Posts by steph87

    Kleiner Einwurf der Realität: Flüchtlinge sind per Definition nicht politisch verfolgt. Denn wären sie politisch verfolgt, dann würden sie Asyl nach Art. 16a GG bekommen und nicht die Flüchtlingseigenschaft nach §3 AsylG bekommen. Ein Flüchtling ist nicht politisch verfolgt. Asyl ist etwas anderes als der Status als Flüchtling.


    Nur 0,3% der Syrer im Jahr 2016 sind nach Art. 16a GG asylberechtigt ("politisch verfolgt"). Aber 97,1% der Syrer erhalten eine Rechtsstellung als Flüchtling oder subsidären Schutz (§ 3 Abs. 1 AsylG oder § 60 Abs. 5 o. 7 AufenthG). Äpfel und Birnen. Windmühlen. Don Quijote. Weitermachen!


    99,7% der Asylanträge von Syrern werden abgelehnt. Ihnen wird jedoch meistens die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt. Klingt komisch, ist aber so! Denn als Kriegsflüchtling ist man nicht gleich politisch verfolgt. Vor Krieg flüchten ist cool und ist ein legitimer Grund in Deutschland bleiben zu dürfen, aber wenn dir Assad persönlich an den Kragen will, nur dann bist du politisch verfolgt und asylberechtigt. Die Königsklasse der Bedrohungslage!


    Auch im Aufenthaltsrecht geht es sportlich zu. Asyl ist die Meisterschaft, Flüchtlingseigenschaft ist die CL-Quali, subsidärer Schutz ist Europa League und mit einer Duldung hat man sich gerade so über die 40 Punkte gerettet (man muss allerdings trotzdem aller paar Monate Relegation spielen).

    Eines muss man dem Gauland lassen: Er versteht wenigstens auch was von von politischer Kommunikation. Auch wenn hier wohl mehr der Zufall waltet. Die andere Spitzenkandidaten ist ja bisher ein Totalausfall (ohne zu googlen wüsste ich jetzt nicht mal den Namen). Mit Petry hätten sie mehr Erfolg gehabt im Aufmerksamkeitswettbewerb, aber die war der AfD zu moderat. Extremisten sind halt immernoch am besten in der Kunst der Selbstzerstörung.

    Die Realität linksextremistischer Strukturen zu verkennen ist ungefähr auf dem Niveau wie zu behaupten dass islamistischer Terror nichts mit dem Islam zu tun hat. Es ist die Verweigerung der Realität aus ideologischen Motiven heraus. Das ist auch keine Verharmlosung oder in Schutz nehmen. Es ist ganz einfach eine Analyse der Lage. Die autonome Linke funktioniert nunmal anders als die rechtsextremistische Szene. Nur weil die rechtsextreme Szene auf top-down Organisationsformen steht muss der Linksextremismus noch lange nicht diese Organisationsstruktur adaptieren. Es ist nur eine falsche Übertragung. Das ist im übrigen auch ein Problem bei der Bekämpfung linksextremer Strukturen für die Behörden, aber man kann sich natürlich auch in Verweigerung üben und einfach so tun wie als würde dieses Problem nicht existieren.

    Mit anderen Worten: Du nimmst die Linksradikalen also in Schutz, billigst ihr Treiben bis hin zu terrornahen Aktionen und verharmlost ihre gefährlichen, gewaltbereiten Gruppierungen wie Antifa???


    Starkes Stück! :thumbdown:

    Ich gebe nur die Lage wieder wie man sie seit Jahrzehnten in den Verfassungsschutzberichten lesen kann. Wie im letzten nachzulesen:


    "Da Autonome eine Einbindung in langfristige und verbindliche Strukturen ablehnen, bleibt ihr Wirkungsbereich meist auf die eigenen „Freiräume“ beschränkt. Ihre Selbstbezogenheit erschwert eine Vernetzung mit weiteren Teilen der Gesellschaft."


    Die Antifa aus Dummstadt und die Antifa aus Blödstadt hat organisatorisch meist genausoviel untereinander gemeinsam wie Afri-Cola, Bad Brambacher Cola und Coca Cola. Wer linksextremistische Strukturen bekämpfen möchte, der sollte sich auch die Mühe geben diese zu verstehen. "Antifa" zu verbieten ist eine so dämliche Forderung wie Kommunismus oder Rechtsextremismus zu verbieten. Wen oder was soll man verbieten? Über wen konkret reden wir? Ideologien oder Ideen kann man nicht verbieten. Es braucht schon konkrete Strukturen und Personen.


    Es gibt heutzutage selten Beispiele wie die militante gruppe oder früher die RAF, wo es eine echte überlokale Organisationsstruktur gibt. Der normale "linke" Krawalltouri, der nach Hamburg fährt um sich mit den Bullen zu kloppen, muss kein Mitglied in einer Organisation sein um das zu tun.

    Die Mutterseite indymedia.org ist, wie viele deutsche rechte Seiten (u.a. pi-news), in den USA angesiedelt und entzieht sich damit dem deutschen Recht. Rein rechtlich ist das alles mit heißer Nadel gestrickt. Ich sag mal (ganz laienmäßig) die Chancen stehen gut dass das alles vor Gericht keinen Bestand haben wird. Die Betreiber sind seit Jahren bekannt. Die gegenteilige Behauptung war eine blanke Lüge des Innenministers. Gegen diese vorzugehen wäre seit Jahren kein Problem gewesen. Es gab (und gibt wahrscheinlich) nur keine Rechtsgrundlage. Große Show für die Wahl!


    Mit dem neuen Netzwerkdurchsetzungsgesetz oder wie das heißt wäre mehr möglich gewesen... aber das ist ja auch am anderen Ende des Extrems verhasst! ;-)


    Und wann kapieren die Leute eigentlich mal was "Antifa" ist? Besucht doch einfach mal eure örtliche Antifa bei öffentlichen Veranstaltungen. Die haben vieles, aber sicher keinen organisatorischen Zusammenhalt (die Grundvoraussetzung für ein Vereinsverbot). Ich meine selbst Linksextremisten haben sich darüber immer wieder lustig gemacht. Und bei Extremisten Selbstironie zu provozieren erfordert schon einen hohen Grad an zuschaugestellter Absurdität.

    Vor ein paar Jahren gab es mal eine ausführlich und sehr valide Studie der HU Berlin zu schulischen Leistungen von Kindern mit / ohne Migrationshintergrund. Aufgeschlüsselt nach 1. / 2. Generation, ob beide oder nur ein Elternteil ein Migrationshintergrund haben und welche Sprache im Haushalt vorwiegend gesprochen wird.


    Da wurde ziemlich eindeutig gezeigt dass türkische Haushalte überwiegend nicht Deutsch im Haushalt sprechen (und dementsprechend die Kinder in der Schule Probleme haben), selbst wenn nur ein Elternteil einen türkischen Migrationshintergrund hat. Das ist bei allen anderen Migrationsgruppen so nicht der Fall.


    Kinder, die aus einem Haushalt mit mind. einem in der Türkei geborenen Elternteil kommen, haben fast ein Schuljahr Rückstand, wenn es um die Deutsche Sprache geht. Ähnlich schlecht schneiden nur die Russlanddeutschen, Jugos und Polen ab. Alle anderen Migrationshintergründe haben nur geringfügige Abweichungen zur Vergleichsgruppe der Biodeutschen. Korreliert man auch den sozioökonomischen Status der Familien dazu, dann zeigen sich nur zwei Gruppen die unterdurschnittlich bei der Lernleistung abschneiden: Türken und Russlanddeutsche. Ergebnis des systemischen Bildungsmangel: Deutsch-Türken wählen zu ~50% Erdogan. Russlanddeutsche wählen zu 40-50% AfD.

    Das mit dem Ende des IS stimmt sicher. Aber ich glaube gar nicht, dass der Untergang des IS als 'Staat' einen so grossen Einfluss auf die Terrortoten in Europa haben wird. Die Ideologie gabs vorher schon und sie wird auch überdauern. Zumal die meisten Anschläge ja ohnehin nicht von langer Hand geplant sind.


    Und wie man sieht, kann man mit einem kleinen Lieferwagen oder einer Axt denselben Schrecken wie mit Gewehren und Bomben erzielen. Natürlich sind die Opferzahlen dabei kleiner, aber der Einfluss auf das schwindende Sicherheitsgefühl dürfte ähnlich sein.

    Die Erfahrung mit Al Qaida zeigt dass die Anschläge in der Quanität deutlich zurückgehen mit dem Untergang der Organisation. Und so wird es auch mit dem IS sein. Der Aufstieg des IS war quasi EPO und Blutdoping zugleich für all die verrückten Islamisten da draußen. Außerdem gab es zum ersten mal wieder eine Terrororganisation die Kämpfer ausbildet, anleitet und logistisch unterstützt hat. Ohne diese Unterstützung wären Anschläge wie in Paris nicht denkbar. Wenn der IS erledigt ist, dann wird auch dieses Feld wieder austrocknen. So wie wir es schon mit Al Qaida erlebt haben. Trotzdem wird es einzelne Verrückte geben, aber die koordinierten professionellen Attacken brauchen nunmal einen professionellen Background. Auch Terrorismus ist ein Trend wie fucking fidget spinner. Und die IS-Terroristen hatten einen ziemlich guten Lauf von 2014 bis 2016. Sie waren "trendy" unter ihresgleichen. Die Frage ist eher wie wir verhindern dass es irgendeine(n) nächste Al Qaida oder IS gibt.

    Neee der Trick ist viel einfacher. Der Präsident kann sog. "ethics waivers" ausstellen. Trump hat 17 seiner Topleute, darunter auch Bannon, einen solchen "waiver" ausgestellt. Damit ist Bannon von solchen lästigen Regeln befreit. Ivanka ist inzwischen auch angestellt. Ohne Anstellung keine Sicherheitsfreigabe. Und ohne wird es schwer im Nationalen Sicherheitsrat! ;-)

    Lustige Nebengeschichte: Eine der ersten "executive orders" von Trump war es Regierungsangestellten zu verbieten für 5 Jahre nach ihrem Ausscheiden aus dem Regierungsjob für irgendeine Lobby zu arbeiten. Bannon verlässt die Regierung und ist keine 24h später wieder bei Breitbart angestellt um Lobbyarbeit für seine und die Agenda seiner Geldgeber zu betreiben! :D drain the swamp! :D

    http://www.telegraph.co.uk/new…ats-may-start-tv-network/


    Das fasst die Situation eigentlich gut zusammen. Dass Trump sich gut stellen möchte mit Bannon ist eigentlich logisch. Nur warum hat er ihn dann gefeuert und versammelt Bannon-Gegner in Schlüsselpositionen um sich? Am Ende wird es sich an der konkreten Politik entscheiden. Wird Trump die Bannon-Agenda nach vorne schieben, dann wird er einen großartigen Verbündeten haben, wird er dagegen weiterhin die "West Wing Democrats" (wie Bannon sie nennt) und ihre Agenda pushen, dann wird er in Bannon einen großen Feind haben. Die Erste Aktion nachdem Bannon raus war, war es den Afghanistan-Einsatz wieder auszuweiten. Nicht das wichtigste Element der Bannon-Ideologie, aber sicherlich nicht das was er sich vorstellt und wünscht. Natürlich werden Breitbart&Co versuchen immer noch künstlich einen Unterschied zwischen Trump und seinem "an allem Schuld"-Umfeld zu schaffen. Aber dieses Narrativ kann man auch nur bis zu einem gewissen Punkt glaubwürdig aufrecht halten.


    Am Ende ist Trump kein großartig ideologischer Mensch. Er hat die Clintons unterstützt, war Demokrat und ist jetzt angeblich "republikanischer" Präsident. Er will "Erfolge" feiern und dafür braucht er das republikanische Establishment. Denn nur die können Gesetze durch den Kongress bringen. Und die hassen Leute wie Bannon und liegen in konkreten Politikfeldern überhaupt nicht auf einer Linie. Trump hat vor dem republikanischen Establishment kapituliert und wird jetzt willfährig alles umsetzen was die so wollen. Das hat Bannon gemeint als er sagte die Trump-Präsidentschaft sei vorbei. Wenn Trump es nicht macht, dann impeachen sie ihn halt und können dann mit Pence alles umsetzen was sie wollen. Angeblich haben die führenden Republikaner in den letzten Wochen bereits vorgefühlt welche Abgeordneten aus der eigenen Partei bereit wären bei einem Impeachment gegen Trump zu stimmen. Trump hat die Pistole auf der Brust und hat deswegen Bannon geopfert.

    "We still have a huge movement, and we will make something of this Trump presidency. But that presidency is over. It'll be something else. And there'll be all kinds of fights, and there'll be good days and bad days, but that presidency is over."


    Die "Trump-Agenda" ist etwas anderes als der Präsident Trump. Trump hat sich jetzt mit den "globalists" wie McMaster, Kelly oder Jared Kushner umgeben und die ursprüngliche "Trump-Agenda" verraten. Bannon sagte ja auch dass jetzt die Demokraten im Weißen Haus regieren. Ob er sich noch gut mit Trump versteht ist eigentlich egal. Er sieht alle führenden Mitarbeiter und Verbündete Trumps als seine Feinde an.

    Das sind die letzten Zuckungen einer sterbenden Terrororganisation. Ist ja eigentlich ziemlich armselig. Ein paar Idioten die einen Kleintransporter durch eine Fußgängerzone fahren und dann mit Bombenattrappen ausgestattet von einem einzigen Streifenpolizisten ausgeschaltet werden. Ist nicht das Zeugs für Heldengeschichten die man noch Jahre später nach dem Krieg erzählt. Al Qaida war mal eine große Sache, die haben noch wirklich komplexe Attacken ausgeführt (u.a. in Spanien). IS hat dieses Momentum auch entwickelt und muss sich jetzt mit solchen Amateuren begnügen. Die sind am Ende und auch ihr niedliches Kalifat wird bald Geschichte sein.

    Es geht um das Interview von Bannon mit "The American Prospect". Da sagt er dass China und die USA um die Rolle als führende Supermacht in den nächsten 20-30 Jahren streiten werden, dass eine militärische Lösung für Nordkorea nicht in Frage kommt, dass die Neonazis von Charlotteville "a bunch of clowns" sind und dass die Demokraten ihr eigenes Grab graben mit "identity politics". Ist kein Hexenwerk und einfach nur richtig.


    Jetzt ist Bannon raus und hat schon öffentlich angekündigt dass die Präsidentschaft Trumps am Ende ist. Jetzt wird es interessant werden für Trump. Normalerweise ist es ja eine Spezialität der Linken sich in Grabenkämpfen untereinander gegenseitig zu bekämpfen. Das ist jetzt wohl auch das Schicksal der amerikanischen Rechten. Und das alles nach einer Nazi-Demo unter dem Motto "Unite the Right!". Ironie ist eine bitch.

    wer eine spot-on Analyse der Lage in der Welt haben will sollte die Aussagen von Bannon sehr ernst nehmen. Er trifft mit seiner Analyse hundert Prozent ins Schwarze. Das Problem ist halt welche Handlungsanweisungen man aus einer Analyse ableitet. Und da ist Bannon sehr nah an Marx: Gute Analyse, aber ziemlich schlecht abgeleitete Handlungsanweisungen.

    Der Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit ist immer legitim, genauso wie das Andenken daran. Was daraus in den letzten 150 Jahren von beiden Seiten gemacht wurde, da können diese Leute nichts dafür.


    Das stimmt. Diese Leute können nichts dafür welche Symbolik 50-60 Jahre später bei der Errichtung der Denkmäler verbunden wird und ob diese Symbolik nochmal 50-100 Jahre später noch up-to-date ist. Und nicht nur das Andenken ist legitim, auch das Nicht-Andenken ist genauso legitim.


    In Charlotteville hat der Stadtrat dafür gestimmt eine Statue zu entfernen und eine Statue stehen zu lassen. Es gab einen monatelangen Abwägungsprozess und eine öffentliche Debatte darüber was diese Monumente bedeuten und wie man mit ihnen weiter leben will. So wie das halt in einer Demokratie üblich und möglich ist.


    Bis dann ein Haufen Rechtsextremisten diesen Ort zu ihrem Symbol erkürten, zu hunderten aus tausenden Kilometer Entfernung kamen und schwer bewaffnet durch die Stadt zocken um vor der örtlichen Synagoge antisemitische Botschafften zu schreien. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde auf der Veranstalterseite zum abbrennen der Synagoge aufgerufen, weswegen der Rabbi alle historischen Dokumente aus der Synagoge entfernen ließ. Man weiß ja nie wie ernst es bis an die Zähne bewaffnete Internetgroßmäuler es wirklich meinen und wie groß ihr historischer Respekt ist vor bedeutsamen jüdischen Artefakten.


    Meine Güte das ist eigentlich so einfach. Weder die Leute die vielleicht ein legitimes Erinnern fordern, noch Trumpanhhänger, noch einer Schnittmenge aus beiden sollten sich aus falsch verstandener Solidarität mit diesen Leuten gemein machen. Der ganze rhetorische Veitstanz den Trump da aufführt erinnert frappierend an Linke-Politiker, denen es auch immer erstaunlich schwer fällt nicht doch noch einen Nachsatz der Relativierung hinterher zu schieben, wenn in Hamburg das Schanzenviertel brennt. Scheint wohl in der menschlichen Psychologie zu liegen. Einige Leute sind so sehr in ihrem Lagerdenken gefangen, dass sie selbst die größten Arschlöcher nicht ganz verdammen wollen, selbst wenn sie eigentlich dem Anliegen des eigenen "Lagers" schaden.

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    Ich bin mir zu 100% dass auch ein paar anständige Menschen dabei waren, denen es nur um das Denkmal ging und nicht darum die Juden aus dem Land zu werfen. Rein statistisch äußerst wahrscheinlich bei so großen Menschenmengen. Nur ist das wirklich die interessante Sache dabei? Ist das wirklich wichtig? Warum muss man das betonen? Was lernen wir daraus? Was hat das mit dem eigentlichen Problem zu tun? Was sagt uns das?

    Die Doppelmoral hat Trump sich selbst gepflanzt. Jahrelang hat er gegen Obama polemisiert weil der (wie Bush) nicht die Worte "radical islamic terrorism" nutzen wollte. Da war es ihm persönlich ganz wichtig dem Terror eine ideologische Zuordnung zu geben (wobei er das nur im Inland benutzt. In Saudi-Arabien hat er die selben Formulierungen benutzt wie Obama und Bush). Bei linken oder rechten Terrorakten ist das ganze Spiel mit der Semantik anscheinend nicht mehr wichtig. Da haben wir öffentlich gelebte Doppelmoral. Es ist allerdings auch ziemlich naiv Trump an seinen eigenen Worten, Vorstellungen und Forderungen von vor 2 Tagen oder 2 Jahren zu messen. Das interessiert seine Anhänger nicht. Neben den vielen gesprochenen oder eben unausgesprochenen Worten bleiben noch die Taten, die bekanntlich für sich selbst sprechen. Eine der ersten Maßnahmen der Trumpregierung war es ein Anti-Terror-Programm des FBI ausschließlich auf den Islam zu konzentrieren. Alle Mittel gegen Rechts-, Links- oder anderen Extremismus wurden gestrichen. Was ganz unverblümt und öffentlich von eben jenen Rechtsextremisten bejubelt wurde. Wundert es noch warum diese Nazis und anderer Abschaum Trump so toll finden?


    Abgesehen davon ist dieses Semantikbingo reine Symbolpolitik und bullshit.

    Beim Thema Reschke sollte man zwei Punkte beachten:


    1.) Wir wollen eindeutig einen Mann der nahe an der Mannschaft ist. Auch Sammers Fokus war voll auf die Profimannschaft gerichtet und die restlichen Aufgaben wie Jugendarbeit oder Scouting wurden über die Zeit auf starke Schultern verteilt. Ein Jochen Sauer oder ein Reschke im Bereich Scouting waren/sind keine Befehlsempfänger die sich von einem Sammer oder irgendwem anders einfach rein reden lassen. Reschke ist definitiv nicht der Typ der auf der Bank sitzt, in der Halbzeit dabei ist und jedes zweites Training beobachtet. In diesem Bereich hat Sammer imho auch das größte Loch hinterlassen. Diese Rolle soll Brazzo ausfüllen und mit der Zeit wohl in eine größere Rolle als Vorstand hineinwachsen. Die "Innenminister"-Tätigkeit Sammers als Vorstand kann auch Rummenigge übernehmen. Zudem die wirklich wichtigen sportlichen Entscheidungen im Profibereich sowieso immer eine Teamentscheidung sind und waren.


    Wenn wir morgen wieder das Scouting mit Ex-Profis vollstopfen und die Leitung der Jugendabteilung an irgendeinen Ex-Spieler übertragen, dann würde ich mir mehr Sorgen machen.


    2.) Reschke wird demnächst 60. Rummenigge wird 62 und wir reden bereits über einen Nachfolger? Reschke wäre definitiv keine Langzeitlösung gewesen. Man will eine Lösung für die nächsten 10-20 Jahre. In diesem Sinne war Sammer perfekt und am Ende doch eine Enttäuschung.

    Du hast meine Aussage nur nicht verstanden oder verstehen wollen. Ein Spieler für den der VfB aktuell das "optimale Leistungsumfeld" ist, der ist nicht für den FC Bayern geeignet, außer du setzt die beiden Niveas gleich. Das schließt natürlich nicht aus dass der Spieler vielleicht später sich dahin entwickelt für den FC Bayern geeignet zu sein. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?