mannschaft vor die er sich immer gestellt hat, und somit letztlich auch im Sinne des Vereins.

    Ich glaube Ironie ist nicht Dein Ding? Na ja, nicht weiter schlimm...ich kann mit der Witzfigur gut leben. Was mich stört ist, könntest Du die Frage auch mal inhaltlich beantworten? Flick ist so gut wie durch, warum aber sollte Brazzo unbedingt bleiben? airlon hat es auch richtig ausgedrückt, Schuld haben da sicher beide!

    Ja, zweifellos! Aber zweifellos NICHT beide 50% zu 50%. Wollte man abwägen, so würde sich die Waagschale bedenklich zu Lasten von Salihamidzic senken!!

    Und DAS ist für mich das Entscheidende!