Posts by laufenburger

    Bei der Bewertung muss man sicher berücksichtigen, dass die Spielkonstellation und das Schlacke-System Müller sicherlich nicht entgegen kam und dass unsere Zentrale es meiner Meinung nach erneut nicht geschafft hat, die Offensivreihe besser/schneller in Szene zu setzen - gleichwohl hat er die Hauptaufgabe eines Stoßstümers in dieser Situation (Laufen, Laufen und nochmals Laufen) erfüllt.


    Aber auch ich als absoluter Müller-Fan komme nicht umhin, festzustellen, dass wie schon die letzten 4-5 Spiele vor der Winterpause auch jetzt von ihm wenig bis keine entscheidende Impulse MIT dem Ball kommen.
    Dass Mitspieler durch seine Läufe freigestellt werden, ist halt letztlich auf mehrere Spiele gesehen etwas arg wenig. Seine Pässe im Aufbauspiel sind dann doch sehr oft ein wenig zu unpräzise und ich vermisse von ihm auch ankommende Risikopässe/Torschussvorlagen im 16er-Bereich, die er sehr wohl als verkappter 10er spielen kann.
    Zudem geht ihm die eigene Torgefährlichkeit einfach schon zu viele Spiele in Folge ab, so dass man das Formtief einfach nicht mehr übersehen kann - dass ein Lewa ebenfalls in WOB ein Totalausfall war und gestern außer 1,5 Szenen in 40 Minuten ebenfalls nix auf die Reihe bekam, ändert nichts daran, dass eben auch Müller nichts gerissen hat.


    Maßstab für Bewertungen sollte meiner Meinung nach sowieso nie der Vergleich mit anderen Spielern, sondern der Spieler selbst sein - hier also der aktuellen Müller mit dem Müller, der sehr wohl bessere Leistungen bringen kann. Oder wenn schon Vergleiche mit anderen, dann nur mit Typ-ähnlichen Spielern. Gerade Vergleiche mit Arjen hab deshalb noch nie gemocht, weil es einfach schon immer ein Äpfel-Birnen-Vergleich war und immer sein wird - der Highspeed-Dribbler und der Raumdeuter, diese beiden Typen sind derart unterschiedlich, dass sich ein Vergleich eigentlich verbietet. Und ja - auch wenn mir Robben gestern etwas allzu oft in 3 Verteidiger gerannt ist - ist von Robben natürlich gestern gleichwohl deutlich mehr Gefährlichkeit ausgegangen.


    Ich glaube, man würde Müller einen Gefallen machen, ihn die nächsten 2-4 Spiele zu Beginn draußen zu lassen und später einzuwechseln. In der Endphase eines Spiels hat er vermutlich derzeit eher die Chance auf eine Aktion vor dem Tor - Assist oder Torschuss - als wenn er von Beginn an spielt und letztlich nur Kilometer runterspult. Wenn ihm da was gelingt, kommt vielleicht die Form eher wieder zurück, als wenn er sich noch weitere Spiele von Beginn an gegen tiefstehende Gegner abmüht und nix bei rauskommt.

    Naja, für Müller gilt, was bei dieser Wahl generell gilt - mit Mannschaftsdienlichkeit gewinnt man sportliche Titel, aber keine Entertainer-Lorbeeren. Gerade die Weltfußballer-Wahl ist Teil des Fifa-Konzepts das da lautet Fußball als Show und Entertainment zu vermarkten, nicht als Sport im eigentlichen Sinne. Und wenn's um Show geht, zählen nunmal nicht Assists, reingestocherte Tore und Geackere, sondern eben Hacke-Spitze-Tralalala.
    An sich ist ja eine individual-Wahl bei einer solch extrem von Mannschaftsleistungen abhängigen Sportart ein Witz.
    Wenn schon, müsste man den besten Verteidiger, den besten Sechser, den besten offensiven MF und den besten Stürmer küren. Das wäre dann ne wirklich sportlich interessante Wahl. Verkürzt aber auf einen einzigen Feldspieler können ja zwangsläufig nur die Clowns, eitlen Pfaue und Selbstdarsteller im Blickpunkt stehen. So gesehen - einfach die Wahl ignorieren.
    Bzw. Neuer die Daumen drücken - auch wenn's wohl nicht viel helfen wird.

    ...das allerdings, muss ich zugeben, ist natürlich für Bewertungen durchaus ein Vorteil. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, Müller hätte bei mir keinen Bonus. Ziemlich sicher sehe ich ihn daher etwas zu unkritisch. Vielleicht liegt da ja die Wahrheit dann in der goldenen Mitte ;-)

    ... mach ich aber nicht. Müller ist mein Lieblingsspieler gerade weil er für mich nicht der Ära-prägende, alles überstrahlende Individualist ist, sondern ein ergebnisorientierter Teamplayer, den man gerade im offensiven Bereich, der für egomanisches Spielverhalten prädestiniert ist, leider immer weniger findet, der aber für den Erfolg einfach genauso wichtig ist wie Galeriespieler im positiven Sinne vom Schlage eines Ribery oder Robben, die auf einem Bierdeckel zwei Gegenspieler austanzen. Allzu oft knallen mir die Reus, Bellarabis, Schürles und wie sie alle heißen schon beim bloßen Anblick des 16ers blind aufs Tor, statt den Mitspieler zu suchen. Hier sehe ich bei Müller einen wohltuenden Unterschied, der einem Team enorm hilft - weshalb ich manche scheinbar verkorkste Situation, manchen Fehlpass eben anders einordne und mich umso mehr über ein gelungenes Ablegen, das zum Tor führt, oder einen Laufweg, der die Abwehrspieler irritiert, freue. Äraprägend ist Müller daher auchganz sicher nicht als Einzelspieler, sondern als Teil eines supererfolgreichen Teams, bei dem aber Ribery und Robben sicher noch mehr strahlen und deren Namen Jahre später sicher vor Müller genannt werden.
    Meine Sicht auf Müller mag daran liegen, dass ich selbst gefühlt 10.000 Stunden auf dem Platz als verkappter Zehner bzw. hängende Spitze gespielt habe und das - natürlich auf deutlichst niedrigerem Niveau - in ähnlich merkwürdiger Müllermischung. Eher bescheidene Technik, aber ein Auge für Mitspieler und zum Glück den von meinem Vater geerbten Torriecher. Da schaut man vielleicht sowieso anders auf so einen Spielertyp.


    Diese Sichtweise muss man natürlich nicht teilen. Aber ich finde es auch nicht richtig, nur weil hier einige Müllers Wert hoch, in einigen Fällen wohl zu hoch, einschätzen, solche Meinungen zum objektiven Bewertungsmaßstab für seine Leistungen zu erklären. Daher bleibe ich dabei und finde die Bewertung "dürftig" für die letzten Spiele nicht fair.

    Öhm, ich hab ihn gegen Rom, Hamburg und Dortmund zwischen befriedigend bis gut bzw. sehr gut gesehen und war damit ganz sicher nicht der Einzige. Er hat da bloß zu selten den Ball über die Linie gedrückt, weshalb man ihm da nicht unbedingt - nimmt man Tore als wichtigsten Maßstab - eine sehr gute Leistung zwingend attestieren muss - bzw. auch nicht kann.
    Aber dürftig? Sorry, aber das geht dann doch sehr weit an einer angemessenen, fairen Einschätzung vorbei bzw. um nach diesen Leistungen zu so einer Schlussfolgerung zu kommen, muss man schon einen arg negativen Blick auf Müller haben.

    Müller scheint meiner Mienung nach vom Kopf her reif für ne Auszeit zu sein..und zwar für ne Auszeit komplett ohne Ball. Außer Lahm hat sich in den letzten 5 Jahren jeder Spieler mehrfach über Verletzung geistige Auszeiten geholt. Das mag mitunter schlecht für die Fitness sein, aber dem Kopf tut's manchmal ganz gut, nicht Tag für Tag mit der Kugel am Fuß zu arbeiten. Müllers fast schon legendäre Verletzungsresistenz hat da vielleicht auf lange Sicht für die geistige Frische und dieses innerliche Brennen, diese Gier auf den Ball, die ein Arjen Robben etwa zeigt, wenn er nach Verletzungsphasen wieder reinkommt, einen Pferdefuß.
    Er hätte ja auch am Samstag draußen bleiben sollen, aber ich denke, ein im Kopf überspieler Spieler sollte am besten sogar mal 1-2 Wochen ohne Ball trainieren. Auf jeden Fall aber sollte eine Auszeit bei ihm länger als nur ein Spiel sein. Andernfalls sehe ich die Gefahr, dass er in dieser Saison noch völlig auslaugt.

    Das klingt doch ganz vernünftig.


    Mir waren's/sind es für ein echtes Teambuilding eh schon fast zuviele Spieler. Allzu großer Star-Konkurrenzkampf verhindert ja nicht nur, dass den Müllers, Lahms, und Schweinsteigers von morgen die Tür versperrt wird, sondern dass auch bei den Stars selbst kein echter Mannschaftsgeist entsteht. Den braucht's aber so wie 2013 für den CL-Titel oder jetzt für den WM-Titel. Wenn alle nur noch eifersüchtig auf Einsatzminuten schielen - und dann wenn sie spielen, nur ihr Solo-Ding durchziehen, um individuell zu glänzen -, reicht es allenfalls für "Pflichttitel" wie die Deutsche Meistershaft (Pflicht wegen des im Moment im Vergleich besten Kaders, der sich über eine ganze Saison durchsetzen sollte) - nicht für etwas ganz Großes wie einen CL-Titel oder zumindest das Finale. Eben Titel, wo man durch KO-Spiele durch muss und wo eben Teamgeist eine viel größere Rolle spielt als in so manchem Punktspiel.


    Von mir aus hätte man sogar noch einen weiteren aus der Offensivabteilung abgeben können, statt munter über weitere Zugänge zu spekulieren. Ich will die Jungs, die wir schon haben - auch und gerade die Jungen, die da mit den Hufen scharren - nämlich nicht erst 2 Spiele vor Buli-Saisonende in Wurstegal-Spielen sehen.

    Also wenn man schon Schauspielei unterstellt - leider findet sich das ja in so ziemlich jedem deutschen Forum, von Spiegel bis T-online - sollte man die Szene als Ganzes bewerten. Vor allem der Kopfstoß - ob nun angedeutet oder nicht. Da gibt's genügend Spieler, die sich am Boden wälzen würden. Müller indes springt wie von der Tarantel gestoche auf und brüllt den Pepe an.


    PS: Ohne jetzt Müller bis ins letzte Detail verteidigen zu wollen, aber eine Hand im Sprintduell ins Gesicht zu bekommen kann durchaus weh tun, je nachdem wie sie einen trifft. Hab das als Spieler einige Male erlebt und finde das persönlich fieser als Trikotzupfen oder Schulterklammern ...auch wenn's beim Zusehen oft nur wie ein Streicheln wirkt. Allerdings kennt Müller das ja und die allererste reaktion war dann vielleicht doch etwas übertrieben. Nur der Umkehrschluss, dass das "NICHTS" ist, wenn man im Sprint die Hand ins Gesicht bekommt, ist eben auch falsch.

    Ich finde das Interview auch unglücklich und unnötig.


    Allerdings muss man der Fairness halber auch sagen, dass er nicht von Stammplatz redet, auch wenn man das auf den ersten Blick so verstehen könnte. Wörtlich sagt er ja, dass er wissen will, "ob ich ein zentraler Bestandteil der künftigen Bayern-Elf bin. Und ob der Club wirklich mit mir plant in den nächsten Jahren“. Ich persönlich denke, dass er mit dem ersten Satz, also mit der Bayern-Elf, den engeren Kader meint, also die Top 15, die es ja bei aller Rotiererei und aller Schönrednerei eines Kaders bei jeder Mannschaft, auch bei dieser, durchaus gibt und die eben doch etwas öfter zum Zuge kommt als die Spieler danach.


    Wichtiger aber finde ich den zweiten Satz, der möglicherweise auch eine Erklärung für das Interview ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt bietet. ( "ob der Club wirklich mit mir plant die kommenden Jahre"...)


    Vermutlich wissen die Spieler ja schon ein klein wenig mehr als wir hier, was da so im Hintergrund an Personalplanung läuft. Vielleicht weniger, was konkrete Namen angeht, wohl aber, ob der Verein jetzt möglicherweise tatsächlich personalpolitisch und strategisch ganz konsequent auf Tikitaka-Philosophie ausgerichtet werden soll. Pep selbst hat ja angekündigt, dass er keine Kompromisse mehr machen will. Und wenn man sich das Personal so anschaut, stellt sich schon die Frage, wer außer Mandzu Pep vom Spielverhalten und von den individuellen Stärken und Schwächen Pep zu Kompromissen gezwungen hat. Nicht wenigen fällt da ein Raumdeuter Müller ein, der nunmal als HS am besten funktioniert - nur dass es eben den HS meistens so nicht gibt.


    Ich kann mir daher gut vorstellen, dass weniger das, was in der vergangenen Saison war, Müller gedanklich umtreibt und ihn zu diesem unglückseligen Interview verleitet hat, sondern vielmehr das, was da so künftig in Aussicht steht.


    Am Ende der Sommertransferperiode wird man sicher klarer sehen, ob Müller - jetzt schon wissend um Veränderungen - sich einfach strategisch schon mal frühzeitig in Position bringen wollte. Oder ob das einfach nur die falschen Worte zur falschen Zeit waren. Sollte sich allerdings nicht wirklich gravierend in der Kaderausrichtung etwas verändern, hätte ich noch weniger Verständnis für das Interview als jetzt.


    Und ja, ich bin (dennoch) Müller-Fan.

    Öhm - NEIN! Zu Anfang seiner Karriere, als es darum ging, ob er den Sprung in die A-Elf schafft, stand erstmal ein gewisser Jürgen K., der ihn ums Verrecken nicht haben, sondern nach Hoppenheim abschieben wollte. Der "Müller spielt immer"-vG war dann für Müller der Glücksfall, aber ganz am Anfang war der Umstand, aus der eigenen Jugend zu kommen, offenkundig nicht eben ein Pluspunkt.

    @ Thorsten_schmitz72


    stimmt zwar, dass wir anschließend das Triple geholt haben.
    Allerdings hat Jupp ja dann in der Triple-Saison taktisch auch umgestellt - also sehr wohl auf diese Ergebnisse reagiert (da gehört ja dann das Finale dahoam auch dazu) und vor allem darauf WIE sie zustande kamen.


    Dieses Reagieren von Jupp auf die Art der Niederlagen wird gerne mal von einigen ignoriert - stattdessen wird dann immer angeführt, dass wir das Triple wegen der großen Gier der Spieler in der Folgesaison geholt hätten. Richtig ist wohl eher, dass beides gleichermaßen wichtig war - das Umstellen und die Gier.

    Lesen - Verstehen - Posten.
    Wie überdeutlich geschrieben, hat Eilenberger die Thesen im Januar 2013 veröffentlicht. Von "jetzt plötzlich herumtrampeln wollen"..kann also keine Rede sein.

    Ich war ja damals im Januar 2013, als Eilenberger seine Thesen von Pep und der Feminisierung des Fußballs aufgestellt hat, ziemlich skeptisch, was ich davon halten sollte, weil der Name Guardiola nunmal so seinen Glanz hat und wer lässt sich gerne schon gleich bei der Bekanntgaben einer Trainerverpflichtung von Außenstehenden die Hoffnung auf herrliche Zeiten madig machen.


    Nach der Tendenz der letzten Monate, vor allem aber der Art der zunehmend irgendwie saft- und kraftlosen Zweikampfführung und der fehlenden Körperspannung unserer Spieler in jüngster Zeit und dem steil in den Keller sinkenden Trend, was das Erspielen von Torchancen betrifft, sehe ich die Thesen ein wenig in neuem Licht - zumal man Eilenberger zumindest nicht vorwerfen kann, dass er erst jetzt, wo's schlecht läuft, wie andere Kritiker aus den Löchern kommt. Er hatte immerhin den Mumm, mit diesen doch recht eindeutigen Aussagen und Prognosen sich gleich bei der Verpflichtungsmeldung "unbeliebt" gemacht.


    Zur Erinnerung hier ein Interview der ZEIT mit ihm:


    http://www.zeit.de/sport/2013-…eilenberger-feminisierung


    Und ein zusammenfassender Artikel im Tagesspiegel.
    http://www.tagesspiegel.de/spo…es-fussballs/7667374.html


    Vor allem die Aussagen auf der jeweils zweiten Seiten der jeweiligen Artikel, insbesondere aber beim Interview, machen mich nachdenklich, da ich aktuell einiges bei uns sehe, was genau in diese vorhergesagte Richtung geht.

    Was ich vom Verein und Pep erwarte - nicht nur im Fall Müller - ist, dass man jetzt, wo man ja offensichtlich mit Pep'schem Tikitaka auf jeden Fall weitermachen, ja ihm sogar zum Umbau der Mannschaft ganz nach seinem Gusto freie Hand geben will, wie man den - meiner Meinung etwas arg schnellen Ankündigungen - aus dem Vorstand entnehmen kann, zumindest ehrlich gegenüber den Spielern ist.


    Das war gerade Pep in Barcelona wohl offenkundig NICHT. Da war auch jeder Spieler scheinbar für ihn immer "super super" - Stars wie Et0'o oder Ibra mussten sich da aber auch über Einsätze und Neuzugänge zusammenreimen, wie es um ihre Perspektiven bestellt ist, wenn das stimmt, was sie immer wieder erzählen.


    Ibra: "Ich wurde für Lionel Messi geopfert. Aber er (Pep Guardiola, d. Red.) hatte nicht den Mut, mir das zu sagen. Ich habe ihm gesagt: Wenn ich hier nicht reinpasse, musst du mir das nur einmal sagen – dann bin ich weg. Guardiola hat rumgesäuselt: ,Ibra, du bist super, du machst alles richtig.' Trotzdem hat er mich auf die Bank gesetzt."


    Eto'O: Guardiola habe nur öffentlich erklärt, dass er nicht mehr auf Eto'o setzte, beschwerte sich dieser jetzt : "Er hatte nicht den Mut, mir das direkt zu sagen." Überhaupt habe er gerade einmal zehn Mal persönlich mit dem Trainer gesprochen.



    Das aber kann nicht unser Weg sein. Wenn schon Tikitaka-Zukunft beim FCB (der Begriff Ballbesitzfußball ist in meinen Augen unpassend für Peps Stil, denn wir haben auch unter Jupp nicht etwa Konter-, sondern Ballbesitzfußball gespielt. Ballbesitz lässt viele Varianten zu und ist keineswegs zwangsläufig dieses sich--den-Raum-selber-eng-machen-Fußball, das dann zwangsläufig eine Horde kleiner Dribbler benötigt), dann muss jetzt für JEDEN Spieler eine Analyse her, ob er ins Tikitaka-Konzept passt.


    Und wenn er durchfällt, muss man ihm das jetzt noch im Sommer auch direkt sage, statt ihn im kommenden Jahr übers Bankdrücken zu zermürben, wie es in Barcelona wohl der übliche Verfahrensablauf war.


    Was hingegen gar nicht geht, ist, im Gedanken eigentlich jetzt das halbe Team abzuschreiben - denn ich gehe von mindestens 4-6 Spielern aus, die eigentlich nicht ins System passen, davon mehrheitlich deutsche -, es aber trotz gezielter zusätzlicher Tikitaka-Einkäufe weiter zu behalten, und dann mit einer riesen Menge Unmut in die neue Saison zu gehen.
    Große Titel werden bei aller Qualität eben auch über Teamgeist gewonnen. Bei einer Ansammlung von Spielern aber, die nur noch eifersüchtig ihre Spielzeit und die der anderen im Auge haben, geht der Teamgeist den Bach runter. Das muss man auch bedenken. Es wäre grundfalsch, den Spielern wider besseren Wissens jetzt im Sommer nicht wehtun zu wollen, indem man sie nicht zum Wechseln auffordert/animiert, wenn man sie dafür dann ein Jahr lang zu Bankdrückern degradiert und dadurch demütigt.

    Müller, unser ja immerhin bester Scorer, nun allein wegen des gestrigen Spiels auf die "ersetzen-Liste" setzen zu wollen, ist mit Verlaub eine dreiste Unverschämtheit.


    Ändert allerdings nichts daran, dass in diesen Worten insofern Wahrheit steckt, als sich in der Rückrunde zunehmend abzeichnet, dass Müllers Spielweise und Peps Vorstellungen nicht zusammenpassen.
    Wen Pep nicht zu diesem eigentlich recht guten und erfolgreichen Mix der Hinrunde - ein nicht ganz so übertriebenes tiki-taka, dass dadurch Umschaltelemente besser zulässt - zurückkehrt (bestes Beispiel für mich ist das Auswärtsspiel bei Manchester City, meiner Meinung nach das beste CL-Spiel dieser Saison), sondern an dem Stil festhält, den wir jetzt seit dem Wintertrainingslager erleben (mit stark abnehmender Tendenz seit Monaten was Effektivität und Torgefahr angeht), hat ein Raumdeuter Müller hier tatsächlich keine Perspektive.
    Denn was Pep seit der Rückrunde spielen lässt, benötigt tatsächlich weniger einen Raumdeuter, weil kaum gefährlich gepasst wird (oder mangels Raum gepasst werden kann), sondern lauter kleine Dribbler, die 1vs 1 gehen. Und das ist nicht die Stärke von Thomas und wird es auch nicht werden.


    Als Müller-Fan würde mir zwar das Herz bitterlich bluten, wenn er den Verein verlässt - von mehr Spielzeit gehe ich aber nicht mehr aus, sondern tendenziell weniger. Er sollte wirklich über ein Angebot nachdenken, wenn es denn welche gibt, die Sinn machen (Barcelona ganz sicher NICHT, da könnte er gleich hierbleiben). Je nachdem sieht der Markt für ihn nach der WM ja ganz gut aus, seine Werte dieser Saison sind ja unterm Strich absolut prima und Jogi wird sicherlich "deutscher" spielen als Pep, da wird der Thomas sicher auch ein paar gute Aktionen bei der WM haben, auch wenn ich davon ausgehe, dass für die N11 das Halbfinale das Maximalste sein wird, was man in Südamerika erreichen könnte. Vielleicht holt ihn dann ja LvG auf die Insel?