Posts by brazzo2413

    Ich bin sehr gespannt auf das, was uns erwartet.


    Auch wenn ich Kovac nicht für die optimale Lösung halte, bin ich weit davon entfernt, ihn zu verteufeln und habe eine gewisse Hoffnung, dass seine positiven Aspekte die Risiken aufwiegen, die natürlich bei dieser Verpflichtung gegeben sind.


    Zunächst sollten wir bei der Bewertung von Kovac die ganzen Umstände seiner Verpflichtung und der Trainersuche möglichst außen vor lassen. Da ist scheinbar einiges schief gelaufen und wir haben uns völlig unnötig in eine komplizierte Situation gebracht. An der kann aber Kovac nichts. Für ihn ist das hier eine riesige, vielleicht einmalige Chance und ich denke uns hoffe, dass er clever genug ist, das zu erkennen und sich entsprechend darauf einzustellen.


    Was darf man erwarten?


    In positiver Hinsicht kann man mE einen taktisch flexiblen Trainer erwarten. Seine Sätze bei der kroatischen Nationalmannschaft waren seltsam und nicht zeitgemäß. Sie mögen aber auch einer gewissen medialen Erwartung geschuldet gewesen sein. Ein Trainer, der wenig Wert auf Taktik legt, hat nicht solche Erfolge wie Kovac in den letzten beiden Jahren mit der Eintracht. Ob es dann die richtige Taktik für uns ist, ist eine andere Frage. Aber dazu später noch mehr.


    Ich halte ihn tatsächlich für flexibel. Auch wenn der globale, strategische Ansatz oft ähnlich war, hat er sich doch mit seinem Team oft dem Gegner angepasst und individuelle Lösungen gefunden. Er hat immer mal wieder zwischen 3er(5er) und 4er Kette gewechselt, unterschiedliche Offensivmuster spielen lassen und unterschiedliche Pressingvarianten gezeigt.


    Er ist ein Trainer, der sich mit Fachleuten umgibt und nicht davor scheut, sich externen Rat zu holen und sich dadurch inspirieren zu lassen - etwas, was im modernen Fußball mE unabdingbar ist, auch um verkrustete Strukturen etwas aufzubrechen. Beispiele habe ich im "neues Trainerteam thread" vor einigen Tagen genannt, Stichworte neuer Co-Trainer, Physio von Gladbach etc.


    Er bindet junge Spieler ein (siehe etwa Vallejo letztes oder Luka Jovic und Marius Wolf dieses Jahr), kann aber auch mit älteren, erfahrenen Spielern umgehen und denen einen unverhofften 2. Oder 3. Frühling bescheren, nachdem diese abgeschrieben waren und die plötzlich besser spielen als wahrscheinlich je zuvor (Chandler, Hasebe) oder sich zumindest wieder auf ihr altes Niveau einfinden (Boateng, Rebic).


    Er beherrscht die Sprache ohne Probleme. Das ist zwar heutzutage nicht zwingend für einen Trainer eines Topvereins, aber unfraglich hilfreich.



    Die Risiken sind natürlich die Frage der Flexibilität hinsichtlich seiner Strategie, seiner Spielphilosophie. Die mangelnde Erfahrung mit Europapokalspielen und mit absoluten Starspielern. Die Risiken sollte man nicht außer Acht lassen. Aber je nachdem, wie flexibel sich Kovac gibt, kann er diese durchaus bewältigen.


    Spielphilosophie:
    Natürlich passt das nicht zu uns, was er momentan in Frankfurt spielen lässt. Aber erstens hat er da völlig andere Spieler und zweitens wird er hoffentlich sehr schnell erkennen, dass er hier anders spielen lassen muss. Alle die hier so sehr auf Tuchel gehofft haben, sollten sich nochmal in Ruhe anschauen, was der in Mainz spielen ließ... Das war auch strategisch IdR Umschaltfußball. Flexibel in der Ausgestaltung, aber das auch hauptsächlich, weil er enorm häufig den Gegner gespiegelt hat, was aber ähnlich wie bei Kovacs Eintracht zu enorm vielen direkten Zweikämpfen und 1gg1 Situationen im Mittelfeld führt. Das Ballbesitz- und Positionsspiel, das viele an seinen Dortmunder Jahren schätzen, hat er sich doch auch tatsächlich erst dort so richtig drauf gepackt. Vorher hat er auch so gut wie nie so spielen lassen.


    Mangelnde Europapokalerfahrung:
    Wahrscheinlich das größte Risiko. Aber da hoffe ich einfach darauf, dass er sich nicht davor scheut, sich mit Leuten zu umgeben, die ihn da vernünftig beraten können. Ich weiß nicht, ob Peter Hermann bleibt. Es wäre mE enorm wichtig. Aber es sollte auch andere geben, die ihn da vernünftig beraten. Und wie oben schon beschrieben, Kovac ist jemand, der bereit ist, sich von Fachleuten beraten zu lassen. Ähnliches gilt für die Belastungssteuerung aus medizinischer Sicht. Wir haben da erfahrene Leute.


    Der Umgang mit Stars:
    Natürlich wichtig. Insbesondere Ribery, Robben, Lewandowski sind Charaktere, die man richtig anfassen muss. Aber wir haben ja gerade erst über ein Jahr lang erlebt, wie selbst ein vermeintlich sehr erfahrener Spielerflüsterer dabei scheitern kann, weil er nicht (mehr) die Sprache und Erwartungshaltung der heutigen Generation trifft. Vielleicht ist gerade einer wie Kovac da besser: jung, aber nicht zu jung. Selbst Spieler gewesen, international und Nationalspieler. Ein paar Trainerstationen schon gehabt und dabei selbst schwierige Leute wie Boateng und Rebic überzeugt.


    Ein Nagelsmann mag hinsichtlich des Spielstils - möglicherweise - besser passen. Die anderen Risiken wären doch aber bei ihm genau die gleichen - und der hatte als Spieler weniger erreicht und auch als Trainer bisher noch nicht mit ganz schwierigen Charakteren zu tun, in Hoffenheim zudem ein ruhigeres Umfeld als Frankfurt - und Medienarbeit ist ja heutzutage durchaus ein wichtiges Thema. Das soll nicht heißen, dass Nagelsmann nicht gepasst hätte. Es soll nur verdeutlichen, dass es auch bei dem einige Risiken gegeben hätte.


    Und mal ernsthaft, was passiert denn, wenn es total in die Hose geht? Man wird für 2019 ne richtig große Lösung präsentieren. Die wichtigen Spieler vergrault man damit nicht. Das haben wir ja jetzt in 1 1/2 Jahren mit Ancelotti gesehen.



    Lange Rede, kurzer Sinn: lasst uns Kovac eine faire Chance geben. Er kann nichts für das Drumherum, das letztlich zu seiner Verpflichtung geführt hat und die zweifellos gegebenen Risiken wären so oder so ähnlich auch bei den meisten anderen, jetzt noch realistischen Lösungen zum Tragen gekommen.
    Betrachtet man die Jahre von Kovac bei der Eintracht, gibt es durchaus Anlass zur Hoffnung, dass er ein Typ ist, der im Gesamtpaket passen könnte.

    Wir hätten immerhin die passenden Verteidiger für sein System. Dennoch ist er einfach in Dortmund zu unflexibel in Sachen System gewesen, zu stur. Etwas mehr Flexibilität und Reaktion auf Dinge, die offensichtlich nicht funktionieren, wäre wünschenswert.

    Ich lese gerade das aktuelle Buch von Tobias Escher, Zeit der Strategen.


    Da ist auch ein Kapitel zu Bosz drin. Seine Vorstellung von Fußball wäre glaube eine für uns passende. Ich hab aber in dem Kapitel den Eindruck gewonnen, dass Bosz eigentlich keine wirklich eigene Idee von Fußball hat, sondern eigentlich nur die Ideen anderer verfolgt und versucht, die auch bei seinen Teams umzusetzen.


    Das ist erst einmal nichts verkehrtes - viele Entwicklungen im modernen Fußball sind nur abgewandelte Umsetzungen früherer Ideen. Aber ich habe den Eindruck gewonnen, er "kopiert" eigentlich nur fremde Ideen, ohne wirklich zu verstehen, wie sie funktionieren, wie man sie trainieren kann oder wie man sie zeitgemäß und/oder gegnerspezifisch anpassen sollte.



    Will sagen: seine Philosophie von Fußball, seine strategische Ausrichtung dürfte passen (ich mochte seinen Ajaxfußball sehr), aber ich habe das Gefühl, er ist nicht besonders gut darin, diese in einem sehr anspruchsvollen Umfeld vermitteln oder gar spezifisch anpassen zu können.

    Wer Spiele von Kroatien unter Kovac gesehen hat und wer Spiele von Frankfurt kennt, dem muss auffallen, dass die Spielweise sehr ähnlich ist. Wer nun behauptet, Kovac sei ein "anpassungsfähiger" Trainer, der übersieht meiner Meinung nach was. Ich sehe bei Kovac kein Konzept, das ZU UNSEREM VEREIN passt. Stallgeruch ja, Konzept nein.
    Zu Kovac habe ich weder besondere Sympathie noch Antipathie. Allerdings halte ich seine Grundphilosophie - wichtig ist die Einstellung, das Herz, Taktik ist nicht wichtig - für brutal altbacken. Und das passt zu Uli wie die Faust aufs Auge! Wenn man Spiele der Eintracht sieht, sind sie immer gleich: Gegen den Ball > 5er Abwehrreihe. Mit Ball > 3erkette mit hochgeschobenen AVs. Das ist Italo-Kick. Furchtbar! Im großen Ganzen geht es stets darum, defensiv gut zu stehen. Wie soll das bei uns aussehen? Wo wir zu 95% SELBST gegen tief stehende Gegner spielen.


    Modric hat sich am Ende klar gegen Kovac ausgesprochen; denn dem war das taktisch zu hausbacken.


    Und so einer soll eine Top-4 Mannschaft übernehmen? - Lottogewinn!

    Modric ist ein Spieler, der dann unter Ancelotti bei Real richtig aufblühte. Etwas, was wohl kaum einer unserer Spieler richtig nachvollziehen kann.



    Trainer entwickeln sich außerdem durchaus weiter. Bei Frankfurt hat er einige Male auch mit 4er-Kette spielen lassen, wenn er das für den Gegner für angemessen hält. Gegen Bremen hat er jetzt phasenweise im 4-2-4 spielen lassen. Etwas, was ich in der Bundesliga zuletzt unter Pep gesehen habe. Auch wenn er dazu natürlich durch den Spielverlauf gezwungen war. Wie viele Teams sind denn überhaupt in der Lage, im Spiel einfach mal die Ausrichtung zu ändern, ohne dass es einfach nur Brechstange ist?


    Es ist zudem überhaupt nicht ausgeschlossen, dass er seine Ausrichtung auch dem jeweiligen Spielermaterial anpasst. Nur weil das CA nicht gemacht hat, heißt nicht, dass das andere ebenfalls machen. Wie gesagt, Kovac holt sich externe Hilfe und Experten.

    ...mir zieht's einfach die Schuhe aus, wenn ich lese, Kovac müsse man erstmal "eine Chance" geben...Aber Tuchel gibt man keine Chance? Und obwohl seit Weihnachten klar ist, dass Jupp aufhört, haben die Spieler erst vor 14 Tagen rebelliert gegen Tuchel?


    Der BVB holt Sammer und Kehl ins Boot. Und bei uns spielt Hoeness den Alleinherrscher.
    Aber, wir haben ja den BVB gerade weggehauen und holen das Triple.
    Also, alles gut!


    Das ist alles nur noch lächerlich!


    Sorry, aber da missverstehst du mich entweder absichtlich oder du hast meinen Kommentar nicht mal annähernd aufmerksam gelesen.


    Wo sage ich denn bitte, Tuchel hätte ich keine Chance gegeben? Im Gegenteil. Für mich wäre das die logischste Variante gewesen.


    Tuchel kommt aber halt schlicht und ergreifend nicht. Da kannst du dich hier auf den Kopf stellen. Daher ist es völlig egal ob wir dem hier ne Chance gegeben hätten.


    Kovac ist ne Option und so wie du über ihn schreibst hast du dich nicht mal oberflächlich mit ihm beschäftigt und gibst ihm dennoch keine Chance. Das ist einfach schwach und lässt sich fast nur durch persönliche Antipathie erklären. Und auf der Grundlage braucht man dann auch keine Diskussion über fachliche Eignung führen.

    Tatsächlich? Relativ?
    Eindeutig ein Fall von "selektiver Wahrnehmung"!


    Spiel gestern war bestes Beispiel. Soll keiner sagen, "ja bei uuuns lässt er doch gaanz aanders spielen".


    Glaub ich nie! Kann der nicht! Konnte nicht mal Ancelotti. Welcher Trainer kann das überhaupt? Tuchel vielleicht...aber sonst?

    Wie viele Spiele hast du von ihnen gesehen? Ich habe locker 12-14 Spiele gesehen und die waren überwiegend ziemlich gut anzusehen.


    Ähnliche Kritiken gibt es im Rasenfunk, der durchaus für seriöse Berichterstattung über die Bundesliga bekannt ist.


    Klar hast du auch mal das ein oder andere schlechte dabei. Aber das hast du bei jedem Team.


    Ich sehe mir Frankfurt diese Saison jedenfalls wesentlich lieber an, als - abgesehen von uns - jedes andere Team der Liga. Und auch wesentlich lieber als alles, was ich seinerzeit von bspw Favres Teams gesehen habe.


    Zumal man ja nur ein Spiel wie das in Dortmund hernehmen muss: Eintracht Frankfurt spielt in Dortmund auf Sieg, obwohl sie zurückliegen. Soviel Eier musst du als Trainer deinem Team erstmal einimpfen.

    Ich war lange Zeit ebenfalls nicht wirklich von Kovac als Trainer überzeugt. Seine Aussagen, die er damals als Trainer der kroatischen Nationalmannschaft gebracht hat, fand ich für einen modernen Trainer hochgradig unterirdisch.


    Ich glaube aber mittlerweile, dass er nicht mehr so denkt oder mglw die Aussagen damals in einem anderen Kontext meinte.


    Ich habe diese Saison tatsächlich relativ viele Frankfurtspiele gesehen und fand die überwiegend ziemlich ansehnlich. Kovac lässt die Eintracht ziemlich variabel spielen, ist nicht dogmatisch auf eine Formation oder Taktik festgelegt. Dass dabei trotzdem mal Spiele rauskommen, wie gestern gegen Werder - geschenkt. Schlechte Spiele haben selbst wir immer mal wieder und Kovac hat bei der Eintracht deutlich schlechteres Spielermaterial als bei uns.


    Das heißt natürlich nicht, dass er der richtige für uns ist. Die fehlende internationale Erfahrung und dass er noch kein Spitzenteam trainiert hat, sprechen nicht unbedingt für ihn. Klar.


    Aber man sollte dann auch mal sein Wirken in Frankfurt genauer unter die Lupe nehmen. Das ist nämlich mE keinesfalls Zufall, dass die soweit oben stehen und im zweiten Jahr in Folge trotz überschaubarer finanzieller Mittel um die europäischen Startplätze mitspielen, nachdem man im Vorjahr fast abgestiegen ist.


    Was er nämlich gemacht hat, ist sich Fachleute ins Boot zu holen. Er hat sich nen erfahrenen Co geholt, der bereits früher erfolgreich dort gearbeitet hatte. Er hat sich nen neuen Fitnesscoach (glaube aus Gladbach) geholt: seither sind die zuvor zahlreichen Verletzungen in Frankfurt deutlich rückläufig. Mag Zufall sein, wirkt aber weniger zufällig, wenn man sich gleichzeitig die gestiegene Verletzungshistorie bei Gladbach anguckt.


    Er hat sich offensichtlich mit relativ guten Scouts umgeben: als er Frankfurt vom Abstieg gerettet hatte, hatten die ein finanzielles Loch von rund 6 Mio. Man hat haufenweise Spieler ausgeliehen und andere kreative Lösungen gefunden, um nen konkurrenzfähigen Kader zusammen zu stellen, oft aus Spielern, die anderswo unter dem Radar liefen. Man nehme nur Leute wie Haller, Rebic, Mascarell oder den IV, den sie letzte Saison aus Madrid geliehen hatten.


    Das alles bedeutet nicht, dass er hier erfolgreich sein würde. Hier hätte er ganz andere Herausforderungen. Ich stehe weiterhin zu der These, dass es scheißegal ist, ob unser Trainer nen Abstiegskandidaten trainieren könnte, weil er bei uns ganz andere Skills braucht, als dort. Aber Kovac hat bei Frankfurt seit nunmehr gut 2 Jahren bei Frankfurt sehr gute Arbeit geleistet und dabei aus nem Abstiegskandidaten mit wenig finanziellen Spielräumen eine Mannschaft geformt, die um die europäischen Plätze mitspielt. Das zweite Jahr in Folge. Und dabei sogar noch - im Vergleich mit den meisten anderen Teams der Liga relativ ansehlichen Fußball zeigt.


    Er wäre nicht mein Wunschtrainer, aber ich würde garantiert nicht anfangen zu hyperventilieren, sollte er hier aufschlagen, sondern das ganze erstmal relativ entspannt und vorfreudig abwarten. Er ist ein Trainer, der nicht zu stolz ist, sich externe Fachleute ins Boot zu holen, von diesen Rat anzunehmen und sich weiter zu entwickeln und der seine Mannschaft sehr flexibel agieren lassen kann. Alles Eigenschaften, die ein moderner Trainer bei uns haben sollte.



    Ps: ich war bis vor kurzem auch ganz angetan von Conte. Seit ich in dem neuen Buch von Tobias Escher etwas mehr über seine Art gelesen habe, bin ich mir sehr sicher, der würde hier nicht funktionieren...

    In der ganzen Diskussion um Tuchel und seine vermeintliche Absage an uns ist mir ehrlich gesagt zu viel Hysterie.


    Ich bin überzeugt, dass er ein sehr guter Trainer ist. Ob er menschlich passt oder doch ein ziemlich seltsamer Typ ist, weiß ich nicht. In Mainz und Dortmund war der Abgang seltsam, aber da gibt es ja auch jeweils genug schräge Vögel, die da ihre eigenen Unzulänglichkeiten möglicherweise überspielen wollen. Am Ende wird die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegen.


    Ob wir Tuchel wirklich wollten? Ob er nur ne mögliche Option war und man deshalb jetzt tatsächlich Panik bekam, als er abzuspringen drohte? Möglich.
    Genauso gut ist es möglich, dass Tuchel gehofft hat, hier ne Chance zu haben, die es in Wirklichkeit aber überhaupt nicht gab, weil man ihn tatsächlich bereits im Herbst als Option ausgeschlossen hat und er sich jetzt lediglich medial ein wenig inszenieren möchte. Sein Vorstoß damals bei der Kündigung in Dortmund mit dem Twitter-Account war ja durchaus eine ähnliche Nummer.


    Unsere Chefetage hat zwar - leider -inzwischen wieder nen sehr kurzen Draht zu diversen Zeitschriften. Aber warum sollten die ausgerechnet nen vermeintlichen Misserfolg zuerst öffentlich machen?


    Man sollte auch bedenken, dass es noch keinerlei nennenswerte Reaktion vom Verein gab. Wäre das wirklich so ein riesiges Drama, gäbe es dazu doch ruckzuck ne Presseerklärung. Wie zu diversen angeblichen Wechselgerüchten, zu denen es dann innerhalb weniger Stunden ein Dementi gab, wenn da nichts dran war.


    Ich kann mir - bei aller berechtigten Kritik in letzter Zeit, die ich ja auch wiederholt selbst geäußert habe - auch irgendwie nicht vorstellen, dass KHR und UH sich so verzocken. Die sind gerade in Verhandlungen doch eigentlich absolute Profis. Dass man mal jemanden nicht bekommt, den man möchte - passiert. Klar.


    Aber dass man jemanden zu spät ausreichend umgarnt, den man wirklich haben will? Glaub ich kaum. Normalerweise sind wir doch bekannt dafür, schon 2 Jahre vorher Kontakt aufzunehmen und denjenigen dann beständig warm zu halten, bis es klappt; und nicht dafür, in einen Poker zu spät einzusteigen...



    Irgendwie passt das alles nicht. Die Gerüchte nicht zu unserer Art. Die Hysterie in der Personalie. Die Unaufgeregtheit unserer Führungsetage zu dieser angeblich so furchtbaren Absage. Ich mag mich täuschen. Aber ich halte es da tatsächlich mit Reschke: wir haben da schon irgendein anderes Ass im Ärmel.

    Es ist doch bezeichnend, dass ausgerechnet ein Mensch, der sich selbst und seine Methoden als Maß aller Dinge sieht, Pep als Mensch mit schwachem Selbstbewusstsein einschätzt. Ja, Pep zweifelt oft an eigenen Entscheidungen, überdenkt sie immer wieder, hinterfragt sich selbst. Für mich hat das aber nichts mit schwachem Selbstbewusstsein zu tun. Das ist eine äußerst wohltuende Eigenschaft.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt. MW hat es als eine Art Vorwurf dargestellt, dass PG unsicher ist.


    Das ist aber etwas, was dieser nie groß verheimlicht hat, sondern genau so in beiden Büchern von Perarnau nachzulesen ist, die dieser mit vollem Einverständnis von und ganz nah an PG geschrieben hat.


    PG hinterfragt sich selbst, seine Ideen, seine Wahrnehmung und seine Ansichten ständig und versucht, alles immer zu optimieren. Das kann oft zu Unsicherheit führen und hat wohl - teilweise - mit zu dem furchtbaren 0:4 gg Madrid geführt. Es hat aber eben auch oft genug zu herausragenden Leistungen, zu großartigen Spielvorbereitungen und zu Optimierungen in sehr vielen Bereichen geführt. Gerade die allzu sehr von sich selbst überzeugten Trainer sind doch in den letzten Jahren früher oder später immer mehr über sich selbst gestolpert, wenn sie nicht mehr bereit waren, sich zu hinterfragen - Mourinho, van Gaal, Magath, Ancelotti um nur ein paar zu nennen.

    Das magst du als Quatsch bezeichnen, so steht es aber nunmal in den Regeln des DFB. Genau genommen in Regel Nummer 12.


    Ein direkter Freistoß wird gegeben bei einem absichtlichen Handspiel.


    Erst für die Frage, ob es absichtlich ist oder nicht, kann man Kriterien wie Bewegung Hand zu Ball, Position des Armes, Entfernung Ball zu Arm bei Schuss etc als Auslegungskriterien heranziehen.


    Zur eingehenden Information hier das was der DFB zu Regel 12 und seiner Auslegung schreibt. Den Wortlaut der Regeln kannst du dir beim DFB ebenfalls herunterladen.


    "Ein direkter Freistoß wird gegeben, wenn ein Spieler eines der folgenden Vergehen begeht:
    - absichtliches Handspiel (gilt nicht für den Torhüter im eigenen Strafraum)


    ...


    Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand oder dem Arm berührt.


    Folgendes ist zu beachten:


    (es folgen Auslegungskriterien)"

    Ist ja gerade das was kein Mensch mehr versteht. Mal heißt es es müsse Absicht vorliegen, mal heißt es wenn die Körperfläche vergrößert wird. Und das wurde sie allemal. Der Kerl hat seine Hand weit über dem Kopf, da hat sie nix zu suchen.


    Damit ein Handspiel gepfiffen wird, muss es absichtlich sein. Das ist die grundlegende Regel.


    Nur kann ein Schiri halt nicht in den Kopf des Spielers gucken, Absicht ist aber letztlich nichts anderes als die innere Einstellung des Spielers zu seinem Verhalten.


    Also muss man äußere Anzeichen dafür finden, die darauf hinweisen, dass der Spieler absichtlich handelt.


    Damit das halbwegs einheitlich passiert, gibt es "Auslegungskriterien". Diese Kriterien sind immer mal wieder im Wandel und werden an aktuelle Entwicklungen angepasst.


    Die "Vergrößerung der Körperfläche" ist eines der möglichen Auslegungskriterien, das darauf hindeutet, dass ein absichtliches Handspiel vorliegt. Ein anderes ist die "unnatürliche Armhaltung". Und davon gibt es noch viele mehr, die je nach aktueller Auslegung mal mehr, mal weniger gewichtig sind, um ein absichtliches Handspiel anzunehmen.


    Dass sich das immer mal wieder ändert, hängt - auch - damit zusammen, dass sich Spieler natürlich darauf einstellen können und dadurch theoretisch die Möglichkeit haben, die Regel zu umgehen, weshalb eine Anpassung erforderlich werden kann, wenn ein zu großer Missbrauch entsteht.


    Oder weil ein Verband merkt, dass die Regel so wie sie ist, zu uneinheitlich ausgelegt wird bzw niemand sie mehr wirklich versteht. Dann gibt es Anpassungsbedarf.


    Das passiert glaube alle paar Jahre mal - und wird dann eigentlich auch immer vor der Saison mit Beispielvideos den Vereinen gezeigt - nur ist Regelkund vermutlich für viele Funktionäre und Spieler eher der uninteressantere Teil einer Saisonvorbereitung, weshalb es dann immer mal wieder zu den Aussagen kommt, sie würden die aktuelle Regelauslegung nicht verstehen...

    Richtig geil!


    Endlich ein weiterer richtiger Kern-Assi im Kader :thumbup:


    Endlich ein richtiger Sturm Back Up. Und ein bisschen kicken hat er in den letzten Jahren auch noch gelernt.


    Klar gewinnst du mit ihm im Zweifel nicht das CL Viertel- oder Halbfinale. Aber er kann Lewandowski in der Bundesliga wichtige Pausen verschaffen, damit der in den großen Spielen etwas ausgeruhter ist. Zudem auch als Flankenabnehmer für Kimmich auch eine Option Brechstange in den letzten Minuten.


    Und was würde ich es feiern, wenn er Ronaldo, Casemiro, Sergio Ramos oder Marcelo mal so richtig umgrätscht, sich nach unten beugt und die anbrüllt: das ist Sparta... Äh, München :thumbsup:

    Scholl hat ja insofern nicht Unrecht, als er kritisiert, dass in den Jugendmannschaften lange Zeit das dribbeln lassen vernachlässigt wurde, es einigen Spielern sogar fast abgewöhnt wurde. Das war aber letztlich DFB Richtlinie, nicht die Schuld der jungen Trainer.


    Löw hatte das meine ich auch irgendwann mal angesprochen und soweit ich weiß, ist in der Hinsicht schon längst wieder die Kehrtwende eingeleitet - es wird meine ich inzwischen durchaus wieder gefördert.



    Diesen Problembereich dann mit einer offenbar neidgetriebenen Kritik an jungen/Laptop-Trainern zu verknüpfen, ist halt leider der in den letzten Jahren typische Scholl und zugleich ein klassischer whataboutism.


    Ist irgendwie das gleiche Problem, das einige User hier im Forum haben: durchaus interessante Aspekte einer Debatte mit absolut absurden, nicht zusammenhängenden anderen persönlichen Agenden (Agendas?!?) zu verknüpfen und sich dann hinterher wundern, wenn nicht die relevanten Punkte diskutiert werden, sondern die emotionaleren.



    Wird Scholl wahrscheinlich wenig stören. Aber er darf sich halt nicht wundern, wenn er mit solchen Kommentaren in der Bundesliga kein Bein mehr an die Erde kriegt.


    Und nein, in der Bundesliga ist natürlich nicht alles rosarote. Die Ergebnisse im Europapokal sprechen ja Bände. Aber das Problem sind da doch zuletzt die neuen Trainer - oder glaubt irgendjemand hier wirklich, Hoffenheim und Köln hätten mit Peter Neururer, Friedhelm Funkel oder Stefan Effenberg erfolgreicher abgeschlossen?

    Wirklich empfehlenswerter Artikel und ein schönes Interview, mit ein paar guten und interessanten Aussagen.


    Man stellt sich zwangsläufig die Frage, wenn das ein Blogger schafft, warum nicht der professionelle Sporrjournalismus? Auch mal ein paar unbequeme Fragen stellen, ein paar Widersprüche ansprechen etc.


    Der Artikel zeigt einem zumindest mal wieder, dass wir da keine ganz Blinden an der Spitze haben, sondern Profis, die sicher auch mal Fehler machen, aber dennoch zu den besten in diesem Bereich gehören.


    Die Aussage zum Lernen im Windschatten ist interessant und die bisher kaum vorhandenen, sinnvolle Möglichkeit der professionellen Vorbereitung auf einen solchen Job zeigt zugleich, wie wichtig es ist, die nachfolgende Generation rechtzeitig einzubinden und das Wissen weiterzugeben. Da müssen wir hoffen, dass es bei uns nicht zu spät ist

    Neuers außergewöhnlichste Qualität ist mE die Antizipation, seine Fähigkeit, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und dann zu verhindern.


    Mit ihm kannst du als Abwehr problemlos 10 Meter höher stehen und dadurch das Spielfeld kompakter machen, was dir nach Ballverlust enorm hilft.


    Das kann in der Form aber kein anderer Torwart weltweit.


    Aktuell kompensieren wir das durchaus auch dadurch, dass wir uns insgesamt etwas tiefer kompakt positionieren und das Pressing situativer umgesetzt wird, nicht mehr so konstant wie in den Pep-Jahren.


    Vollkommen richtige Entscheidung mit einem Keeper wie Ulreich, der seine Stärken auf der Linie hat.


    War ja grundsätzlich auch schon unter CA die Idee, nur war es da einfach scheiße umgesetzt. Pressing viel zu selten, oft unkoordiniert und mit zu wenigen Spielern. Tiefe Kompaktheit mit tiefer Passivität verwechselt etc.

    Wäre ja mehr als wünschenswert, wenn er es hier schafft, regelmäßig sein volles Potential zu entfalten. Er hat definitiv ne Menge Talent und die Fähigkeit, unerwartete Situationen zu kreieren.


    Kann er das regelmäßig abrufen, kann er in den kommenden Jahren ein enorm wichtiger Baustein sein, angesichts der momentanen Preise für jeden halbwegs begabten Kicker.


    Ist aber bei ihm denke ich extrem davon abhängig, ob er dauerhaft die richtige Einstellung findet und einen Trainer hat, der ihn richtig einsetzt.


    Ich glaube, es gibt wenige Positionen, auf denen er außergewöhnlich gut funktioniert. Auf denen und mit den richtigen Rahmenvorgaben aber wahrscheinlich umso besser.

    Unglaublich, dass der gänzlich demotivierte Costa ihm letzte Saison ständig vorgezogen wurde... Was ein herausragender Spieler in so jungen Jahren

    Wesentlich stärker, als erwartet. Insbesondere unheimlich mannschaftsdienlich, was ich so nicht erwartet hätte. Momentan wirklich in außergewöhnlicher Form und so auch eine klare Verstärkung.

    Starkes Spiel heute, vielleicht das beste, das er bisher für uns gemacht hat.



    Man muss jetzt aber auch nicht so tun, als wäre er hier in Grund und Boden geschrieben worden.


    Die Kritik zielte bei kaum jemandem - außer ein paar Usern, die keinen Mittelweg zwischen Weltklasse und Versager kennen - darauf ab, dass er eine Graupe wäre. Er ist ein sehr solider Spieler; aber kaum einer konnte das "Besondere" an ihm sehen, das diesen enormen Preis rechtfertigt. Ich selbst habe hier mehrfach darum gebeten, dass mir jemand dieses besondere Talent bei ihm zeigt/erklärt, das ihn von einem Spieler gehobenen Niveaus zu einem außergewöhnlichen Spieler macht.


    Konnte oder wollte mir niemand erklären.


    Er ist ein guter, keine Frage. Ich habe dennoch Zweifel, dass er sich auf ganz hohem Niveau bei uns durchsetzen kann. Wie dargestellt ist er ein offensiver 8er. Nur haben wir für die Position eigentlich mit Thiago, James oder Müller (der als HS eine der ZM Positionen "wegnimmt", wenn er spielt) 3 Spieler, die da vor ihm sind. Nimmt man Vidal in die Rechnung auf, den ich persönlich ebenfalls lieber auf der 8 als auf der 6 sehe, sind es quasi 4. Mit Goretzka haben wir zudem einen weiteren solchen Spielertyp zumindest auf dem Zettel.



    Nochmal, nichts gegen Coco. Total sympathischer, guter und solider Spieler. Ich mag ihn. Ich sehe nur halt weiterhin - auch nach heute - nicht, warum wir soviel Geld für ihn bezahlen, wobei wir auf anderen Positionen eigentlich größeren Bedarf haben.

    Ich komme leider momentan aus zeitlichen Gründen nicht so oft dazu, die Diskussionen hier zu verfolgen oder gar selbst wieder aktiver daran teilzunehmen.


    Aber nach der JHV gestern wollte ich zumindest mal wieder kurz ein paar Gedanken loswerden.


    Es mag sein, dass das etwas nörgelig klingt, aber das ist gar nicht so sehr meine Absicht, sondern eher eine Feststellung des Status quo.


    Meine Eindrücke vom gestrigen Abend bestätigen ein wenig das, was ich schon länger im Gefühl hatte: wir gehen insgesamt nicht mehr allss nach einer Art Masterplan an, sondern nahezu alle Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus getroffen. Nochmal: das muss nicht schlecht sein - UH hat ja durchaus ein recht gutes Bauchgefühl. Aber ich erkenne einfach momentan kaum noch durchgängige, logische Entscheidungen.


    Beispiel: UH erzählt erst, wir müssen kreativ sein, um zukünftig noch im Konzert der Großen mitspielen zu können.
    Und erzählt ein paar Minuten später, dass er bis 2019 Heynckes auf der Trainerbank haben möchte.


    Er bezeichnet Katar als Gegner, wir machen aber zunehmend Geschäfte mit denen. Die gelten als einer der Terrorfinanzierer. Er wünscht sich Frieden in Syrien.


    RaBa Leipzigs Vereinskonzept wird angegriffen/sich darüber lustig gemacht, gleichzeitig lässt man sich für die Multifunktionshalle feiern, die man mit Mateschitz bauen will.


    Die äußerst dünne Argumentation bei den Sitzen: wenn man die eh nicht sieht, wenn alles voll ist, dann lasst sie doch einfach, wie sie sind... Wenn es der neuen Nachhaltigkeitsidee zuwider läuft, noch funktionierende Sitze rauszureißen, warum macht man es dann noch mit rund 1/3 der Sitze?


    Es wird einerseits erzählt, wir wollen bei der Transferpolitik zukünftig aggressiver auftreten. Dann erzählt man, die für Wagner aufgerufenen Summen seien zu hoch.



    Und so könnte man das ja endlos fortführen. Es sind so viele Widersprüche in unserer Außendarstellung, dass ich einfach nicht glauben kann, dass über diese ganzen Dinge wirklich noch ernsthaft und ergebnisoffen diskutiert wird.



    Bauchentscheidungen können richtig und wichtig sein. Ich fand Heynckes in der Situation vor 6 Wochen nur bedingt logisch. War aber im Nachhinein wohl die beste Lösung. Mag auch sein, dass es das bis 2019 ist. Aber irgendwie hab ich im Moment wirklich Probleme zu erkennen, wofür UH eigentlich steht. Wo er mit dem Verein eigentlich hin will. Die Äußerungen haben ja mittlerweile kaum noch ne Halbwertszeit von nem Halbzeitpause...